Sako (Suojeluskuntain Ase- ja Konepaja Oy) ist ein finnischer Hersteller von Handfeuerwaffen und Munition. Das Unternehmen ist als Hersteller für Jagd- und Präzisionsgewehre bekannt. Sako ist heute Teil der Beretta-Holding.

Unternehmensgeschichte miniatur|Finnische Waffen des Zweiten Weltkrieges miniatur|Zivile Sako Finnlight der 2000er Jahre miniatur|Sako Finnlight Verschlusssystem mit kanneliertem Lauf miniatur|Militärische Sako TRG der 2000er Jahre miniatur|Militärische Sako-Flugabwehrkanone Die frühe Geschichte des Unternehmens ist mit der Unabhängigkeit Finnlands vom Russischen Zarenreich und der Februarrevolution 1917 sowie mit der Entstehung der Finnischen Streitkräfte verbunden. Am 25. Januar 1918 entstanden die ersten finnischen Militäreinheiten, Finnische Streitkräfte puolustusvoimat.fi (eingesehen am 31. Oktober 2012) deren erste Handfeuerwaffen hauptsächlich russischen Ursprungs waren. Zur weiteren Ausrüstung der finnischen Truppen wurde am 1. April 1919 die Suojeluskuntain Yliesikunnan Asepaja (Sk.Y engl. Civil Guard Supreme Staff Gun Works) gegründet.Lit. Wayne van Zwoll, Gun Digest Shooter's Guide to Rifles´, Seite 111 Zum 1. April 1921 folgte die Gründung der Suojeluskuntain Ase- ja Konepaja Osakeyhtiö (engl. Firearms and Machine workshop of the Civil Guard) auf deren Initialen im Firmennamen die Bezeichnung Sako zurückgeht. Die ersten Jahre war die Firma in Helsinki angesiedelt. Der Betrieb war in einer ehemaligen Brauerei untergebracht und beschäftigte sich mit der Aufarbeitung alter Armeegewehre wie insbesondere des Mosin-Nagant.Lit. John Zent, In pursuit of the perfect bolt action, Seite 51 Zum 1. Juni 1927 wurde der Betrieb nach Riihimäki verlegt. Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Betrieb von der russischen Luftwaffe bombardiert, was weitgehend folgenlos blieb, weil weite Bereiche der Produktion in unterirdischen Fertigungsanlagen untergebracht waren.Lit. John Zent, In pursuit of the perfect bolt action Seite 52 Durch den Waffenstillstand von Moskau war Sako von sowjetischer Übernahme gefährdet. Um den Fortbestand der Firma zu sichern, nutzten die finnische Regierung und Sako eine Lücke des Friedensvertrages. Sie übereigneten den Waffenhersteller an das finnische Rote Kreuz und entzogen sie damit dem Zugriff der Alliierten Kontrollkommission, die in Finnland von Andrei Alexandrowitsch Schdanow geleitet wurde. 1956 wurde auf dem Betriebsgelände in Riihimäki eine Feingießerei eingerichtet.Unternehmensdaten Sakotec Components Die Firma blieb bis 1962 im Besitz des Roten Kreuzes. Als neuer Eigentümer folgte zunächst die Finnish Cable Works, die ihrerseits 1967 in Nokia aufgingen.Lit. Jim Carmichel, SAKO-50 Years of Rifle AccuracyReading Eagle Red Cross up in Arms Ausgabe 16. Januar 1982 (engl. eingesehen am 31. Oktober 2012) Nokia, der Eigentümer von SAKO, kaufte auch in den 1970er Jahren die Firma Tikkakoski und schloss die Unternehmen am 29. März 1983 unter Oy Sako-Tikka Ab zusammen.https://www.tikka.fi/sako-history 1987 fusionierte Sako mit Valmet, einem ehemaligen staatseigenen finnischen Konzern der metallverarbeitenden Industrie. Die Fusion der drei Firmen unter der Regie von Nokia wurde maßgeblich von dem finnischen Manager Petteri Walldén (Firmenchef von 1987 bis 1990) mit dem Ziel betrieben, einen Zusammenschluss profitabler Unternehmen zu erreichen.Petteri Walldén und Firmenfusion von Sako, Tikka, Valmet (engl. eingesehen am 2. November 2012) Die Feingiesserei von Sako, die sich auf dem Betriebsgelände befindet, wird seit 1990 als eigenständiges Unternehmen unter dem Namen SacoTec Components geführt.Unternehmensinformation SacoTec Components (PDF-Datei) (engl. eingesehen am 4. November 2012) Sako und Valmet gingen wiederum 1999 mit den Subunternehmen und Marken durch die Fusion mit Rauma-Repola im Nachfolgeunternehmen Metso auf. Seit dem 3. Januar 2000Bloomberg Business Week Sako Company Information (engl. eingesehen am 1. November 2012) gehört Sako zur Beretta Holding.Pressemitteilung zum Unternehmensübergang Metoso/Beretta Metso to Sell Sako Ltd to Italian Beretta (engl. eingesehen am 2. November 2012) offizielle Herstellerwebsite (engl. eingesehen am 31. Oktober 2012) Eine Waffensammlung und Ausstellung zur Unternehmensgeschichte findet sich im Jagdmuseum Riihimäki.

Durch die Firmenhistorie haben die Produkte von Sako im Verlauf der Geschichte verschiedene Kennzeichnungen bekommen. Die frühesten waren Beschlagmarken mit den Buchstaben Sk.Y oder ein S, das oben mit drei Strichen ergänzt war. Später kamen durch Unternehmensumschichtungen weitere Marken und Logos hinzu. Nachfolgend eine Auswahl der Kennzeichen:

Produktentwicklung und Marktpräsenz von Sako Die Produktentwicklung der frühen Jahre von Sako konzentrierte sich auf Verbesserungen der russischen Waffen, die im Bestand der finnischen Verteidigungskräfte waren. In den 1930er Jahren entstanden erste Entwürfe für Sportwaffen. Während des Zweiten Weltkrieges wurden primär militärische Waffen und Munition gefertigt. Nach Kriegsende fertigte Sako zunächst Textilmaschinen und andere Konsumgüter. Es folgten Repetierbüchsen, die konstruktiv dem Mauser System 98 ähnlich sind. Später wurde ein neues System mit Dreiwarzenverriegelung entwickelt und produziert (siehe Modellhistorie). In den 2010er Jahren liegt der Schwerpunkt des Unternehmens bei der Produktion von Langwaffen und Munition. Sako stellt Produkte für den Kunden aus zivilen und militärischen Bereichen her. Die Firma präsentiert sich weitgehend eigenständig im Markt, wobei Produkte der Marke Tikka ebenfalls von Sako produziert und vertrieben werden. In Finnland wird von Sako ein Händlernetz direkt unterstützt. Internationale Vertretungen der Firma in Australien, Italien, Schweden, Spanien, Neuseeland und den USA werden gemeinsam mit dem Mutterkonzern Beretta betrieben. Für den deutschen und österreichischen Raum ist als Generalimporteur die Firma Manfred Alberts GmbH in Wiehl bekannt.Internationaler Vertrieb und offizielle Herstellerwebsite (engl. eingesehen am 2. November 2012) Die Modellpalette lässt sich im Wesentlichen den Modellreihen Sako 85, Sako A7, Sako Quad, Sako TRG sowie Tikka T3 zuordnen. Innerhalb dieser Modellreihen sind zahlreiche Varianten bekannt. Herstellerwebsite (engl. eingesehen am 31. Oktober 2012) Besonderheit der Langwaffen von Sako ist eine herstellerspezifische Montagemöglichkeit für Zielhilfen, die als Sako Optilock bekannt ist. Bei den A7- und TRG-Modellreihen wird eine Picatinny-Schiene verwendet. Sako stellt Munition für Handfeuerwaffen (mit Ausrichtung auf jagdlich relevante Kaliber und den Schießsport) her. Herstellerwebsite (engl. eingesehen am 31. Oktober 2012) Behördenwaffen, wie das Modell Sako M95 und andere Kriegswaffen sind auf dem freien Markt nicht verfügbar.

Sako Waffen – Modellhistorie Im Verlauf der Unternehmensgeschichte wurden diverse Waffen in verschiedenen Ausführungen hergestellt. Herstellerwebsite, (engl. eingesehen am 31. Oktober 2012) Durch Unternehmensverflechtungen mit Valmet und der Beretta Holding war Sako zeitweise verantwortlicher Hersteller von weiteren Modellen, die zum Teil auf umbenannte Produkte aus früherer Herstellung zurückgehen. Die Tradition von Sako spiegelt sich bei etlichen Waffen, die auf russische Ursprünge zurückgehen, wider. Ein Überblick zu diversen Modelle aus der Tikka-Serie findet sich in der Liste der Handfeuerwaffen/T#TI… sowie zu Modellen aus der Valmet-Ära in der Liste der Handfeuerwaffen/V#Valmet. Nachfolgende Tabelle bietet eine Übersicht der finnischen Waffenentwicklung und Produktion bei Sako.