Die Saison 2009 war die 13. Saison der Women’s National Basketball Association (WNBA). Die reguläre Saison begann am 6. Juni 2009 und endete am 13. September 2009. Drei Tage später starteten die Playoffs, die am 9. Oktober mit den Finals und dem Sieg der Phoenix Mercury endeten.
Regeländerung Für diese Saison wurde die maximale Anzahl von Spielerinnen pro Mannschaft von 13 auf 11 reduziert.
Draft Hauptartikel: WNBA Draft 2009
Vor dem WNBA Draft 2009 fand ein Dispersal Draft für die Spielerinnen der Houston Comets statt. Die Auswahlreihenfolge für den Draft 2009 wurde am 9. Dezember 2008 bei einer Lotterie festgelegt. Diese gewannen die Atlanta Dream vor den Washington Mystics.
Als ersten Pick zogen die Dream die US-amerikanische Angel McCoughtry. Danach wählte Washington auf dem zweiten Platz Marissa Coleman. Insgesamt sicherten sich die 13 Franchises die Rechte an 39 Spielerinnen. Den Hauptanteil mit 35 Spielerinnen stellten die Vereinigten Staaten.
Top-5-Picks Abkürzungen: Pos = Position, G = Guard, F = Forward, C = Center
Nr. Spielerin Nationalität Pos WNBA-Mannschaft College/Profi-Team 1. Angel McCoughtry F University of Louisville 2. Marissa Coleman F University of Maryland 3. Kristi Toliver G University of Maryland 4. Renee Montgomery G University of Connecticut 5. DeWanna Bonner G Auburn University
Vertragsabschlüsse, Transfers und Wechsel Spielerinnen Am 7. Januar 2009 verlängerten die San Antonio Silver Stars den Vertrag von ihrem Star-Forward Sophia Young um drei Jahre. Nur einen Tag später nahmen die Silver Stars Vickie Johnson für eine weitere Saison unter Vertrag. Am 18. Februar verschwand der erste große Name von der Free-Agent Liste als die Atlanta Dream Michelle Snow unter Vertrag nahmen. Bereits zwei Tage später verschwand die nächste bekannte Spielerin von der Lista als Yolanda Griffith für ein Jahr bei den Indiana Fever unterzeichnete. Nachdem die Los Angeles Sparks am 12. März All-Star Tina Thompson unter Vertrag nahmen, wurde bereits offensichtlich, dass die Sparks den Vertrag von Chamique Holdsclaw nicht verlängern werden. Am 26. März kam es zum größten Trade der Saison: die Sparks transferierten Temeka Johnson für einen Erstrunden-Draft-Pick beim WNBA Draft 2010 zu den Phoenix Mercury. Am 20. April nahmen die Dream Holdsclaw unter Vertrag. Auch an dem nächsten größeren Trade waren die Sparks beteiligt: am 5. Mai transferierten die New York Liberty ihren Erstrunden-Draft-Pick für Sidney Spencer zu den Sparks. Den Draft-Pick von den Liberty transferierten die Sparks gemeinsam mit Raffaella Masciadri zu den Minnesota Lynx für Noelle Quinn. Zwei Tage später machten sich die Lynx wieder bemerkbar und holten Free-Agent Roneeka Hodges nach Minnesota. Im Laufe der Saison sicherten auch die Seattle Storm ihre sportliche Zukunft ab und verlängerten die Verträge von ihren beiden Superstars Sue Bird (10. September) und Lauren Jackson (4. Mai).
Trainer und General Manager Am 23. Oktober 2008 wurde Angela Taylor zum neuen General Manager der Washington Mystics ernannt. Nachdem Taylor das Amt als General Manager annahm, gab sie bereits zwei Wochen später am 6. November 2008 mit Julie Plank die neue Cheftrainerin der Mystics bekannt. Am 20. November 2008 verlängerte Bill Laimbeer, General Manager und Cheftrainer der Detroit Shock um zwei weitere Jahre, jedoch legte er bereits am 15. Juli nach nur drei Spielen sein Amt nieder. Rick Mahorn übernahm seinen Posten als Cheftrainer und Cheryl Reeve den des General Manager. Beide waren in den vorherigen Jahren als Assistenztrainer unter Laimbeer tätig. Am 28. April kehrte Anne Donovan, die in der vorherigen Saison ihren laufenden Vertrag als Cheftrainerin der Seattle Storm beendete, als Assistenztrainer der New York Liberty zurück in die WNBA. Am 3. Juni 2009 gab Minnesota Lynx Cheftrainer Don Zierden seinen Posten an seine Assistenztrainerin Jennifer Gillom ab um in die Organisation der Washington Wizards zu wechseln. Nachdem die Sacramento Monarchs zehn ihrer ersten 13 Spiele verloren wurde Cheftrainerin Jenny Boucek am 12. Juli entlassen. Ihren Posten übernahm General Manager John Whisenant.
Besondere Vorkommnisse Houston Comets beenden Spielbetrieb Die Houston Comets gaben am 1. Dezember 2008 bekannt, dass sie ihren Spielbetrieb einstellen werden. Am 8. Dezember fand für die Spielerinnen der Comets ein Dispersal Draft statt. Als erstes wurde Sancho Lyttle von den Atlanta Dream ausgewählt, die Washington Mystics entschieden sich für Matee Ajavon und die Chicago Sky für Mistie Williams. 6 der 13 Mannschaften verzichteten auf diesen Draft und nahmen somit keine Spielerin von den Comets unter Vertrag.
Letzte Saison für Griffith, Leslie und Johnson Im Laufe der Preseason gaben Lisa Leslie, Yolanda Griffith und Vickie Johnson bekannt, dass diese Saison ihre letzte in der WNBA sei.
Am 5. Februar gab Lisa Leslie bekannt, dass diese Saison ihre letzte sein wird. Leslie gilt als eine der besten Spielerinnen, die je in der WNBA gespielt haben. Leslie wurde 2001, 2004 und 2006 zum MVP ernannt. Außerdem gewann sie 2001 und 2002 mit den Los Angeles Sparks die WNBA-Meisterschaft, dabei wurde sie beide Male zum Finals MVP ernannt.
Yolanda Griffith gab am 15. Mai bekannt, dass sie nach dieser Saison ihre Karriere beenden wird. Am 9. Juni zog sie sich gegen ihre ehemalige Mannschaft den Seattle Storm eine Achillessehnenruptur zu. Aufgrund dieser Verletzung musste sie diese Saison und ihre Karriere frühzeitig beenden. Griffith gewann mit den Sacramento Monarchs 2005 die Meisterschaft, dabei wurde sie außerdem zum Finals MVP ernannt.
Am 31. Mai gab Vickie Johnson bekannt, dass dies ihre letzte Saison sein wird. Johnson stand fünf Mal in den WNBA-Finals (vier Mal mit den New York Liberty, ein Mal mit den San Antonio Silver Stars), jedoch konnte sie niemals die Meisterschaft gewinnen. Johnson gehört neben Tamecka Dixon und Tina Thompson zu den einzigen Spielerinnen die an jeder WNBA-Saison bis jetzt teilnahmen.
Werbung in der WNBA Am 1. Juni 2009 gaben Donna Orender und David Stern bekannt, dass die Phoenix Mercury einen mehrjährigen Sponsorvertrag mit LifeLock abgeschlossen haben. Damit befindet sich erstmals ein Sponsor auf einem Trikot und dem Basketballfeld einer WNBA-Mannschaft. Das Logo ersetzt dabei den Platz des Team-Logos, welches sich jetzt neben dem Logo des Ausrüsters befindet und auch ungefähr dessen Größe besitzt. Dies blieb aber nicht der einzige derartige Deal in der WNBA. Auch die Los Angeles Sparks schlugen diesen Weg ein und gaben am 5. Juni bekannt, dass sich ab dieser Saison mit Farmers Insurance ein Sponsor auf deren Trikots und dem Basketballfeld befinden wird.
Reguläre Saison Modus Die 13 WNBA-Mannschaften sind in zwei Conferences aufgeteilt, wobei die Eastern Conference sieben Mannschaften und die Western Conference sechs Mannschaften umfasst. Insgesamt bestreitet jede Mannschaft im Verlauf der regulären Saison 34 Saison-Spiele. Davon bestreitet jede Mannschaft die Hälfte der Spiele zu Hause bzw. Auswärts. Innerhalb der Western Conference spielen die Mannschaften insgesamt vier Mal gegeneinander. Außerdem spielt jede Mannschaft noch zwei weitere Spiele gegen jede Mannschaft aus der Eastern Conference. In der Eastern Conference ist die Situation auf Grund der Mannschaftszahl etwas umfangreicher. Innerhalb der Eastern Conference spielt eine Mannschaft gegen zwei Mannschaften drei Mal und gegen die restlichen vier Mannschaften insgesamt vier Mal. Des Weiteren spielt jede Mannschaft aus der Eastern Conference zwei Spiele gegen alle sechs Mannschaften aus der Western Conference. Der Spielmodus in der Eastern Conference kann jedoch dazu führen, dass manche Mannschaften benachteiligt werden.
All-Star Game 2009 Hauptartikel: All-Star Game 2009
Das 9. All-Star Game der WNBA wurde am 25. Juli 2009 in der Mohegan Sun Arena in Montville, Connecticut ausgetragen. Die Ligaführung vergab am 3. Februar das Spiel an die Connecticut Sun, die bereits 2005 Gastgeber waren. Wie in den vergangenen Jahren trat dabei eine Auswahl der besten Spieler der Eastern Conference gegen eine Mannschaft der Western Conference an.
Abschlusstabellen Erläuterungen: = Playoff-Qualifikation, = Conference-Sieger
Playoffs Modus Nachdem sich aus jeder Conference die vier Mannschaften qualifiziert haben, starten die im K.-o.-System ausgetragenen Playoffs. Jede Conference spielt in der Folge in den Conference Semifinals (dt. Conference Halbfinale) und im Conference Final (dt. Conference-Finale) ihren Sieger aus, der dann in den Finals antritt. Dabei trifft die auf der Setzliste am höchsten befindliche Mannschaft immer auf die niedrigst gesetzte. Die Serien innerhalb der Conference werden im Best-of-Three-Modus ausgespielt, das heißt, dass ein Team zwei Siege zum Erreichen der nächsten Runde benötigt. Das Finale wird im Best-of-Five-Modus ausgetragen. Die Mannschaft mit der besseren Bilanz hat dabei in allen Duellen immer den Heimvorteil. Bei Spielen, die nach der regulären Spielzeit von 40 Minuten unentschieden bleiben, folgt die Overtime. Die Viertel dauern weiterhin zehn Minuten und es wird so lange gespielt bis eine Mannschaft nach Ende einer Overtime mehr Punkte als die gegnerische Mannschaft erzielt hat.
Playoff-Baum
Conference Semifinals (Runde 1) Eastern Conference Indiana Fever (1) – Washington Mystics (4) Datum Auswärtsteam Heimteam Bem. 17. September Indiana 88 79 Washington 19. September Washington 74 81 Indiana OT Indiana gewinnt die Serie mit 2:0. Die Indiana Fever beendeten die Saison relativ deutlich vor den Mystics, die bis zur letzten Runde um den Einzug in die Playoffs zittern mussten. Aber Verletzungspech setzte beiden Mannschaften zu. Zwar haben die Fever den größten Teil ihrer letzten zehn Spiele verloren, doch auch die Mystics konnten nicht richtig überzeugen.
Das erste Spiel war über weite Strecken ausgeglichen, keine der beiden Mannschaften konnte sich richtig absetzen. Die Mystics konnten ihre Vier-Punkte-Führung aus dem ersten Viertel über die ersten drei Viertel erfolgreich verteidigen. Die Mystics agierte im Kollektiv sehr stark, während die Fever auf ihre bewerten Stars Tamika Catchings (12 Rebounds und 26 Punkte) und Katie Douglas vertrauten. Die Fever starteten äußerst aggressiv in das letzte Viertel und erzielten dabei die ersten neuen Punkte. Von diesem Schock erholten sich die Mystics nicht mehr wirklich und verloren schlussendlich das erste Spiel 79:88.
Die Fever angeführt von einer überragenden Tamika Catchings hatten im zweiten Spiel den klar besseren Start. Doch auch die Mystics fanden noch im Laufe des ersten Viertels ins Spiel. Im zweiten Viertel konnten sich die Mystics erstmals absetzen, als Alana Beard sieben Punkte kurz vor Ende des zweiten Viertel erzielte. Im dritten Viertel konnten die Mystics den Vorsprung teilweise auf neun Punkte ausbauen, doch die Fever kämpften sich immer wieder etwas näher heran. Nach 30 Minuten führten die Mystics noch mit 55:49. Im letzten Viertel blieben die Mystics fünf Minuten lang ohne Punkteerfolg, dadurch konnten die Fever das Spiel wieder spannend machen. Nichtsdestotrotz setzten sich die Mystics noch einmal ab und gingen durch einen erfolgreichen Freiwurf von Beard 39 Sekunden vor Ende des Spiels mit vier Punkten in Führung. Trotzdem stand es nach 40 Minuten aufgrund eines erfolgreichen Korblegers von Tammy Sutton-Brown und zwei verwandelten Freiwürfen durch Catchings 69:69. Auch in der Overtime stand es kurz vor Ende unentschieden, doch dann verließ die Mystics das Glück und trafen in den entscheidenden Phase keinen einzigen Wurf mehr. Somit konnte sich die Fever schließlich mit 81:74 erfolgreich durchsetzen. Herausragendste Spielerin war wieder Catchings die 24 Punkte, 16 Rebounds, 5 Assists, 4 Steals und 4 Blocks erzielte.
Atlanta Dream (2) – Detroit Shock (3) Datum Auswärtsteam Heimteam Bem. 16. September Atlanta 89 94 Detroit 18. September Detroit 94 79 Atlanta Detroit gewinnt die Serie mit 2:0.