Erwin Stranka (* 3. Januar 1935 in Kaaden, Tschechoslowakei; † 14. April 2014 in Potsdam) war ein deutscher Filmregisseur und Drehbuchautor. Zu beinahe allen seiner Filme verfasste er auch das Drehbuch.
Leben Stranka wurde als Sohn eines Bergmannes und Handschuhmachers geboren. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Familie nach Halle ausgesiedelt. Stranka wirkte als Statist am Theater des Friedens mit und begann ein Studium als Lehrer. Später ging er jedoch an die Theaterhochschule in Leipzig und absolvierte schließlich von 1953 bis 1959 ein Regie-Studium an der Filmfakultät der Akademie der musischen Künste in Prag.
Der Film Der General entstand 1959 als Abschlussfilm seines Studiums. Seine Filmkarriere begann Stranka als Assistent, 1962 inszenierte er seinen ersten eigenen Film mit dem Titel Josef und alle seine Brüder, der zugleich seine erste und einzige Fernsehproduktion darstellt. Ein Jahr später folgte sein erster Kinofilm. Verliebt und vorbestraft wurde, nachdem er zunächst genehmigt worden war, nach ideologischen Einwänden u. a. von Hans Rodenberg, dem damaligen stellvertretenden Kulturminister, stark gekürzt. Nachdem auch seine Folgeprojekte nicht genehmigt wurden, kündigte Stranka bei der DEFA und arbeitete als Dreher im Lokomotivbau Karl Marx Potsdam-Babelsberg. Erst 1971 folgte er dem Ruf, zur DEFA zurückzukehren.Bier am Bau, Berliner Zeitung vom 22. Oktober 2019, S. 19 Ab 1974 inszenierte er Kinder- und Märchenfilme und beschäftigte sich statt wie bisher mit der Historie nun mit der Gegenwart.
Im Jahr 1974 wurde Stranka mit dem Heinrich-Greif-Preis II. Klasse für den Film Susanne und der Zauberring ausgezeichnet. Zudem erhielt er für Zum Beispiel Josef den Kunstpreis des FDGB. Im Jahr 1980 erhielt er den Publikumspreis „Großer Steiger“ beim Nationalen Spielfilmfestival in Karl-Marx-Stadt für seinen Film Sabine Wulff.
Nach einem Schlaganfall im Jahre 1990 zog sich Stranka aus dem Filmgeschäft zurück. Er war verheiratet und Vater zweier Kinder. Sein Bruder Walter Stranka war Lyriker und Schriftsteller. Der Film Die Stunde der Töchter basiert auf einem Buch seines Bruders.
Filmografie 1959: Der General (Generál) – Kurzfilm 1962: Josef und alle seine Brüder (Fernsehfilm) 1963: Verliebt und vorbestraft 1971: Husaren in Berlin 1972: Die gestohlene Schlacht 1973: Susanne und der Zauberring 1974: Zum Beispiel Josef 1976: Die Moral der Banditen 1977: Der kleine Zauberer und die große Fünf 1978: Sabine Wulff 1979: Addio, piccola mia (Darsteller) 1981: Die Stunde der Töchter 1983: Automärchen 1985: Der Haifischfütterer 1987: Liane 1989: Zwei schräge Vögel
Auszeichnungen 1975: Kunstpreis des FDGB 1988: Theodor-Fontane-Preis des Bezirks Potsdam für Regie und Drehbuch in dem Film Liane
Literatur Ulrike Odenwald: Erwin Stranka. In: Familienalbum derer, die im DEFA-Studio für Spielfilme Filme für Kinder gemacht haben. Trafo Verlagsgruppe, Berlin: 2010, ISBN 978-3-89626-588-3, S. 296–304.
Weblinks
Erwin Stranka Biografie bei der DEFA-Stiftung F.-B. Habel: Die Geduld des Revolutionärs. Nachruf auf Erwin Stranka. In: junge Welt vom 2. Mai 2014
Einzelnachweise
Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Kadaň Kategorie:Tschechoslowake Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1935 Kategorie:Gestorben 2014 Kategorie:Mann