Peter Wolf (* 4. Juni 1965 in Wien) ist ein österreichischer Schauspieler, Dramaturg und Produzent.

Künstlerische Laufbahn Peter Wolf lernte am Max-Reinhardt-Seminar in Wien bei Karlheinz Hackl. Nach seinem ersten großen Erfolg in der freien Theatergruppe Beinhardt-Ensemble als Moritz Stiefel in Frühlings Erwachen von Frank Wedekind unter der Regie von Meret Barz im Jahr 1986 engagierte ihn Achim Benning an das Burgtheater in Wien. Im gleichen Jahr holten ihn Boy Gobert und Ernst Wendt an das Theater in der Josefstadt.

Es folgten Engagements am Schauspiel Bonn, am Nationaltheater Mannheim, am Theater Basel unter Frank Baumbauer und am Staatstheater Hannover bei Ulrich Khuon. 1996 kam er zum Schauspiel Köln, wo er mit Hans Kresnik und Hans Michael Rehberg arbeitete, und 1999 an das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg.

2000 ging er an das Staatstheater Stuttgart unter Friedrich Schirmer. Dort spielte er in der Regie von Jacqueline Kornmüller Orest in Elektra von Hugo von Hofmannsthal, Don Juan in Don Juan kommt aus dem Krieg von Ödön von Horváth und den Monolog La nuit juste avant les forêts von Bernard-Marie Koltès, mit dem er zum Tschechow-Theaterfestival in Moskau eingeladen wurde. In dieser Zeit arbeitete Wolf mit Johan Simons, Elias Perrig und Jacqueline Kornmüller zusammen.

Seit 2005 lebt Peter Wolf in Wien und gastiert zeitweise am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, wo er in der Regie von Jacqueline Kornmüller den Azdak in Der Kaukasische Kreidekreis und Leonhard in Maria Magdalena spielte. Er inszenierte in Linz das Stück Bandscheibenvorfall von Ingrid Lausund. Er gründete die Gruppe „Wenn es soweit ist“ und initiierte mehrere Projekte: Pessoa Lounge 01 Pessoa, Josephinum 02 Über den Tod.

2010 spielte er in Joshua Sobols Polydrama „Alma – A Show Biz ans Ende“ im Post- und Telegrafenamt in Wien den Maler Gustav Klimt (Regie: Paulus Manker). Er produzierte das Projekt Ganymed Boarding im Kunsthistorischen Museum Wien, wofür er gemeinsam mit Jacqueline Kornmüller 2011 den Kunstpreis der Bank Austria erhielt und mit dem Nestroypreis in der Kategorie Beste Off Produktion ausgezeichnet wurde. 2011 produzierte er das Projekt Die Reise – ein Projekt für 30 MigrantInnen von Jacqueline Kornmüller.

Produktionen 2009 Pessoa Lounge 01 Pessoa, Wien 2010 Josephinum 02 Über den Tod, Wien 2010 Ganymed Boarding, Kunsthistorisches Museum, Wien 2011 play ganymed Kunsthistorisches Museum, Wien 2011 „Die Reise – ein Projekt für 30 MigrantInnen von Jacqueline Kornmüller“ 2013–2014: Ganymed goes Europe, eine Koproduktion des Nationalmuseums Wrocław, des Museums der Schönen Künste Budapest, des Kunsthistorischen Museums Wien und wenn es soweit ist 2015: „Die Botschaft von Kambodscha“ von Zadie Smith, Jörgerbad Wien 2015: „Ganymed Dreaming“ Kunsthistorisches Museum, Wien 2016: Muzeum Marzen, Nationalmuseum, Breslau 2016: Im Herzen der Demokratie, Österreichisches Parlament, Wien

Repertoire Schweizerkas in Mutter Courage und ihre Kinder von Bertolt Brecht Moritz Stiefel in Frühlingserwachen von Frank Wedekind Ruprecht in Der zerbrochne Krug von Heinrich von Kleist Prinz Friedrich in Prinz Friedrich von Homburg von Heinrich von Kleist Woyzeck in Woyzeck von Georg Büchner Erich in Katzelmacher von Rainer Werner Fassbinder Graf von Strahl in Das Käthchen von Heilbronn von Heinrich von Kleist Galy Gay in Mann ist Mann von Bertolt Brecht Meroe und Psychiater in Leni Riefenstahl Eine Rolle in Ein Sportstück von Elfriede Jelinek Monolog Die Nacht kurz vor den Wäldern von Bernard Marie Koltès Orest in Elektra von Hugo von Hofmannsthal Don Juan in Don Juan kommt aus dem Krieg von Ödön von Horváth Leonhard in Maria Magdalena von Friedrich Hebbel Azdak und Sänger in Der kaukasische Kreidekreis von Bertolt Brecht

Filme 2001: Mondscheintarif. Kino, Regie: Ralf Hüttner 2003: Morgen früh ist die Nacht rum. SWR, Regie: Sebastian Grobler 2005: Zeppelin! Kino, Regie: Gordian Maugg 2006: Heinrich Heine Biografie. Arte, Regie: Gordian Maugg 2007: Elvis und der Kommissar. ARD-Serie, Regie: Ulrich Zrenner 2007: Soko Kitzbühel. ZDF-Serie, Regie: Fabian Eder 2008: Koražs Hochzeit. ZDF, Regie: Hermine Huntgeburth 2008: Unter Verdacht. ZDF, Regie: Achim von Borries 2008: Bella Block. ZDF-Reihe, Regie: Markus Imboden 2008: Hanna und die Bankräuber. BR Kino, Regie: Carolin Otterbach 2009: Tatort Köln Rabenherz. WDR/ARD, Regie: Thorsten C. Fischer 2009: Nah und fern. Filmakademie Wien, Regie: Jasmina Eleta 2009: Black Death. Kino, Regie: Christopher Smith 2012: Rommel SWR/ARD, Regie: Niki Stein 2017: Kommissarin Lucas – Familiengeheimnis. ZDF-Reihe, Regie: Ralf Huettner

Hörbücher (Auswahl) Jon Berkeley: Das gestohlene Lachen. GoyaLIT. ISBN 978-3-8337-1909-7. Peter Härtling: Das ausgestellte Kind. Mit Familie Mozart unterwegs. GoyaLIT. ISBN 3-8337-1865-X. Mira Lobe: Das Schlossgespenst. GoyaLIT. ISBN 978-3-8337-2139-7. Geraldine McCaughrean: Peter Pan und der rote Pirat. GoyaLIT. ISBN 978-3-8337-1832-8. Peter Schwindt: Gwydion. Merlins Vermächtnis. GoyaLIT. ISBN 978-3-8337-2049-9. Peter Schwindt: Gwydion. König Arturs Verrat. GoyaLIT. ISBN 978-3-8337-1951-6. Peter Schwindt: Gwydion. Die Macht des Grals. GoyaLIT. ISBN 978-3-8337-1796-3. Peter Schwindt: Gwydion. Der Weg nach Camelot. GoyaLIT. ISBN 978-3-8337-1659-1.

Hörspiele 2004: Annelies Tock: Blume im Wind (John) – Regie: Iris Drögekamp (Kinderhörspiel – SWR)

Auszeichnungen 2010: Kunstpreis der Bank Austria in der Sparte „Kunstvermittlung“ für Ganymed boarding 2011: Nestroypreis in der Kategorie „Beste Off Produktion“ für Ganymed boarding 2014: Kritikusok Dija für Ganymed goes Europe, Budapest 2015: Staatspreis für „Museum der Träume“

Weblinks

Website von Peter Wolf Agenturprofil bei der Agentur Anke Balzer, abgerufen am 23. Oktober 2020 Peter Wolf bei castupload.com

Einzelnachweise

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