Nieder-Mockstadt ist ein Stadtteil von Florstadt im hessischen Wetteraukreis.
Geografische Lage Durch das Dorf führen die Bundesstraße 275 und die Landesstraße 3190. Westlich des Ortes verläuft die Bundesautobahn 45, die Teil der Europastraße 41 ist.
Geschichte Ortsgeschichte Vom 20. März 930 stammt die älteste bekannte urkundlich Erwähnung des Ortes als „inferiore Muggunstat/Muggistat“.Ernst Friedrich Johann Dronke, Traditiones et Antiquitates Fuldensis (TAF). Fulda 1844, S. 313 f, Nr. 677. Im 12. Jahrhundert wurde eine Pfarrei gegründet. Dieser wurde später ein Kollegiatstift angegliedert. Dort wurden Laienpriester ausgebildet. Das Stift Mockenstadt wurde im 16. Jahrhundert nach Frankfurt am Main verlegt. Im Jahre 1706 wurde der Ort Amtssitz. Er wurde von einem Amtmann verwaltet, der in den Dörfern des Amtes je einen Schultheiß einsetzte. Das Amt Mockenstadt bestand bis 1822.
Während des Novemberpogroms 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge zerstört; das Gebäude wurde von der Kommune erworben und diente als Feuerwehrgerätehaus. Der letzte jüdische Einwohner wurde Ende 1942 nach Theresienstadt deportiert. 2016 wurden vom Künstler Gunter Demnig Stolpersteine zur Erinnerung an die Opfer verlegt.
Im Jahre 1971 wurde eine Kirche errichtet. Zum 1. August 1972 wurde Nieder-Mockstadt im Zuge der Gebietsreform in Hessen kraft Landesgesetz in die Gemeinde Florstadt eingemeindet. Für Nieder-MockstadtStaden wurde ein Ortsbezirk errichtet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Nieder-Mockstadt angehört(e):
vor 1806: Heiliges Römisches Reich, Ysenburg-Büdingen, Amt Mockstadt ab 1806: Fürstentum Isenburg (Rheinbund),Infolge der Rheinbundakte. Amt Mockstadt ab 1813: Generalgouvernement Frankfurt,Infolge der Befreiungskriege. Amt Mockstadt ab 1815: Kaisertum Österreich,Mediatisierung infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses. Amt Mockstadt ab 1816: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande),Durch Staatsvertrag mit Österreich und dem Königreich Preußen sowie Einigung mit Kurhessen. Provinz Oberhessen, Amt Mockstadt (zur Standesherrschaft Isenburg gehörig) ab 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk BüdingenTrennung zwischen Justiz (Landgericht Büdingen) und Verwaltung. ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Nidda ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen ab 1867: Norddeutscher Bund,Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs. Infolge des Deutschen Krieges wurde die Provinz Oberhessen dort zwangsweise Mitglied. Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen ab 1918: Deutsches Reich,Infolge des Ersten Weltkriegs entsteht die Weimarer Republik. Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis BüdingenIm Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Oberhessen aufgelöst. ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Wetteraukreis, Gemeinde FlorstadtAm 1. August 1972 als Ortsteil zur Gemeinde Florstadt. ab 2007; Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Wetteraukreis, Stadt Florstadt
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Nieder-Mockstadt 1503 Einwohner. Darunter waren 39 (2,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 270 Einwohner unter 18 Jahren, 693 zwischen 18 und 49, 318 zwischen 50 und 64 und 222 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 666 Haushalten. Davon waren 192 Singlehaushalte, 216 Paare ohne Kinder und 180 Paare mit Kindern, sowie 69 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 102 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 510 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung
Historische Religionszugehörigkeit • 1961: 760 evangelische (79,64 %), 96 katholische (11,05 %) Einwohner
Politik Für Nieder-Mockstadt besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Nieder-Mockstadt) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung 48,45 %. Dabei wurden gewählt: ein Mitglied der CDU, zwei Mitglieder der SPD und vier Mitglieder des Bündnis 90/Die Grünen. Der Ortsbeirat wählte Stephan Mickel (Grüne) zum Ortsvorsteher.
Infrastruktur Verkehr Nieder-Mockstadt liegt an der Bundesstraße 275 und der Landesstraße 3190. Über die B 275 ist die nächste Anschlussstelle der Bundesautobahn 45 rund einen Kilometer entfernt.
Den öffentlichen Personennahverkehr mit Bussen stellt die Verkehrsgesellschaft Oberhessen GmbH im Rahmen des Rhein-Main-Verkehrsverbundes sicher.
Öffentliche Einrichtungen Bürgerhaus Nieder-Mockstadt Freiwillige Feuerwehr Nieder-Mockstadt Sportplatz Nieder-Mockstadt
Kulturdenkmäler Siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Nieder-Mockstadt
Persönlichkeiten Gustav Hoffmann (* 4. Januar 1806 in Nieder-Mockstadt; † 6. Dezember 1872 in Dieburg), Förster und Politiker
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise In: Webauftritt der Stadt Florstadt, abgerufen im August 2016.
Literatur
Weblinks Chronik der Stadtteile: Nieder-Mockstadt im Internetauftritt der Stadt Florstadt
Kategorie:Ort im Wetteraukreis Kategorie:Geographie (Florstadt) Niedermockstadt Kategorie:Ersterwähnung 930 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972