miniatur|Linda Darnell, Abbildung im Armeemagazin Yank von 1944 Linda Darnell (* 16. Oktober 1923 in Dallas, Texas; † 10. April 1965 in Glenview, Illinois; eigentlich Monetta Eloyse Darnell) war eine US-amerikanische Schauspielerin, die in den 1940er-Jahren als Star der 20th Century Fox den Höhepunkt ihrer Hollywood-Karriere erreichte.

Leben Linda Darnell wurde 1923 in Dallas, Texas, als Tochter eines Postbeamten geboren und bereits früh von ihrer ambitionierten Mutter auf einer Reihe von Schönheitswettbewerben und Tanzturnieren angemeldet. Mit 14 Jahren gewann die Schülerin der Sunset High School in Dallas einen lokalen Wettbewerb unter dem Motto Gateway to Hollywood und einen Leinwandtest bei RKO, Der führte aber zunächst zu keinerlei Einsätzen in Filmen, da das Studio ihr wahres Alter herausfand und sie zurückschickte. Dennoch trat sie weiter in lokalen Theaterproduktionen auf. Zwei Jahre später erhielt sie schließlich einen Vertrag bei 20th Century Fox, wo sie gleich in ihrem Filmdebüt in Hotel for Women von Regisseur Gregory Ratoff die Hauptrolle innehatte. Ihr nächster Film war die Komödie Day-Time Wife, in der sie – bei den Dreharbeiten noch 16-jährig – an der Seite von Tyrone Power dessen Ehefrau spielte.

Mit Power stand sie in den Folgejahren in den Filmen Treck nach Utah, Im Zeichen des Zorro und König der Toreros gemeinsam vor der Kamera. Sie bewies sich in solch populären Abenteuerfilmen, Western oder Komödien als beliebte Leading Lady, wenngleich ihre Rollen oft eher dekorativ waren und wenig Tiefe besaßen. Darnell wurde in den 1940ern mehrfach von der Presse als eine der schönsten Schauspielerinnen Hollywoods lanciert. Innerhalb ihres Studios Fox verlor sie den Kampf um Titelrollen in Das Lied der Bernadette (an Jennifer Jones) und Laura (an Gene Tierney). In dem mit mehreren Oscars ausgezeichneten Drama Das Lied von Bernadette hatte sie dennoch einen Auftritt; sie verkörperte, als Cameo im Abspann ungenannt, die Jesusmutter Maria.

Spätestens Mitte der 1940er-Jahre konnte Darnell aber auch ihr Talent als dramatische Schauspielerin zeigen. 1944 trat sie unter der Regie von Douglas Sirk in Sommerstürme auf, der Verfilmung von Anton Pawlowitsch Tschechows gleichnamiger Erzählung. In den Film noirs Scotland Yards seltsamster Fall von John Brahm und Mord in der Hochzeitsnacht von Otto Preminger trat sie 1945 jeweils als verführerische Femme fatale auf. 1946 verkörperte sie an der Seite von Henry Fonda die Rolle einer tragisch endenden Sängerin in John Fords Westernklassiker Faustrecht der Prärie. 1947 erhielt sie die Hauptrolle in Amber, die große Kurtisane, einer der meist erwarteten Produktionen des Jahres, nachdem Lana Turner die Rolle abgelehnt hatte. Die Verfilmung eines für die damaligen Verhältnisse pikanten Romans übernahm Otto Preminger, der Darnell zwang, sich für die Rolle die Haare blond zu färben und sie auch ansonsten massiv psychisch und physisch unter Druck setzte. Gemessen an seinen sehr hohen Produktionskosten floppte der Film, und Darnell sollte zeitweise aus ihrem Vertrag entlassen werden.

Im Folgejahr stand sie für die Komödie Die Ungetreue von Preston Sturges vor der Kamera, in der sie die möglicherweise untreue Ehefrau eines von Rex Harrison gespielten Dirigenten verkörperte. Der Film erhielt jedoch erst Jahrzehnte später eine gewisse Anerkennung. 1949 hatte sie wieder einen Erfolg, als Joseph L. Mankiewicz ihr eine der Hauptrollen in seinem Melodram Ein Brief an drei Frauen gab. Als Frau aus einfachen Verhältnissen, die einen reichen, wesentlich älteren Mann heiratet, aber trotz allem Pragmatismus doch an ihm hängt, bot Darnell eine ihrer besten Darstellungen. Doch durch den neuen Fox-Star Jeanne Crain, die auch in Ein Brief an drei Frauen auftrat, verlor Darnell weitere gute Rollen (etwa die Titelrolle in Pinky). Nach dem Rassismusdrama Der Haß ist blind von 1950 war Darnell überwiegend in wieder eher belanglosen Leading-Lady-Engegaments in Western und Abenteuerfilmen eingesetzt. Beginnend mit Douglas Sirks Komödie Spielschulden begann sie auch außerhalb ihres Vertrages bei Fox Filme zu drehen. Sie hatte die weibliche Hauptrolle neben Robert Mitchum in der Howard-Hughes-Produktion Mörder ohne Maske von 1953 und drehte mehrere Filme in Italien.

Dennoch war ihre Karriere als Filmstar ab Mitte der 1950er-Jahre mehr oder weniger vorbei, und bis zu ihrem frühen Tod 1965 war sie mit wenigen Ausnahmen nur noch in Fernsehproduktionen zu sehen. Insgesamt umfasst ihr filmisches Schaffen 44 Filme und über ein Dutzend Fernsehserien. Seit 1960 erinnert ein Stern auf dem Hollywood Walk of Fame in Höhe 1631 Vine Street an Darnell.

Privates Darnell war dreimal verheiratet. 1942 gab sie dem 23 Jahre älteren Kameramann J. Peverell Marley in Las Vegas das Jawort. Da das Paar keine gemeinsamen Kinder bekommen konnte, adoptierten sie 1948 eine Tochter (Charlotte Mildred Marley). Die Ehe wurde 1951 geschieden, wobei Darnell das alleinige Sorgerecht zugesprochen wurde. 1954 heiratete sie den Brauerei-Erben Philip Liebmann, ließ sich aber bereits ein Jahr später wieder von ihm scheiden. 1957 heiratete sie den Piloten Merle Roy Robertson, von dem sie 1963 wieder geschieden wurde.

Darnell starb am 10. April 1965 im Alter von 41 Jahren an schweren Verbrennungen, die sie sich am Tag zuvor bei einem Brand im Haus einer Freundin zugezogen hatte. Beigesetzt ist sie auf dem Union Hill Cemetery in Chester, Pennsylvania.

Filmografie

Weblinks

Informationen und Bilder – englisch Biografie und Bilder – englisch

Ronald L. Davis: Darnell, Monetta Eloyse [Linda] (1923–1965). Eintrag im Handbook of Texas, Erstveröffentlichung 1976, zuletzt aktualisiert am 22. April 2021.

Einzelnachweise

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