Die Pflanzengattung Hyparrhenia, für manche Arten wird auch der deutschsprachige Trivialname Kahngras verwendet, gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae). Die etwas mehr als 50 Arten hoher Gräser gedeihen hauptsächlich in offenen Savannen.
Beschreibung Vegetative Merkmale Die Hyparrhenia-Arten sind meistens ausdauernde (40 Arten), seltener einjährige (16 Arten) krautige Pflanzen. Diese Gräser bilden in der Regel keine (42 Arten), einige Arten kurze (12 Arten) oder nur 2 Arten lange Rhizome. Oft gibt es Stützwurzeln für die meist langen aufrechten Halme
Generative Merkmale Der Blütenstand besteht meist aus traubigen Teilblütenständen mit meist nur wenigen Ährchen, die paarig zusammenstehen und wiederum Teil einer vielfach verzweigten falschen Rispe mit darin enthaltenen Hüllblättern sind. Einer der beiden traubigen Teilblütenstände ist deutlich kürzer als der andere. Innerhalb der Teilblütenstände steht je ein sitzendes Ährchen mit langer Granne einem gestielten gegenüber, die Ährchen an der Basis sind jedoch anders gestaltet und an der Spitze stehen zwei gestielte Ährchen zu Seiten eines sitzenden Ährchens.
Innerhalb der Ährchen befindet sich nur eine einzige Blüte mit drei Staubblättern. Die Deckspelze dieser Blüte ist bei den sitzenden Ährchen begrannt, wobei die Granne sehr kräftig und gekniet ist.
Systematik und Verbreitung Die Gattung Hyparrhenia wurde 1886 durch Eugène Pierre Nicolas Fournier in seinem Werk Mexicanas plantas nuper a collectoribus expeditionis scientificae allatas. Band 2: 51, 67 veröffentlicht und als Autor wurde Nils Johan Andersson angegeben. Ein Synonym für Hyparrhenia ist Dybowskia .
Die Gattung Hyparrhenia gehört zur Tribus Andropogoneae in der Unterfamilie der Panicoideae innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae).
Alle Hyparrhenia-Arten kommen in Afrika vor, wobei der Verbreitungsschwerpunkt in den sudano-sambesischen Savannen liegt. Die Verbreitung von Hyparrhenia hirta reicht jedoch bis nach Südeuropa und über den nahen Osten bis Indien. Einige Arten reichen bis nach Australien, oder wurden, wie etwa Hyparrhenia rufa, ins tropische Amerika eingeführt. Hyparrhenia rufa wurde auch nach Hawaii als Weidegras eingeführt und verhält sich dort, insbesondere nach Feuern, als invasive Art.hear.org Das Gleiche gilt für Hyparrhenia hirta in Australien.
Es gibt etwa 55 Hyparrhenia-Artenmini|Hyparrhenia cymbaria, Blütenstand mini|Hyparrhenia filipendula mini|Habitus von Hyparrhenia hirta im Habitat mini| Hyparrhenia involucrata, Blütenstand mini|Hyparrhenia rufa Hyparrhenia anamesa : Sie ist von Äthiopien bis zum Südlichen Afrika weitverbreitet. Hyparrhenia andongensis : Sie kommt nur in Angola vor. Hyparrhenia anemopaegma : Sie kommt nur in Sambia vor. Hyparrhenia anthistirioides (Syn.: Hyparrhenia quinqueplex , Hyparrhenia pseudocymbaria ): Sie ist vom nordöstlichen tropischen Afrika und Tansania bis zum tropischen Südlichen Afrika weitverbreitet. Hyparrhenia arrhenobasis : Sie kommt in Äthiopien vor. Hyparrhenia bagirmica : Sie kommt vom tropischen Westafrika bis zum Tschad vor. Hyparrhenia barteri : Sie kommt vom tropischen Westafrika bis Tansania und Sambia vor. Hyparrhenia bracteata : Sie kommt im tropischen Afrika, von Mexiko bis ins tropische Südamerika, in Indochina und Neuguinea vor. Hyparrhenia claytonii : Sie kommt in Äthiopien vor. Hyparrhenia coleotricha : Sie kommt von Eritrea bis Tansania und im Jemen vor. Hyparrhenia collina : Sie kommt von Äthiopien bis Nigeria und KwaZulu-Natal vor. Hyparrhenia confinis : Sie kommt in drei Varietäten von Äthiopien bis zur Demokratischen Republik Kongo vor. Hyparrhenia coriacea : Sie kommt in der Zentralafrikanischen Republik vor. Hyparrhenia cyanescens : Sie kommt von tropischen Westafrika bis zum Tschad vor. Hyparrhenia cymbaria : Sie kommt von Nigeria bis Eritrea und zum südlichen Afrika vor und außerdem auf den Komoren, Madagaskar und in Indien. Hyparrhenia dichroa : Sie kommt von Dschibuti bis ins südliche Afrika vor. Hyparrhenia diplandra : Sie kommt im tropischen Afrika, in Madagaskar, Sulawesi und vom südlichen China bis Indochina vor. Hyparrhenia dregeana : Sie kommt auf der südwestlichen Arabischen Halbinsel und von Eritrea bis ins südliche Afrika vor. Hyparrhenia dybowskii : Sie kommt im zentralen tropischen Afrika vor. Hyparrhenia exarmata : Sie kommt von Mali bis Kenia vor. Hyparrhenia familiaris : Sie ist im tropischen Afrika verbreitet. Hyparrhenia figariana : Sie kommt von Nigeria bis zum Süd-Sudan und Tansania vor. Hyparrhenia filipendula : Sie kommt in zwei Varietäten im tropischen und südlichen Afrika und vom tropischen und subtropischen Asien bis zum östlichen Australien und außerdem auf Madagaskar vor. Hyparrhenia finitima : Sie kommt von Äthiopien bis ins südliche Afrika und in Sierra Leone vor. Hyparrhenia formosa : Sie kommt von Äthiopien bis Malawi und auf der südwestlichen Arabischen Halbinsel vor. Hyparrhenia gazensis : Sie kommt vom Süd-Sudan bis ins südliche Afrika vor. Hyparrhenia glabriuscula : Sie ist vom tropischen Westafrika bis Äthiopien und von Tansania bis ins südliche tropische Afrika verbreitet. Hyparrhenia gossweileri : Sie kommt von Tansania bis ins südliche tropische Afrika vor. Hyparrhenia griffithii : Sie kommt vom Sudan bis Sambia, auf Madagaskar und von Assam bis ins südwestliche Yunnan vor. Hyparrhenia hirta : Sie kommt in Afrika und vom Mittelmeerraum bis Pakistan vor. Hyparrhenia involucrata : Sie kommt in zwei Varietäten vom tropischen Westafrika bis zum Tschad vor. Hyparrhenia madaropoda : Sie kommt vom Sudan bis ins südliche tropische Afrika vor. Hyparrhenia mobukensis : Sie kommt von Äthiopien bis ins südliche tropische Afrika vor. Hyparrhenia multiplex : Sie kommt im Sudan und in Äthiopien vor. Hyparrhenia neglecta : Sie kommt in Äthiopien vor. Hyparrhenia newtonii : Sie kommt im tropischen und im südlichen Afrika, in Madagaskar und vom südöstlichen China bis Indochina und Neuguinea vor. Hyparrhenia niariensis : Sie kommt von Kamerun bis Uganda und Sambia vor. Hyparrhenia nyassae : Sie kommt im tropischen und im südlichen Afrika, auf Madagaskar und in Indochina vor. Hyparrhenia papillipes : Sie kommt von Äthiopien bis ins östliche tropische Afrika, auf der südwestlichen Arabischen Halbinsel und auf Madagaskar vor. Hyparrhenia pilgeriana : Sie kommt von Äthiopien bis KwaZulu-Natal vor. Hyparrhenia pilosa : Sie kommt in der Zentralafrikanischen Republik vor. Hyparrhenia poecilotricha : Sie kommt im tropischen und im südlichen Afrika vor. Hyparrhenia praetermissa : Sie kommt im südwestlichen Sulawesi vor. Hyparrhenia quarrei : Sie kommt auf der südwestlichen Arabischen Halbinsel und von Nigeria bis Eritrea und bis in das südliche Afrika vor. Hyparrhenia rudis : Sie kommt im tropischen und im südlichen Afrika und in Madagaskar vor. Hyparrhenia rufa : Sie kommt im tropischen und im südlichen Afrika, auf Inseln des westlichen Indischen Ozeans und vom südlich-zentralen China bis Indochina vor. Hyparrhenia schimperi : Sie kommt von Äthiopien bis ins südliche Afrika und auf Madagaskar vor. Hyparrhenia smithiana : Sie kommt vom tropischen Westafrika bis zum Tschad vor. Hyparrhenia subplumosa : Sie kommt im tropischen Afrika vor. Hyparrhenia tamba : Sie kommt von Eritrea bis ins südliche Afrika vor. Hyparrhenia tuberculata : Sie kommt in Äthiopien vor. Hyparrhenia umbrosa : Sie kommt von Nigeria bis Kamerun, vom Süd-Sudan bis ins östliche tropische Afrika, im südlichen Afrika und auf den Komoren vor. Hyparrhenia variabilis : Sie kommt von Äthiopien bis ins südliche Afrika, im Jemen und auf Madagaskar vor. Hyparrhenia violascens : Sie kommt von Burkina Faso bis zum Tschad vor. Hyparrhenia welwitschii : Sie kommt im tropischen Afrika und auf den Komoren vor. Hyparrhenia wombaliensis : Sie kommt im westlichen und zentralen tropischen Afrika vor.
Nutzung Einige Hyparrhenia-Arten werden in Afrika für Matten, Zäune und auch zum Decken von Strohdächern verwendetA. Thiombiano, M. Schmidt, S. Dressler, A. Ouédraogo, K. Hahn, G. Zizka: Catalogue des plantes vasculaires du Burkina Faso. (= Boissiera. Band 65). Conservatoire et Jardin botaniques, Genf 2012, ISBN 978-2-8277-0081-3. (daher auch der englische Name thatching grass). Außerdem spielt die Gattung Hyparrhenia in vielen tropischen und subtropischen Regionen eine wichtige Rolle als Weidegras.
Einzelnachweise Datenblatt Hyparrhenia in W. D. Clayton, K. T. Harman, H. Williamson, (2006 onwards), GrassBase - The Online World Grass Flora. W. D. Clayton: A revision of the genus Hyparrhenia. In: Kew Bulletin. add. ser. II, 1969, ISBN 0-11-240999-7.
New South Wales Flora. Datenblatt bei PlantzAfrica Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
Weblinks
Hyparrhenia in U. Brunken, M. Schmidt, S. Dressler, T. Janssen, A. Thiombiano, G. Zizka: West African plants - A Photo Guide. Forschungsinstitut Senckenberg, Frankfurt am Main, 2008.
Kategorie:Süßgräser Kategorie:Poaceae