Gutzberg (fränkisch: Guds-beachW. Wiessner: Stadt- und Landkreis Fürth, S. 48. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: gudsbeʳch.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Stein im Landkreis Fürth (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Gutzberg hat eine Fläche von 7,869 km². Sie ist in 983 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8004,83 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Loch, Unterbüchlein, Oberbüchlein und Sichersdorf.
Geographie Das Dorf liegt etwas südlich vom Grundbach, einem linken Zufluss der Rednitz. Nordöstlich des Ortes befindet sich der Rötenbuck, im Osten die Straßäcker, 0,5 km südöstlich das Waldgebiet Brackerslohe, 0,5 km südlich die Bodenäcker und 0,5 km südwestlich das Auholz. Die Bundesstraße 14 verläuft nach Großweismannsdorf (2,7 km südwestlich) bzw. nach Stein (4 km nordöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Unterbüchlein (1,2 km westlich), nach Oberweihersbuch (1,8 km nordöstlich) und die B 14 kreuzend nach Eckershof (1,4 km östlich).
Geschichte Der Ort wurde im Würzburger Lehenbuch von 1303 als „Volkolzdorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Erst ab 1504 wurde der Ort auch „Gutzperg“ genannt.Gutzberg auf der Website stadt-stein.de In beiden Fällen ist ein Personenname Bestimmungswort des Ortsnamens (Volkolt, Gutz).W. Wiessner: Stadt- und Landkreis Fürth, S. 48. Dort Erstnennung 1358.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Gutzberg neun Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Richteramt Roßtal aus. Grundherren waren das bambergische Amt Herzogenaurach (1 Hof), die Reichsstadt Nürnberg: Landesalmosenamt (1 Hof), St.-Klara-Klosteramt (1 Hof), die Deutschordenskommende Nürnberg (1 Hof) und Nürnberger Eigenherren: von Ebner (1 Hof, Wirtshaus), von Scheurl (1 Hof), von Tucher (2 Halbhöfe). Die Dorf- und Gemeindeherrschaft wurde abwechselnd von den Grundherren wahrgenommen.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 123.
Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg. 1806 kam Gutzberg an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Gutzberg 1808 dem Steuerdistrikt Großweismannsdorf zugeordnet. Im selben Jahr entstand die Ruralgemeinde Gutzberg, zu der Loch, Unterbüchlein, Oberbüchlein und Sichersdorf gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Cadolzburg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Cadolzburg (1919 in Finanzamt Cadolzburg umbenannt). Zwei Anwesen unterstanden in der freiwilligen Gerichtsbarkeit bis 1812 und von 1823 bis 1835 dem Patrimonialgericht Lohe, zwei Anwesen von 1821 bis 1848 dem Patrimonialgericht Defersdorf.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 229. Ab 1862 gehörte Gutzberg zum Bezirksamt Fürth (1939 in Landkreis Fürth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Cadolzburg (1879 ins Amtsgericht Cadolzburg umgewandelt). Seit dem 1. März 1931 wird sie vom Amtsgericht Fürth wahrgenommen. Die Finanzverwaltung wurde am 1. Januar 1929 vom Finanzamt Fürth übernommen. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 7,866 km².
Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde Gutzberg am 1. Juli 1972 nach Stein eingemeindet. Dabei behielt Gutzberg seine von den Bürgern gewünschte Zugehörigkeit zum Landkreis Fürth, weil die aufnehmende Gemeinde Stein gleichzeitig vom Landkreis Nürnberg in den Landkreis Fürth überging.
Baudenkmäler In Gutzberg gibt es sieben Baudenkmäler: Gutzberger Dorfstraße 10: Wohnstallhaus mit Scheune und Altsitz Gutzberger Dorfstraße 24: Wohnstallhaus mit Scheune Gutzberger Dorfstraße 27: brandenburgisches Wirtshaus mit angebautem Wohn- und Wirtschaftsgebäude Gutzberger Dorfstraße 28: Schwarzwälder Haus, Wohnstallhaus, Scheune und Schuppen Gutzberger Dorfstraße 37: ehemaliges Wohnstallhaus Gutzberger Dorfstraße 40: Wohnstallhaus Gutzberger Dorfstraße 42: Bauernhaus
Einwohnerentwicklung Gemeinde Gutzberg Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 164 309 302 307 290 287 299 312 296 288 291 278 253 272 288 276 288 322 280 488 458 446 432 445HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 41 43 49 50 50 46 52 59 84 Quelle Für die Gemeinde Gutzberg zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Loch (S. 55), Oberbüchlein (S. 65), Sichersdorf (S. 86) und Unterbüchlein (S. 93). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 308 Einwohner.
Ort Gutzberg Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 46 105 97 109 109 92 115 199 161 167 174 158Häuser 14 14 17 15 20 25 32 52 Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Laurentius (Roßtal) gepfarrt; seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist die Pfarrei St. Jakobus (Oberweihersbuch) zuständig. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach St. Walburga (Eibach) gepfarrt; jetzt ist die Pfarrei St. Albertus Magnus (Stein) zuständig.
Freizeit In Gutzberg ist rund um Ostern das Ei die Attraktion im Dorf. Auf acht Stationen und an einem Osterbrunnen können bemalte Hühnereier bewundert werden. Die Eier zieren Märchenmotive, Sehenswürdigkeiten, Pflanzen und auch Bier-Logos.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Fürth Kategorie:Ortsteil von Stein (Mittelfranken) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Fürth) Kategorie:Ersterwähnung 1303 Kategorie:Gemeindegründung 1808 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Fürth