mini|Blauringtaube, Costa Rica mini|Blauringtaube, Brasilien mini|Blauringtaube, Panama Die Blauringtaube (Leptotila verreauxi), auch Weißstirntaube genannt, ist eine weitverbreitete Art der Taubenvögel. Sie kommt in zahlreichen Unterarten von Nord- bis Südamerika vor. Der Begriff Weißstirntaube wird im Deutschen gelegentlich auch für die in Südostasien verbreitete Weißstirntaube verwendet, die zur Gattung Henicophaps gehört.
Erscheinungsbild Die Blauringtaube erreicht eine Körperlänge von 28 Zentimetern.Rösler, S. 211. Sie liegt damit in ihrer Körpergröße zwischen einer Lach- und einer Stadttaube. Der Geschlechtsdimorphismus ist nur sehr geringfügig ausgeprägt.
Blauringtauben sind unscheinbare Tauben. Beim Männchen ist die Körperunterseite hell, der Rücken ist kastanienbraun und die Schwanzspitze ist weiß. Die Stirn ist weiß mit einem rosafarbenen Schimmer. Der Oberkopf ist rötlichgrau bis rotbraun. Der Hinterhals ist braun oder grau mit einem rosa und bronzegrünen bis rötlichem Schimmer. Bei einigen Unterarten ist der Augenring blau. Es gibt jedoch auch Unterarten mit roten Augenringen.
Verbreitung, Lebensraum und Verhalten Die Blauringtaube kommt von den Südstaaten der USA über Mittelamerika bis nach Südamerika vor. Sie fehlt in Chile und im Süden Argentiniens. Sie bewohnt Waldränder in ariden und semiariden Gebieten. Auch lichte Wälder sowie Kulturlandschaften werden von ihr besiedelt.
Blauringtauben ernähren sich überwiegend von Früchten. Daneben fressen sie die Samen von Gräsern, Kaktusfrüchte und Getreidekörner. Auch tierische Nahrung spielt in ihrem Nahrungsspektrum eine Rolle. Sie frisst abweichend von den meisten Taubenarten auch größere Insekten wie Heuschrecken und Grillen.Burnie, S. 249. Typisch für die Blauringtaube sind schnelle, nervöse Kopf- und Schwanzbewegungen bei Unsicherheit und Aufregung. Der Schwanz wird dabei niedergedrückt und schnell hochgeschlagen. Diese Schwanzbewegungen sind häufig von synchronen Kopfbewegungen begleitet.Münst, S. 169.
Die Blauringtaube brütet in Bäumen oder Sträuchern. Das Nest ist im Vergleich zu anderen Taubennestern groß. Das Gelege besteht aus zwei cremefarbenen Eiern. Die Brutzeit beträgt 14 Tage.
Unterarten Es sind dreizehn Unterarten bekannt:IOC World Bird List Pigeons Leptotila verreauxi angelica , 1922Outram Bangs u. a. (1922), S. 29. – Diese Unterart ist im Süden von Texas sowie im nördlichen und zentralen Mexiko verbreitet. Leptotila verreauxi approximans , 1917Charles Barney Cory (1917), S. 7. – Diese Unterart ist im Nordosten Brasiliens verbreitet. Leptotila verreauxi bangsi , 1926Donald Ryder Dickey u. a. (1926), S. 110. – Die Subspezies ist vom Westen Guatemalas bis in den Westen von Nicaragua und Honduras verbreitet. Leptotila verreauxi brasiliensis (, 1856)Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte (1856), S. 945. – Diese Subspezies ist in den Guyanas und im Norden Brasiliens verbreitet. Leptotila verreauxi capitalis , 1898Edward William Nelson (1898), S. 6. – Diese Unterart kommt auf den Marias-Inseln vor. Leptotila verreauxi chlorauchenia ( & , 1870)Enrico Hillyer Giglioli u. a. (1870), S. 274–275. – Diese Unterart ist im Süden Boliviens und über Uruguay und das nördliche zentrale Argentinien verbreitet. Leptotila verreauxi decipiens (, 1871)Tommaso Salvadori (1871), S. 131. – Diese Unterart kommt im Osten Perus über Bolivien und im Westen Brasiliens vor. Leptotila verreauxi decolor , 1895Osbert Salvin (1895), S. 21. – Diese Unterart kommt vom Westen Kolumbiens bis ins westliche und nördliche Peru vor. Leptotila verreauxi fulviventris , 1882George Newbold Lawrence (1882), S. 287. – Diese Unterart kommt vom Südosten Mexikos über Belize bis in den Nordosten Guatemalas vor. Leptotila verreauxi hernandezi , 1981Hernando Romero Zambrano u. a. (1981), S. 292. – Diese Unterart kommt im Südwesten Kolumbiens vor. Leptotila verreauxi nuttingi , 1915Robert Ridgway (1915), S. 107. – Diese Unterart kommt am Nicaraguasee vor. Leptotila verreauxi tobagensis , 1915Carl Eduard Hellmayr u. a. (1915), S. 204. – Diese Subspezies kommt auf Tobago vor. Leptotila verreauxi verreauxi , 1855Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte (1855), S. 99. – Die Nominatform ist vom Südwesten Nicaraguas über Costa Rica bis in den Norden Venezuelas und auf den Niederländischen Antillen und Trinidad verbreitet. mini|links|Verbreitungsgebiet der Blauringtaube (grün) 2002 zeigten Edward Clive Dickinson und Giorgio Aimassi in einem Artikel warum L. v. chlorauchenia Priorität über Leptotila verreauxi chalcauchenia Sclater, PL & Salvin, 1870Philip Lutley Sclater u. a. (1970), S. 633. hat und deshalb heute als Synonym betrachtet werden muss. Lange wurde die Unterart unter diesem Namen geführt.Edward Clive Dickinson u. a. (2002), S. 23–27. Leptotila insularis , 1896Charles Wallace Richmond (1896), S. 659, Leptoptila riottei , 1868George Newbold Lawrence (1868), S. 137., Peristera brevipennis , 1856George Robert Gray (1856), S. 54, Leptotila ochroptera , 1868August von Pelzeln (1868), S. 278 und Leptotila verreauxi zapluta 1937James Lee Peters (1937), S. 123 werden heute als Synonym zur Nominatform betrachtet, Leptotila verreauxi santiago & , 1937Adriaan Joseph van Rossem u. a., S. 199–200., Aechmoptila albifrons , 1878Elliott Coues (1878), S. 49. und Leptoptila brachyptera , 1893Tommaso Salvadori (1893), S. 545. als Synonym zu L. v. angelica, Engyptila vinaceifulva , 1885George Newbold Lawrence (1885), S. 270. als Synonym von L. v. fulviventris, Leptoptila callauchen , 1897Tommaso Salvadori (1897), S. 33. als Synonym von L. v. chlorauchenia, Leptotila verreauxi occidentalis , 1912Frank Michler Chapman (1878), S. 142–143. als Synonym von L. v. decolor, Leptotila verreauxi bolivianus , 1916Robert Ridgway (1916), S. 447, Leptotila ochroptera kalinowskii , 1926Jan Sztolcman (1926), S. 201. und Leptoptila intermedia , 1917Charles Chubb (1917), S. 17 als Synonym von L. v. decipiens, Leptotila verreauxi fulvifrons , 1916Robert Ridgway (1916), S. 451 als Synonym von L. v. fulviventris, sowie Leptoptila verreauxi macconnelli , 1917Charles Chubb (1917), S. 32 und Leptotila verreauxi tenella , 1923Thomas Edward Penard (1923), S. 35 als Synonym zu L. v. brasiliensis.
Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung der Blauringtaube erfolgte 1855 durch Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte unter dem wissenschaftlichen Namen Leptoptila verreauxi. Als Verbreitungsgebiet nannte er die Republik Neugranada. 1837 führte William Swainson die neue Gattung Leptotila für die Rotachseltaube (Leptotila rufaxilla ( & , 1792)) ein.William Swainson, S. 349. Dieser Name leitet sich von und ab.Leptotila The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname verreauxi ist Jules Verreaux gewidmet. Bangsi ehrt Outram Bangs (1863–1932), hernandezi Jorge Ignacio Hernández-Camacho (1935–2002), nuttingi Charles Cleveland Nutting (1858–1927), riottei Charles Nicholas Riotte (1814–1873), santiago James William McCarty (1840–1909) bekannt als 'Don Santiago', kalinowskii Jan Kalinowski (1857–1941) und macconnelli Frederick Vavasour McConnell (1868–1914). Brasiliensis bezieht sich auf das Land Brasilien, tobagoensis aauf Tobago und bolivianus auf Bolivien. Approximans hat seinen Ursprung in approximans The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, capitalis in capitalis The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, chlorauchenia in und chlorauchenia The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, chalcauchenia in und chalcauchenia The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, zapluta in und zapluta The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, insularis in insularis The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, brachyptera in und brachyptera The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, fulviventris in und fulviventris The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, decolor in und decolor The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, decipiens in und decipiens The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, brevipennis in und brevipennis The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, ochroptera in und ochroptera The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, albifrons in und albifrons The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, vinaceifulva in und vinaceifulva The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, callauchen in und callauchen The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, intermedia in und intermedia The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, fulvifrons in und fulvifrons The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling und tenellus in .tenellus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Schließlich ist nicht ganz klar wem angelica gewidmet ist. Hierbei könnte es sich um eine verwandte Person von den Autoren Outram Bangs und Thomas Edward Penard, dem Sammler des Typusexemplars Frank Bradley Armstrong (1863–1915) oder den Unterstützern bei der Analyse des Balgs Charles Chubb or Frank Michler Chapman handeln.
Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay vier Bälge, gesammelt von Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973) und Hans Krieg (1888–1970) in San Luis de la Sierra im Bergland des Río Apa im Departamento Concepción und in Puerto Casado im Gran Chaco, zur Verfügung. Zusätzlich lagen ihm zwei Exponate aus Bernalcue und Concepción aus dem Münchner Museum vor. Laubmann sah in L. v. decipiens die Unterart für Paraguay. In der Literatur sah er den Unterlauf des Río PilcomayoJohn Graham Kerr (1892), S. 147 durch John Graham Kerr, in einem von Alfredo Borelli (1858–1943) in der Colonia RissoTommaso Salvadori (1895), S. 23 am Río Apa gesammeltes und durch Tommaso Salvadori beschriebenes Exemplar, in SapucaiCharles Chubb (1910), S. 63 durch Charles Chubb, im Departamento Alto ParanáArnaldo de Winkelried Bertoni (1914), S. 36. und am Río ConfusoArnaldo de Winkelried Bertoni (1930), S. 257. durch Arnaldo de Winkelried Bertoni sowie in Puerto PinascoAlexander Wetmore (1926), S. 194. im Departamento Presidente Hayes durch Alexander Wetmore als weitere Nachweise für das Land. Des Weiteren erwähnte er Paloma de la parda tapadas roxasFélix de Azara (1805), S. 12–14. von Félix de Azara für das Land.Alfred Laubmann (1939), S. 140–141.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Taubenvögel