mini|Jan Schröder Jan Schröder (* 15. November 1800 in Vlissingen; † 2. Mai 1885 in Kleve) war ein niederländischer Marineoffizier, der später in deutschen Diensten Vizeadmiral wurde.

Leben Schon sein Vater war Seeoffizier in den Niederlanden, kam aber aus Cleve. So trat auch Schröder 1812 zunächst in die vormals niederländische Marie, nun französische Marine ein. Nach dem Ende der Besetzung wechselte er im Februar 1814 im Rang eines Seekadetten in die niederländische Marine über, sein Schiff wurde aber außer Dienst gestellt und so blieb er zunächst zu Hause. Nach dem Krieg wurde er 1816 Midshipman (Offiziersanwärter) und kam auf das Linienschieff Zeeland, 1819 dann Leutnant zur See auf der Korvette Ajax. 1821 erhielt er für seinen Dienst in Ostindien den Militär-Wilhelms-Orden 4. Klasse. Er nahm danach an der Bekämpfung von Seeräubern teil und kam auf das Linienschiff Admiral Tromp. 1823 war er bereits erster Offizier auf der Korvette Dolfyn. Juni 1826 kehrte er in die Niederlande zurück und wurde zunächst inaktiv gestellt. Er bestand die Prüfung als Leutnant zur See 1. Klasse und fuhr bereits 1827 mit dem Linienschiff Kortenaar wieder nach Ostasien. Das Schiff hatte Truppen nach Java gebracht und kehrte bereits 1828 mit Schröder zurück. Schröder heiratete 1830 und wurde im April 1830 zum Leutnant zur See 1. Klasse befördert. Während der Belgischen Revolution kommandierte er zwei Kanonenboot. Er erfüllte seine Auftrag, allerdings gingen die Booten verloren und die Mannschaft musste sich in die Zitadelle von Antwerpen zurückziehen. Bei der Belagerung von Antwerpen konnte er sich wieder auszeichnen, geriet aber bei der Kapitulation in Gefangenschaft. Dennoch erwarb er sich den Orden vom Niederländischen Löwen 3. Klasse. 1837 wurde er wieder nach Ostasien kommandiert, wo er auf der Rehalennia kurz das Kommando übernahm, da der damalige Kapitän verstarb. In Java erhielt er die 14-Kanonen Brigg Postilion. Er untersuchte die Küste und klärte das Schicksal des englischen Kauffahrers Fairy Queen, der von Piraten geplündert worden war. 1840 wurde Schröder Kommandant der Marinestation Macassar, dass er erfolgreich gegen eine Kriegszug des Sultans von Tanette verteidigen konnte. 1841 wurde er Abgelöst und kehrte 1842 in die Niederlande zurück. Dort musst er feststellen das seine Frau gestorben und die vier Kinder nun Halbwaisen waren. Er wurde zum Kapitänleutnant (Korvettenkapitän) ernannt, blieb zunächst an Land und heiratete erneut.

Er begleitet März 1844 den Prinzen Hendrick auf dessen Reise durch das Mittelmeer, dabei kommandierte er das Admiralsschiff Ryn. Im Jahr 1846 erfolgte eine Anfrage der preußischen Regierung und die niederländische Regierung empfahl den Kapitänleutnant Schröder. Dieser wurde beurlaubt, kam in preußische Dienste und wurde am 4. Juli 1846 Rat IV. Klasse. Er war Direktor der Hauptnavigationsschule Danzig und zeitweise Kommandant der Segelkorvette Amazone.

1848–49 wurde er Mitglied der technischen Marinekommission der von der Frankfurter Nationalversammlung eingesetzten Regierung und wirkte am Aufbau der deutschen Reichsflotte mit. Zugleich diente er als Kommodore in der im Aufbau befindliche Preußische Marine und führte 1852/53 deren Übungsgeschwader während einer Reise nach Südamerika. Schröder wurde am 17. Mai 1854 als erster Seeoffizier der preußischen Marine zum Konteradmiral (Contre-Admiral)Rang- und Quartier-Liste der Königlich-Preußischen Armee und des XIII. (Königlich-Württembergischen) Armeekorps 1854, S. 398f befördert. Im Januar 1856 wurde er mit dem Roten Adlerorden 2. Klasse mit Schwertern am Ring ausgezeichnet. Im gleichen Jahr starb aber auch seine zweite Frau an der seiner Zeit in Danzig wütenden Cholera. Am 22. Mai 1858 wurde Schröder dann zum preußischen Vizeadmiral ernannt.

Von 1859 bis 1860 war er Chef der preußischen Marineverwaltung. Nach seinem Ausscheiden am 6. Dezember 1860 aus dem aktiven Dienst starb er 1885 in Kleve.

Literatur Dermot Bradley (Hrsg.), Hans H. Hildebrand, Ernest Henriot: Deutschlands Admirale 1849–1945. Die militärischen Werdegänge der See-, Ingenieur-, Sanitäts-, Waffen- und Verwaltungsoffiziere im Admiralsrang. Band 3: P–Z. Biblio Verlag. Osnabrück 1990. ISBN 3-7648-1700-3. S. 263–264. Hans H. Hildebrand/Albert Röhr/Hans-Otto Steinmetz: Die deutschen Kriegsschiffe. Biographien – ein Spiegel der Marinegeschichte von 1815 bis zur Gegenwart, 7 Bände in einem Band, Ratingen o. J. (ca. 1990), Band 1, S. 61. F. Nagtglas , Levensberichten van Zeeuwen, Band 2, S. 615f Illustrirte Zeitung, 1859, S. 314 Unsere Zeit, Band 3, 1859, S. 264

Weblinks Gerhard Wiechmann: Die preußisch-deutsche Marine in Lateinamerika 1866-1914. Oldenburg 2000. Einzelnachweise

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