Franz Rath (* 22. Juni 1932 in Eltville am Rhein; † 26. Dezember 2020 in GräfelfingTodesanzeige, abgerufen am 2. Januar 2021) war ein deutscher Kameramann.
Leben Rath begann Anfang der 1950er Jahre als Kameraassistent und gehörte 1952 zum Team von drei Kameraleuten bei der Biografie Der gehorsame Rebell über Martin Luther. Ab 1957 war er beim Fernsehen fest angestellt; später arbeitete er freiberuflich.
Als Chefkameramann drehte er ab 1961 Dokumentar- und Industriefilme. Bekannt wurde er 1966 mit Volker Schlöndorffs Der junge Törless, zugleich Raths erster abendfüllender Spielfilm. Später stand er wiederholt bei Inszenierungen Margarethe von Trottas hinter der Kamera. Für seine Leistungen bei verschiedenen künstlerisch ambitionierten Werken empfing Rath bedeutende Auszeichnungen. Daneben filmte er aber auch bei weniger anspruchsvollen Produktionen und Serien. Sein Schaffen umfasst mehr als 80 Produktionen, zuletzt war er 2007 als Kameramann tätig.
Filmografie (Auswahl) 1952: Der gehorsame Rebell 1966: Der junge Törless 1967: Mord und Totschlag 1967: Mike Blaubart 1968: Versuche, die nicht enden (Industriefilm) 1971: Der Pott 1971: Der plötzliche Reichtum der armen Leute von Kombach 1971: Tatort: Kressin stoppt den Nordexpress (Fernsehreihe) 1972: Novellen aus dem wilden Westen (Serie) 1972: Die Witwen oder Eine vollkommene Lösung 1972: Studenten aufs Schafott 1972: Ferdy und Ferdinand 1972: Heiß und kalt 1974: Übernachtung in Tirol 1976: Die plötzliche Einsamkeit des Konrad Steiner 1976: Die neuen Leiden des jungen W. 1977: Der Weilburger Kadettenmord 1977: Cella oder Die Überwinder 1977: Zeit der Bewährung 1977: Spuk in Felixburg (Fernsehfilm) 1978: Das zweite Erwachen der Christa Klages 1979: Andreas Vöst 1979: Schwestern oder Die Balance des Glücks 1980: Svabica 1981: Das Boot (2. Kamera) 1981: Der Erfinder 1981: Die bleierne Zeit 1981: Landluft 1982: Pilgrim, Farewell 1982: Treffpunkt Airport 1982: Krieg und Frieden 1984: Die unendliche Geschichte (2. Kamera) 1984: Haunted 1984: Sigi, der Straßenfeger 1984: Mann ohne Gedächtnis 1986: Rosa Luxemburg 1986: Of Pure Blood 1987: Hatschipuh 1987: Der Unsichtbare 1988: Felix 1988: Die Bertinis (Mehrteiler) 1989: Frau Berta Garlan 1989: Letzten Sommer in Kreuzberg 1989: Zwei Münchner in Hamburg (Serie) 1989: Eine unheimliche Karriere 1990: Tatort: Medizinmänner 1991: Anna Göldin – Letzte Hexe 1991: Es wäre gut, daß ein Mensch würde umbracht für das Volk 1991: Tote Briefe 1992: Die Angst wird bleiben 1992: Widerspenstige Viktoria 1994: Schwarz greift ein (Fernsehserie, Folge Auge um Auge) 1994: Das Versprechen 1995: Der Verräter 1996: Der Mörder und die Hure 1997: Winterblume 1998: Der König von St. Pauli (Mehrteiler) 1999: Dunkle Tage 1999: Sperling (Fernsehserie, Folge Sperling und der falsche Freund) 1999: Die Rache der Carola Waas 2000: Jahrestage (Mehrteiler) 2001: Alle meine Töchter (Serie) 2003: Rosenstraße 2003: Geheime Geschichten 2004: Casanova 2005: Andersrum 2006: Matthäuspassion 2007: Verstörung – und eine Art von Poesie. Die Filmlegende Bernhard Wicki 2007: Der Fährmeister
Auszeichnungen 1967: Filmband in Gold in der Kategorie Beste Kameraführung für Mord und Totschlag 1969: Deutscher Industriefilmpreis für Versuche, die nicht enden 1996: Deutscher Kamerapreis für Das Versprechen 2003: Deutscher Kamerapreis: Ernennung zum Ehrenkameramann 2004: Bayerischer Filmpreis 2003 in der Kategorie Kamera für Rosenstraße
Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 6: N – R. Mary Nolan – Meg Ryan. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 414 f.
Weblinks
Franz-Rath-Archiv im Archiv der Akademie der Künste, Berlin
Einzelnachweise
Kategorie:Kameramann Kategorie:Träger des Deutschen Filmpreises Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1932 Kategorie:Gestorben 2020 Kategorie:Mann