Die Wirtschaftsvereinigung zur Förderung der geistigen Wiederaufbaukräfte wurde 1919 als Reaktion auf die Novemberrevolution von Vertretern der Deutschnationalen Volkspartei gegründet und war die Dachgesellschaft des Hugenberg-Konzerns.
Ziele Die Wirtschaftsvereinigung bestand aus zwölf Personen, daher wurde sie auch „12-Männer-Kollegium“ genannt. Ihre Mitglieder agierten im Verborgenen. Sie stammten wie Alfred Hugenberg auch aus der Schwerindustrie. Die Verbindung zur Schwerindustrie blieb für die Politik der Wirtschaftsvereinigung wichtig. Die Zusammenarbeit mit dem Verein für die bergbaulichen Interessen und dem Zechenverband blieb eng. So bezeichnete Hugenberg die Wirtschaftsvereinigung als „Tarnung des Zechenverbandes bzw. Bergbauvereins“.Heidrun Holzbach: Das „System Hugenberg“, Die Organisation bürgerlicher Sammlungpolitik vor dem Aufstieg der NSDAP. Stuttgart 1981, S. 305. Neben der Vertretung industrieller Interessen war es ihr Hauptziel, einen national gesinnten Presse- und Propagandaapparat aufzubauen. So bezeichnete Ludwig Bernhard, der enge Mitarbeiter Hugenbergs, in seinem 1928 erschienenen Buch Der Hugenberg-Konzern als ersten Punkt der „wesentlichen und lebengebenden Grundanschauungen“ des Konzerns:
Gegenüber diesem politischen Ziel war die Rentabilität des Unternehmens untergeordnet. Bernhard schrieb:
Mitglieder Alfred Hugenberg, von 1909 bis 1918 Vorsitzender des Direktoriums für Finanzwesen der Friedrich Krupp AG und ab 1918 Medienunternehmer (Hugenberg-Konzern) Emil Kirdorf, Industrieller Hans von Loewenstein zu Loewenstein, Geschäftsführer des Vereins für die bergbaulichen Interessen im Oberbergamtsbezirk Dortmund (Bergbauverein) Eugen Wiskott, stellvertretender Vorsitzender des Bergbauvereins Ludwig Bernhard, Nationalökonom und Hochschullehrer Leo Wegener, Direktor des Provinzialverbandes der Raiffeisen-Genossenschaften in Posen Albert Vögler, Vereinigte Stahlwerke AG, RWE, Präsidialmitglied des Reichsverbandes der Deutschen Industrie, Mitbegründer der Deutschen Volkspartei 1919 Johann Bernhard Mann, Generalbevollmächtigter Hugenbergs Johann Neumann, Lübecker Senator, Mitglied der Hauptleitung des Alldeutschen Verbandes Hermann Winkhaus, Generaldirektor des Köln-Neu-Essener Bergwerkvereins Oskar Hergt, preußischer Finanzminister und Vorsitzender der DNVP Johann Becker, Reichswirtschaftsminister a. D.
+ Zahlungen an den Hugenbergkonzern bis zum 31. Dezember 1918Dankwart Guratzsch: Macht durch Organisation, Die Grundlegung des Hugenbergschen Presseimperiums. Düsseldorf 1974, S. 328. Firma Summe Friedrich Krupp AG 12.166.650 Mark Gelsenkirchener Bergwerks-AG 5.135.140 Mark Zechenverband 5.000.000 Mark Phoenix AG für Bergbau und Hüttenbetrieb 4.776.111 Mark Hugo Stinnes GmbH 4.401.300 Mark Rheinisch-Westfälisches Kohlensyndikat 1.850.000 Mark Gesamt 33.329.401 Mark
Literatur Dankwart Guratzsch: Macht durch Organisation, Die Grundlegung des Hugenbergschen Presseimperiums. Düsseldorf 1974. Georg Honigmann: Kapitalverbrechen oder der Fall des Geheimrats Hugenberg. Verlag Der Nation, Berlin 1976. Heidrun Holzbach: Das „System Hugenberg“, Die Organisation bürgerlicher Sammlungpolitik vor dem Aufstieg der NSDAP. Stuttgart 1981. Klaus Wernecke, Peter Heller: Der vergessene Führer, Pressemacht und Nationalsozialismus. Hamburg 1982.
Weblinks Informationen zum Thema. lehre.inf.uos.de/~mkalkuhl
Einzelnachweise
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