mini|hochkant|Flagge Burkina Fasos Fußball ist in Burkina Faso, dem ehemaligen Obervolta, NationalsportJournal du Jeudi, 21. Juni 2007. Abgerufen am 16. April 2015.. Abgerufen am 16. April 2015. und wird dort nachweislich seit 1935 gespielt. Der Spielbetrieb wird von der Fédération Burkinabè de Football (FBF) organisiert, die zur Unabhängigkeit der ehemaligen französischen Kolonie 1960 gegründet wurde. Mit dem Zweiten Platz bei der Afrikameisterschaft 2013 gelang der A-Nationalmannschaft ihr bislang größter Erfolg; beim Turnier 2017 erreichte das Team Platz 3. Zudem gelang einigen Jugendnationalteams die Qualifikation zu Weltmeisterschaftsturnieren. Um die nationale Meisterschaft spielen jedes Jahr 16 Vereine, von denen Étoile Filante Ouagadougou und ASFA-Yennenga Ouagadougou bisher die meisten Titel gewinnen konnten. Zu den Spielern, die international auf sich aufmerksam machen konnten, gehören Moumouni Dagano, einer der weltweit zwei erfolgreichsten Torschützen der WM-Qualifikation 2010, Charles Kaboré, der bei Olympique Marseille aktiv war, Alain Traoré (ehemals AS Monaco) sowie sein Bruder Bertrand Traoré von Olympique Lyon.
Geschichte bis zur Unabhängigkeit 1960 mini|Flagge Obervoltas Obwohl Fußball schon um die Jahrhundertwende in der britischen Kolonie Goldküste (heutiges Ghana), praktiziert wurde, kam dieser Sport erst in der Mitte der 1930er-Jahre im Gebiet des heutigen Burkina Faso auf. 1932 war die französische Kolonie Obervolta unter den Nachbarkolonien aufgeteilt worden, so dass die beiden wichtigsten Städte Ouagadougou und Bobo-Dioulasso damals zur Kolonie Elfenbeinküste gehörten. Bobo-Dioulasso, als zentral gelegene Handelsstadt Treffpunkt von Kulturen und neuen Ideen, war Ausgangspunkt der Entwicklung des Fußballs im Lande; die Mannschaften bestanden überwiegend aus französischen Militärangehörigen, Missionaren, Beamten der Kolonialverwaltung und Kaufleuten, Arbeitern und Angestellten aus den Nachbarkolonien Goldküste, Guinea, Senegal oder Französisch-Sudan (dem heutigen Mali). Vor allem letztere Gruppe war nicht nur in Bobo-Dioulasso – hier vor allem jene aus Französisch-Sudan –, sondern im gesamten französischen Afrika bedeutender Faktor für die frühe Entwicklung des Fußballs.Peter Alegi: African soccerscapes. How a continent changed the world’s game. Ohio University Press, Athens 2010, ISBN 978-0-89680-278-0 1935 wurde als erste Mannschaft Togo-Daho, die später durch Fusion zu Racing Club Bobo-Dioulasso wurde, vom Direktor des französischen Handelshauses Compagnie française de la Côte d’Ivoire (CFCI) gegründet, die zu besonderen Anlässen bis zur Kriegsmobilisierung 1939 gegen die Mannschaft der französischen Militärbasis antrat. Eine von Pater Germain Nadal gegründete Mannschaft der katholischen Mission wurde 1946 zu Jeanne d’Arc Bobo-Dioulasso. In Ouagadougou und den Gebieten, die bei der Teilung Obervoltas Niger und Französisch-Sudan zugeschlagen wurden, war Fußball bis in die 1940er-Jahre hinein praktisch unbekannt, auch wenn in Ouagadougou vereinzelt Spiele von Mitgliedern der Association sportive voltaïque (ASV) und einer französischen Militärmannschaft ausgetragen wurden.
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg und der Wiederherstellung Obervoltas als Kolonie 1947 wurden auch in der Hauptstadt Vereine gegründet, die ihre Ursprünge in verschiedenen kulturellen, ethnischen, religiösen Gruppen oder anderen Organisationen der Gesellschaft hatten. So gründeten Zugezogene aus Dahome, dem heutigen Benin, den Klub Modèle Sport (später AS Ouagadougou) und der christliche Geistliche Ambroise Ouédraogo die Mannschaft Charles Lwanga, den Vorgänger von ASFA-Yennenga Ouagadougou. Diese rasche Entwicklung des Fußballsports erforderte die Schaffung organisatorischer Strukturen; der Franzose Lucien Sangan gründete einen Fußballdistrikt im Rahmen der sportlichen Administration Französisch-Westafrikas. Es fanden nun erstmals offizielle Spiele statt, auf einem von seccos (einer Art Strohwänden) umgebenen Sportplatz auf dem Gelände des heutigen Kinos Ciné Sanyon. Einzig offiziell registrierter Verein in Ouagadougou war zu diesem Zeitpunkt die Mannschaft Modèle Sport, die zu Spielen nach Bobo-Dioulasso reisen musste, das seinerseits 1949 eine Auswahlmannschaft zu einem Turnier in Abidjan (Elfenbeinküste) entsandte, bei dem die Spieler zum Teil barfuß antreten mussten.
Ab 1950 wandelte sich der Fußball in Obervolta vom elitären Vergnügen einiger weniger Stadtbewohner hin zu einem populären, im ganzen Land praktizierten Sport. In vielen Städten des Territoriums wurden neue Vereine gegründet und 1950 beschloss der Fußballdistrikt mit Sitz in Bobo-Dioulasso dem Verband Französisch-Westafrikas, der Ligue d’AOF de Football, beizutreten, der der Fédération Française de Football (FFF), dem Verband des Mutterlandes Frankreich angehörte. Es entstanden zahlreiche Vereine im ganzen Land. Die Infrastruktur entwickelte sich allerdings schleppend, doch kam es zur Eröffnung der kommunalen Stadien in Bobo-Dioulasso (1952) und Ouagadougou (je nach Quelle 1953 oder 1958). Während in den 1940er-Jahren hauptsächlich auf lokaler Ebene Spiele ausgetragen wurden, kam es in den 1950er-Jahren häufiger zu interkolonialen Begegnungen im Rahmen von Freundschaftsspielen oder Wettbewerben, die von den großen in Westafrika tätigen Handelshäusern organisiert wurden. Zudem nahmen obervoltaische Vereine ab 1952 an der Coupe d’AOF, dem Pokalwettbewerb Französisch-Westafrikas, teil, wo sie jedoch zumeist deutlich unterlegen waren. Erst ab 1958 konnte ASF Bobo-Dioulasso bei diesem Turnier einige Erfolge feiern. Zu den großen Spielern von ASF zu dieser Zeit gehörte Seydou Bamba. Mitte der 1950er-Jahre gründete auch Ouagadougou einen eigenen Distrikt.LeFaso.net, 9. Dezember 2010. Abgerufen am 16. April 2015.
Mit der Unabhängigkeit Obervoltas im Jahre 1960 begann eine neue Ära des Fußballsports im Lande. Mit der Fédération voltaïque de football (FVF) bekam das Land einen eigenständigen Fußballverband, eine Nationalmannschaft wurde zusammengestellt sowie eine nationale Meisterschaft und ein Pokalwettbewerb eingeführt.
Verband → Hauptartikel: Fédération Burkinabè de Football
Der im Unabhängigkeitsjahr Obervoltas 1960 unter dem Namen Fédération voltaïque de football (FVF) gegründete Verband Fédération Burkinabè de Football (FBF) ist seit 1964 Mitglied des Weltverbandes FIFA. Abgerufen am 16. April 2015. und des afrikanischen Verbandes CAF.CAF Online – Burkina Faso. Abgerufen am 16. April 2015.
Gemäß den 2002 verabschiedeten Statuten untersteht die FBF dem Ministerium für Sport und Freizeit (Ministère des Sports et des Loisirs). Oberstes Organ ist die Generalversammlung (Assemblée Générale), die einmal jährlich zusammenkommt und sich unter anderem aus Vertretern der Ligen und Vereine, Ehrenmitgliedern und den Mitgliedern des Exekutivbüros (Bureau Exécutif) zusammensetzt. Das Exekutivbüro wird für die Dauer von vier Jahren gewählt und besteht neben dem Präsidenten unter anderem aus drei Vizepräsidenten und einem Generalsekretär.
Erster Präsident der FVF nach der Unabhängigkeit war Maxime Ouédraogo bis zu seiner Inhaftierung 1963 im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Arbeitsminister. Unter seinem Nachfolger Adrien Tapsoba gab sich der Verband neue Statuten und wurde Mitglied von FIFA und CAF, doch nach Konflikten um die Schaffung neuer regionaler Ligen wurde der Verband 1965 von politischer Seite aufgelöst und eine Interimsführung unter Naon Charles Somé eingesetzt, die bis zum Sturz des Staatspräsidenten Maurice Yaméogo ein Jahr später im Amt war. Für weitere 14 Jahre leitete im Anschluss Adrien Tapsoba erneut den Verband, bis dieser nach dem Putsch durch Saye Zerbo durch ein Comité national chargé du football (CNCF) unter Führung von Michel Ilboudo ersetzt wurde. Ein weiterer Staatsstreich 1982, der Jean-Baptiste Ouédraogo an die Macht brachte, setzte dem Komitee allerdings ein schnelles Ende. Diese turbulente Phase in der Geschichte des Landes mündete 1983 in der Revolution des Thomas Sankara, deren Vision einer neuen Gesellschaft auch den Fußball und seine Strukturen nicht ausnehmen wollte. Doch ein geplantes tribunal populaire de la révolution, vor dem sich die ehemaligen Verantwortlichen des Verbandes verantworten sollten, fand nie statt. Unter Sankara wurde der Name des Landes in Burkina Faso geändert, Verbandspräsidenten zur Zeit der Revolution waren Nurukyor Claude Somda und Pierre Guigma. Unter Blaise Compaoré, der sich 1987 an die Macht putschte, stand der nun Fédération Burkinabè de Football genannte Verband nacheinander unter der Leitung von Félix Tiemtarboum, Souley Mohamed und Boureima Badini, der 1997 freiwillig zurücktrat, ein bis dahin einmaliger Vorgang in der Verbandsgeschichte. Grund war das schlechte Abschneiden während der Qualifikation zur WM 1998. Auch sein Nachfolger Honoré Traoré erklärte 2002 seinen Rücktritt, ebenso Seydou Diakité im Juli 2007, der dem Verband einen Neuanfang ermöglichen wollte,LeFaso.net, 2. Juli 2007. Abgerufen am 16. April 2015. nachdem die Nationalauswahl in der Qualifikation zur Afrikameisterschaft 2008 enttäuscht hatte. Außerdem hatte es Konflikte mit dem Sportministerium bezüglich der Austragung von internationalen Spielen und Budgetüberziehungen nach Länderspielreisen gegeben.LeFaso.net, 2. Juli 2007. Abgerufen am 6. Januar 2016.
Nach einer Übergangsphase unter Führung von Didier Ouédraogo wurde Zambendé Théodore Sawadogo am 12. Januar 2008 mit 84 zu 60 Stimmen gegen Oberstleutnant Yacouba Ouédraogo zum neuen Verbandspräsidenten gewählt.Justin Daboné: Propos de nos médaillés de bronze : «Le plus dur commence maintenant ». In: L’Observateur paalga, 14. Januar 2008
Am 20. April 2010 gab der Verband bekannt, dass wegen hoher Schulden, die von lokalen Medien auf 400 Millionen CFA-Franc (etwa 610.000 Euro) beziffert wurden, die Konten gesperrt und die Räumlichkeiten konfisziert wurden.LeFaso.net, 21. April 2010. Abgerufen am 16. April 2015.
Seit dem 10. März 2012 ist Oberst Sita Sangaré Nachfolger Sawadogos. Er wurde mit 95,9 % der Stimmen – 203 von 213 abgegebenen – zum Verbandspräsidenten gewählt.LeFaso.net, 12. März 2012. Abgerufen am 16. April 2015. Seine Wiederwahl am 10. November 2016 erreichte er mit 221 Stimmen gegen Bertrand Kaboré, der 75 Stimmen gewann.RTB: Fédération Burkinabè de Football: Sita Sangaré réélu pour un mandat de 4 ans. 10. November 2016. Abgerufen am 2. April 2018.
Nationalmannschaft mini|Die Nationalmannschaft in einem Qualifikationsspiel gegen Gambia mini|Unterstützer der Nationalmannschaft mini|Otto Pfister war Ende der 1970er-Jahre Trainer in Obervolta
→ Hauptartikel: Burkinische Fußballnationalmannschaft
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