Geckobia estherae ist eine Art aus der Milben-Familie Pterygosomatidae. Sie kommt nachweislich auf Malta vor und lebt dort als Ektoparasit auf Mauergeckos (Tarentola mauritanica).
Beschreibung Die Milben weisen eine annähernd dreieckige Körperform auf; sie messen 0,26 bis 0,29 Millimeter in der Länge und zwischen 0,48 und 0,49 Millimeter in der Breite. Ihre Beine erreichen Längen zwischen 0,14 und 0,25 Millimeter. Der von einer weichen Cuticula überzogene Körper ist sowohl ober- als auch unterseitig von zahlreichen, allerdings nicht allzu dicht wachsenden Setae bedeckt – hierbei handelt es sich um lange, einzellige, fadenförmige, stark chitinisierte Auswüchse, die zumeist als Mechano- oder Chemorezeptoren fungieren.David Evans Walter: Glossary of acarine terms. Abgerufen auf keys.lucidcentral.org am 13. April 2026.
Kennzeichnendes morphologisches Merkmal dieser Art ist die hochmodifizierte Umformung einiger zentral platzierter, ventraler Setae zu schuppenähnlichen Strukturen, die ziegelförmig angeordnet sind und caudal spitz zulaufen. Generell ist der Bauch von Geckobia estherae mit zahlreichen, unterschiedlich gestalteten Setae besetzt. Cranial setzen an den deutlich voneinander separierten Epimeralplatten (= sklerotisierten Coxalplatten) die Coxae der acht Beine an, die an jeder Körperseite in zwei Zweierpaare gruppiert sind. Die zwei hinteren Epimeralplatten tragen dabei jeweils fünf lange, pinselförmige Setae, die zwei vorderen jeweils eine dünne lange und zwei kurze kräftige.Michel Bertrand; Walter P. Pfliegler; Arnold Sciberras: Does the African native host explain the African origin of the parasite? The Maltese Geckobia estherae n. sp. parasitic on Tarentola mauritanica (Acari: Raphignathoidea: Pterygosomatidae). In: Acarologia. Band 52, Heft 4, 2012, Seiten 353–366.
Das Dorsum, an dem die Cuticula eine Streifung zeigt, ist dominiert vom symmetrischen Scutum, einer sklerosierten Platte im anterioren Bereich. Es ist breiter als lang, mittig-rückwärtig konkav und an seinen zwei kleinen, anterolateralen Verlängerungen sitzen die Augenlinsen.
Verbreitung und Lebensweise Über die Lebensweise dieser Art ist bislang kaum etwas bekannt. Man weiß lediglich, dass sie entweder bevorzugt oder sogar ausschließlich Mauergeckos (Tarentola mauritanica) parasitiert und hauptsächlich auf der Stirn dieser Reptilien lebt.Claudia Calleja: ‘I love my wife so much... I named a mite after her’. Am 2. September 2013 auf timesofmalta.com (Tageszeitung The Times of Malta). Abgerufen am 13. April 2026. Sie ist dabei mindestens zeitweise vergesellschaftet mit Geckobia latastei, die 1878 von Pierre Mégnin erstbeschrieben wurde und bereits als Mauergeckoparasit aus Marokko, Italien, Frankreich, dem spanischen Festland, den Balearischen Inseln und anderen Regionen bekannt ist. Bislang ist Geckobia estherae nur auf der Hauptinsel des Mittelmeerarchipels Malta gefunden worden. Sollte sich die Verbreitung tatsächlich auf dieses kleine Eiland beschränken, würde es sich bei der Art um einen Endemiten handeln. Ihr Wirt allerdings ist im Mittelmeerraum weit verbreitet, sodass nicht ausgeschlossen werden kann, dass dies auch für die Milbe gilt.
Erstbeschreibung Erstbeschreiber und Etymologie Die Erstbeschreibung von Geckobia estherae erfolgte im Dezember 2012 in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Acarologia, die als Open-Access-Medium an der Unité mixte de recherche Centre de Biologie pour la Gestion des Populations (CBGP) in Montpellier erscheint. Hauptautor des Forschertrios war Michel Bertrand, der damals – kurz vor dem Ruhestand – in Montpellier am Centre d’Ecologie Fonctionnelle et Evolutive (CEFE) sowie an der Universität tätig war. Walter P. Pfliegler promovierte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung an der Abteilung für Genetik und angewandte Mikrobiologie der Universität Debrecen und war gleichzeitig Projektmitarbeiter am Institut für angewandte Mikrobiologie der Universität für Bodenkultur Wien tätig. Der dritte Autor, Arnold Sciberras, ist auf Reptilien spezialisiert und arbeitete für den Nature Trust Malta. Diese Nichtregierungsorganisation hat sich dem Naturschutz auf den maltesischen Inseln sowie der Umweltbildung verschrieben.
Hinsichtlich der Benennung der neuen Art entschied man sich für eine private Widmung: Das Art-Epitheton ehrt Arnold Sciberras’ Ehefrau Esther Sciberras, die „bei der Sammlung der Exemplare und der Daten während der Feldarbeit assistierte und seine herpetologischen Arbeiten Herrn Sciberras’ seit Jahren unterstützt“ habe.
Fund und Fundort Der Fund, auf dem die Erstbeschreibung von 2012 beruhte, gelang Scirrebas und bestand aus zwölf Weibchen und der Holotypus lagert in der Gliederfüßersammlung des Pariser Muséum national d’histoire naturelle. Die Typlokalität der Art befindet sich im Wied Inċita, einem Wadi im Süden der zentralmaltesischen Stadt Attard. Während das Areal heutzutage ein zwei Hektar großer, renaturierter Park ist, handelte es sich 2012 noch um ein verlassenes landwirtschaftliches Gelände mit umgebenden Feldsteinmauern. Als kennzeichnende Vegetation des Areals nannten die Wissenschaftler unter anderem den Johannisbrotbaum, den Olivenbaum, den Blaugrünen Tabak, das Pfahlrohr sowie das Kakteengewächs Opuntia ficus-indica, den Hülsenfrüchtler Hedysarum coronarium und das Wolfsmilchgewächs Ricinus communis.
Einzelnachweise
Kategorie:Trombidiformes (Ordnung) Kategorie:Parasit bei Reptilien Kategorie:Trombidiformes