Der Nahverkehr in Hamm bzw. der dortige Öffentliche Personennahverkehr besteht in Hamm aktuell aus Buslinien verschiedener Betreiber und dem Schienenpersonennahverkehr der Deutschen Bahn. Historisch bedeutsam ist die Straßenbahn Hamm, die bis in die beginnenden 1960er Jahre die Mobilität der Hammer Bürger Bürger garantiert hat.
Unternehmen Der Schienenpersonennahverkehr in Hamm wurde bis 2008 ausschließlich von der DB Regio NRW durchgeführt. Seit Dezember 2008 betreibt die Eurobahn zwei Regionalbahn-Linien, seit Dezember 2009 betreibt sie außerdem zwei Regionalexpress-Linien. Im Bereich des Omnibusverkehrs spielen die Stadtwerke Hamm eine herausragende Rolle, sie haben aber keineswegs eine Monopolstellung inne. Es gibt eine Reihe weiterer Unternehmen, die Buslinien betreiben und dadurch die Verkehrsinfrastruktur der Stadt verbessern.
Folgende Unternehmen betreiben den Nahverkehr in Hamm: DB Regio NRW mit Sitz in Düsseldorf eurobahn, eine Marke für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) der Keolis S.A. mit Sitz in Hamm. Die Eurobahn hat die Ausschreibung des „Hellwegnetzes“ gewonnen und bedient seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2008 im Raum Hamm die „Ems-Börde-Bahn“ (RB 89 Münster–Hamm–Paderborn und RB 69 Münster–Hamm–Bielefeld). Im März 2007 gewann sie die Ausschreibung des „Maas-Rhein-Lippe-Netzes“. Damit betreibt sie seit Dezember 2009 für 16 Jahre auch die Linien RE 3 (Düsseldorf–Oberhausen–Dortmund–Hamm) und RE 13 (Venlo–Mönchengladbach–Düsseldorf–Hagen–Hamm) übernehmen.
Stadtwerke Hamm. Sie sind der wichtigste Anbieter für den öffentlichen Personennahverkehr in Hamm. Bis 1961 betrieben die Stadtwerke das Straßenbahnnetz in Hamm, heute sind sie ein reiner Omnibusbetrieb.
Verkehrsgesellschaft Kreis Unna mbH (VKU), ein Verkehrsunternehmen der WVG-Gruppe im Kreis Unna.Verkehrsgesellschaft Kreis Unna Gesellschafter sind der Kreis Unna, die Westfälische Verkehrsgesellschaft mbH (WVG), die Städte Lünen, Unna, Kamen, Bergkamen, Selm und Werne sowie die Gemeinden Bönen und Holzwickede. Die VKU betreibt u. a. die Schnellbuslinien S 10 Lünen – Hamm und S 30 Dortmund Hbf. – Herringen sowie die Regiobus-Linie R 14 Werne – Hamm.
Verkehrsgesellschaft Breitenbach (VGB), ein Verkehrsbetrieb in Hamm.Verkehrsgesellschaft Breitenbach Breitenbach betreibt die Linien 28 und 30/31 sowie die überwiegend für Schüler verkehrende Linie 29. Darüber hinaus ist die Verkehrsgesellschaft in Hamm als Subunternehmer für die Stadtwerke Hamm sowie auch außerhalb des Stadtgebietes u. a. für die Verkehrsgesellschaft Kreis Unna und die Dortmunder DSW21 tätig.
Regionalverkehr Ruhr-Lippe GmbH (RLG), wie die VKU ein Teil der WVG-Gruppe und damit ein Unternehmen der öffentlichen Hand, das in Westfalen Personen- und Güter befördert. Sie betreibt in Hamm die Linie R41.Regionalverkehr Ruhr-Lippe
DB Bahn WestfalenBus GmbH (WB), ein Busunternehmen mit Sitz in Münster. Sie betreibt in Hamm die Linie R37.
Regionalverkehr Münsterland (RVM), das dritte in Hamm vertretene Unternehmen der WVG-Gruppe. Er betreibt in Hamm die Buslinie 353.
Geschichte Bahn und Straßenbahn Im Jahre 1847 wurde Hamm an die Stammstrecke der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft angeschlossen. Ein Jahr später wurde auch die Bahnstrecke Münster–Hamm eröffnet. Im Jahre 1850 folgte die Bahnstrecke Hamm–Warburg (zunächst: Hamm-Paderborn). Der Bahnhof Hamm (Westfalen) wurde auf diese Weise zum Eisenbahnknoten.
Am 19. Oktober 1898 wurde nach einer Probefahrt am 1. Oktober die erste meterspurige Straßenbahnlinie in Hamm durch die Elektrizitäts AG eröffnet. Die rund 5,25 Kilometer lange Strecke führte von Kronenburg durch die Stadtmitte nach Vorsterhausen. Der fahrplanmäßige Dienst konnte am folgenden Tag aufgenommen werden. Am 15. Mai 1901 wurde von der Stadtmitte aus ein weiterer, 2,5 Kilometer langer Streckenabschnitt in den Süden der Stadt in Betrieb genommen. 1903 übernahm die Firma Siemens-Schuckert den Betrieb und übergab diesen 1907 der Stadt. Am 10. Oktober 1910 konnte die Strecke vom Westenschützenhof nach Wiescherhöfen mit rund 3,26 Kilometern Länge eröffnet werden. Am 16. September 1913 wurde ein vom übrigen Netz getrenntes Teilstück von der Nordstraße bis zur Heessener Straße in Betrieb genommen. Diese Strecke wurde am 4. August 1917 bis in die Norder Vorstadt verlängert. Da sie die Staatsbahn an der Heessener Straße nicht queren durfte, war sie bis zur Höherlegung der Eisenbahnstrecke 1921 zweigeteilt.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Personenbeförderung aufgrund der Inflation zwischen 1923 und 1925 eingestellt. In den Jahren 1924 und 1925 beförderte die Bahn von der Zeche De Wendel in Pelkum Haldenmaterial zum heutigen Otto-Krafft-Platz, wo ein ehemaliges Überschwemmungsgebiet der 1913 verlegten Ahse aufgefüllt wurde.
1925 nahm man dann mit vier Linien die Personenbeförderung auf. 1926 wurde eine Verlängerung von Radbod nach Bockum in Betrieb genommen. Im Juni 1928 erreichte die Straßenbahn Pelkum und im Mai 1931 wurde Herringen an das Netz angeschlossen.
Durch den Zweiten Weltkrieg erlitt die Bahn etliche Schäden, so dass der Betrieb am 29. November 1944 eingestellt werden musste. Die Linie 4 nach Bockum wurde am 2. Januar 1954 eingestellt, da nach der Sprengung der Lippebrücke gegen Kriegsende die Bahn keinen Anschluss mehr an (das?) übrige Netz(e?) hatte und zu einem Inselbetrieb geworden war. Zu einer geplanten Umstellung auf einen Omnibusbetrieb kam es nie.
Da nicht damit gerechnet wurde, dass die bis 1957 laufende Konzession verlängert werden würde, wurden in den Jahren nach 1950 und aufgrund der Massenmotorisierung so gut wie keine Investitionen vorgenommen. Nach und nach wurden die Vorortlinien eingestellt. Am 16. Februar 1961 beschloss die Stadt, die Konzession der Bahn nur noch für den Auslaufbetrieb zu verlängern. So wurde am 2. April 1961 die letzte Strecke stillgelegt. Seither sind die Stadtwerke ein reiner Omnibusbetrieb.
Es bestehen jedoch Überlegungen zur Wiedereinführung im Zuge der Straßenbahn-Renaissance.Jörn Funke: SPD lässt Stadtbahn-Pläne aufleben - Ziel: Maxipark, 2. Februar 2018.Jörn Funke: Im Zehn-Minuten-Takt durch Hamm: Stadt will ab 2023 „Metrobusse“ - Stadtbahn ein Thema? - Berichte auf wa.de (Westfälischer Anzeiger), abgerufen am 12. Dezember 2021.
Omnibusverkehr Auf der Strecke Markt–Süden wurden ab März 1947 Omnibusse eingesetzt. Da die Lippe-Brücke noch in den letzten Kriegstagen gesprengt worden war, musste die Linie 4 weiterhin teilweise mit Omnibussen befahren werden.
Während des Wiederaufbaus kamen verschiedene Omnibuslinien neu hinzu; weitere Linien übernahmen die Stadtwerke aus privater Hand. Im Einzelnen handelte es sich um folgende Strecken:
Linie 5 (Hamm-Bahnhof – Hafen) ab 1. Februar 1950 Linie 6 (Hamm-Osten – Werries-Süd) ab 1. April 1950 durch den Verkehrsbetrieb. Diese Linie wurde seit 1932 an einen privaten Unternehmer verpachtet. Linie 7 (Berge – Herringen) ab 1. Dezember 1950 Linie 9 (Hamm-Bahnhof über Hövel – Bockum) ab 1. Juli 1951, Schnellbuslinie mit gestrichenem Liniensignal (roter Schrägstrich)100 Jahre Stadtwerke Hamm/Westf. 1858–1958. Hamm 1958. S. 73 Linie 8 (Hamm-Bahnhof – Caldenhofer Weg) ab 1. Dezember 1956
Die Straßenbahnlinie 4 nach Bockum wurde am 2. Januar 1954 endgültig eingestellt, da nach der Sprengung der Lippebrücke gegen Kriegsende die Bahn keinen Anschluss mehr an das übrige Netz hatte und zu einem Inselbetrieb geworden war. Zu einer geplanten Umstellung auf einen Oberleitungsbusbetrieb kam es nie. Die ehemalige Straßenbahnlinie wurde komplett auf Omnibusverkehr umgestellt.
In der Verwaltung wurde nicht damit gerechnet, dass die bis 1957 laufende Konzession der Straßenbahnen verlängert werden würde. Daher wurden in den Jahren nach 1950 so gut wie keine Investitionen in das Schienennetz vorgenommen. Nach und nach wurden die Vorortlinien eingestellt. Am 1. März 1957 lief die Konzession für sämtliche Straßenbahnlinien ab - sie war 1907 für fünfzig Jahre erteilt worden. Eine weitere Genehmigung für die nach Pelkum führende Straßenbahnlinie 3 konnte nicht mehr erreicht werden. Die Linie musste daher seit dem 1. April 1957 im Teilstück Lippmann – Pelkum mit Omnibussen befahren werden. Seit dem 1. Juni 1958 wurde die Linie 2 Hamm-Bahnhof – Hamm Süden auf Omnibusse umgestellt. Gleichzeitig wurden die Linien 2 und 4 zu einer Durchmesserlinie zusammengefasst.
Aufgrund des stark zunehmenden Autoverkehrs in der Innenstadt und wegen der engen Straßenverhältnisse, nicht zuletzt aber auch aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen, beschloss der Rat der Stadt am 16. Februar 1961, den Straßenbahnbetrieb ab 1. April 1961 ganz auf Omnibusbetrieb umzustellen und die Konzession der Bahn nur noch für den Auslaufbetrieb zu verlängern. Zum damaligen Zeitpunkt hätte der überwiegende Teil des Schienennetzes erneuert werden müssen; dies traf auch für den Fahrzeugpark zu. Die Investitionen wären beträchtlich gewesen. Es fiel den Hammer Bürger nicht leicht, den Straßenbahnbetrieb einzustellen. Auch in der Politik wurden hitzige Debatten im Rat und in den Ausschüssen geführt. Gutachter prüften die Wirtschaftlichkeit beider Systeme und nahmen die örtlichen Verhältnisse genau unter die Lupe. Letztlich waren es die Entscheidungsbeihilfen, die zur Einstellung des Straßenbahnbetriebes führten. Viele Bürger waren dabei, als am 2. April 1961 die letzte Strecke stillgelegt wurde und der letzte Straßenbahnwagen vom Osten durch die Innenstadt in das Depot einfuhr. Der WDR nahm diese letzte Fahrt zum Anlass, darüber im Fernsehen zu berichten.
Seither sind die Stadtwerke Hamm im Hinblick auf den Öffentlichen Personennahverkehr ein reiner Omnibusbetrieb. Statt der Straßenbahnwagen verkehrten auf der Hauptlinie 1/3 nur Omnibusse mit Schaffnern. Die Umstellung erfolgte reibungslos, es brauchte aber seine Zeit, bis sich die Fahrgäste an das neue Transportmittel gewöhnt hatten. Im Laufe der nachfolgenden Jahre kamen – den Verkehrsbedürfnissen entsprechend – weitere Omnibuslinien hinzu. Dazu gehörten die Linie 6 von Hamm-Bahnhof nach Werries-Süd, die Linie 10 von Westtünnen zum Westberger Weg, die Linie 13 von Pelkum über Herringen nach Bockum-Hövel, die Linie 14 von Hamm-Bahnhof nach Bockum/Janssenstraße, die Linie 17 von Akazienallee nach Nordherringen sowie die Linie 20 von Hamm-Bahnhof nach Ostwennemar. Andere Strecken wurden, also etwa die Linie 3 von der Haltestelle Ostapotheke nach Werries sowie die Linie 8 von Hamm-Bahnhof nach Lohauserholz.
Im Rahmen der kommunalen Neuordnung von 1975 konnte nach langen, zähen Verhandlungen mit der damaligen Kreisverkehrsgesellschaft Beckum erreicht werden, dass Heessen nun auch, zumindest teilweise, durch den Verkehrsbetrieb mitbedient wurde. Die Linien 21 und 22 von Hamm-Bahnhof über den Hardinghauser Knapp nach Heessen/Denkmal bzw. Heessen/Neue Heimat wurden übernommen, ebenso etliche Berufsverkehrs- und Schülerlinien. In der Folgezeit wurden diese Linien mehrfach geändert und verdichtet.