Eichelsdorf ist der zweitgrößte Stadtteil von Nidda im hessischen Wetteraukreis.
Geographische Lage Der Ort liegt in der nördlichen Wetterau am südwestlichen Rand des Vogelsberges. Eichelsdorf liegt nördlich von Nidda am Zusammenfluss von Eichelbach und Nidda.
Geschichte mini|Evangelische Pfarrkirche Eichelsdorf
Ortsgeschichte Die urkundlich älteste Erwähnung von Eichelsdorf stammt aus dem Jahr 1187, als in Eigelesdorph eine Kirche erwähnt wurde.Karl Christian Eigenbrodt, Urkunden. in: AHG 2, Darmstadt 1841, S. 117–139, Nr. 32. In diesem Jahr vermachte Graf Berthold II. von Nidda der Niddaer Johanniterorden-Kommende mehrere Pfarreien, Ländereien und Einkünfte in insgesamt 26 Orten, darunter in Eichelsdorf. Aus diesen Schenkungen kann man auf den ungefähren Umfang der Grafschaft Nidda schließen. In der Schenkungsurkunde des Grafen an den Johanniterorden in NiddaS. grundlegend Dieter Wolf: Zur Entwicklungsgeschichte der ehemaligen Stadtpfarrkirche und Johanniterkomturei Nidda. In: Niddaer Geschichtsblätter 11 (2020). S. 63–217, besonders S. 79–87. werden u. a. die beiden Kirchen zu Eichelsdorf und der späteren Wüstung "Richolueshusen" als Filialen der Niddaer Mutterkirche genannt. Folgende Einkünfte wurden den Niddaer Johannitern überschrieben: In Eichelsdorf erhielten sie den Zins drei Hufen und zwei Gehöften, insgesamt acht Schilling. Außerdem zinste ein Hofgut zwanzig Denare.Dieter Wolf: Johanniterkomturei Nidda, S. 84 f. Nach dem Tode des Grafen Berthold II., der ohne männliche Erben verstarb, erbte sein Schwager Graf Rudolf II. von Ziegenhain die Grafschaft Nidda.K. E. Demandt: Die Herren von Büdingen und das Reich in staufischer Zeit, Bd. 5 (1955), S. 52.
1476 wurden für einen Feldzug des hessischen Landgrafen gegen die Stadt Volkmarsen Ausrüstung und Soldaten in Registern aufgestellt, darunter aus dem Gericht auf dem"Fogelsberg" 13 '"kuwe" (Kühe) und 14 "Hemel" (Hammel) aus den Orten Eichelsdorf, Eichelsachsen, Wingershausen und Eschenrod.Georg Landau: Zwei Rüstungsregister aus den Jahren 1474 und 1476. In: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde 1 (1837), S. 326-352, hier S. 334-352.
Die Kirche wurde 1656 durch einen Brand stark beschädigt.
Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Eichelsdorf:
Hessische Gebietsreform (1970–1977) Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde kraft Landesgesetz zum 1. August 1972 die die bis dahin selbständige Gemeinde Eichelsdorf in die Stadt Nidda eingegliedert. Für die ehemals eigenständigen Gemeinden sowie für die Kernstadt Nidda wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Eichelsdorf angehört(e):
Vor 1450: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Ziegenhain, Amt Nidda, Gericht Nidda 1450–1495: Erbstreit zwischen der Landgrafschaft Hessen und den Grafen von Hohenlohe ab 1450: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Nidda, Gericht Nidda ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Nidda, Gericht Nidda 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg) ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Amt Nidda, Gericht Nidda 1787: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Amt Nidda und Lißberg, Gericht Nidda ab 1806: Großherzogtum Hessen,Infolge der Rheinbundakte. Fürstentum Oberhessen, Amt und (seit 1803) Gericht Nidda ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Nidda ab 1821: Deutscher Bund, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk NiddaTrennung zwischen Justiz (Landgericht Nidda) und Verwaltung. ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Nidda ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda ab 1867: Norddeutscher Bund,Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs. Infolge des Deutschen Krieges wurde die Provinz Oberhessen dort zwangsweise Mitglied. Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda ab 1874: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Schotten ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Schotten ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis BüdingenIm Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Oberhessen aufgelöst. ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Wetteraukreis, Stadt NiddaAm 1. August 1972 wurde Eichelsdorf der Stadtgemeinde Nidda eingegliedert.
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Eichelsdorf 1251 Einwohner. Darunter waren 33 (2,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 186 Einwohner unter 18 Jahren, 480 waren zwischen 18 und 49, 318 zwischen 50 und 64 und 267 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 516 Haushalten. Davon waren 117 Singlehaushalte, 186 Paare ohne Kinder und 168 Paare mit Kindern, sowie 33 Alleinerziehende und 15 Wohngemeinschaften. In 117 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 330 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.
Einwohnerentwicklung • 1791: 463 Einwohner • 1800: 501 Einwohner • 1806: 531 Einwohner, 112 Häuser • 1829: 638 Einwohner, 112 Häuser • 1867: 716 Einwohner, 127 bewohnte Gebäude • 1875: 570 Einwohner, 107 bewohnte Gebäude
Historische Religionszugehörigkeit • 1829: 638 evangelische (= 100 %) Einwohner • 1961: 1047 evangelische (= 86,46 %) und 147 katholische (= 12,14 %) Einwohner
Politik Ortsvorsteher Ortsvorsteher ist Noah Finn Becker (Stand August 2026).
Ortswappen Blasonierung: „In Rot ein silberner Wellenbalken, oben zwei silberne achtstrahlige Sterne, unten drei goldene Buchenblätter (2:1).“
Kulturdenkmäler Siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Eichelsdorf
Wirtschaft und Infrastruktur Den öffentlichen Personennahverkehr stellt die Regionalverkehr Kurhessen GmbH sicher. Im Ort gibt es ein Bürgerhaus, einen Kinderspielplatz, zwei Sportplätze eine evangelische Kirche. einen REWE-Markt einen Kindergarten
Durch den Ort verläuft die Bundesstraße 455.
Persönlichkeiten August Müller (1853–1913), Naturalienhändler, Entomologe und Ornithologe
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise Die Zugehörigkeit des Amtes Nidda anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und
Literatur Oliver Lein: Eichelsdorf. Selbstverlag, Nidda 2017.
Weblinks
Stadtteil Eichelsdorf. In: Webauftritt der Stadt Nidda.
Kategorie:Ort im Wetteraukreis Kategorie:Geographie (Nidda) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Wetteraukreis) Kategorie:Ersterwähnung 1187 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972