Gusternhain ist ein Ortsteil der Gemeinde Breitscheid im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis im hohen Westerwald.
Geographie Gusternhain, am Fuße des Barstein (614 m über NN) in einer Höhe von ca. 530 m gelegen, hat eine Gemarkungsgröße von 500 ha. Der Ortsteil ist im Westen und Norden von Wald umgeben. Nach Osten blickt man über das Dilltal bis nach Hohensolms und dem dahinter liegenden und 25 km entfernten Dünsberg.
Geschichte Ortsgeschichte Soweit bekannt erstmals urkundlich im Jahre 1330 erwähnt, war der Ort lange Zeit eher landwirtschaftlich geprägt, aber auch Bergbau und das fast vergessene Häfnerhandwerk gehörten dazu. Wie die anderen Ortsteile fand auch in Gusternhain die Wandlung zu einer Arbeitnehmerwohnsitzgemeinde statt. Ein Teil der Bewohner findet noch immer Arbeit in den mittelständischen Betrieben und Unternehmen.
Am 11. März 1945 starben bei einem folgenschweren Bombenangriff, der eigentlich dem Flugplatz Breitscheid galt, 22 Menschen, und viele Häuser wurden zerstört oder beschädigt.
Gusternhain hat in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung erfahren. Bauwillige, darunter viele russische Aussiedlerfamilien deutscher Abstammung, fanden hier ihre neue Heimat, bauten Häuser und Wohnungen und ließen die Einwohnerzahlen von 514 im Jahr 1987 auf jetzt ca. 850 steigen.
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde zum 1. Januar 1977 die bis dahin selbständige Gemeinde Gusternhain durch das Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen der Gemeinde Breitscheid angegliedert. Für Gusternhain wurde ein Ortsbezirk gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Gusternhain angehört(e):
vor 1739: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft/Fürstentum Nassau-Dillenburg, Amt Driedorf ab 1739: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Diez, Amt Driedorf 1806–1813: Großherzogtum Berg,Infolge des Friedens von Tilsit. Département Sieg, Arrondissement Dillenburg, Kanton Driedorf 1813–1815: Fürstentum Nassau-Oranien, Amt Driedorf ab 1816: Herzogtum Nassau,Infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses. Amt Herborn ab 1849: Herzogtum Nassau, Kreisamt HerbornAbtrennung der Justiz (Justizamt Herborn) bis 1854. ab 1849: Herzogtum Nassau, Kreisamt Herborn ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Herborn ab 1867: Königreich Preußen,Infolge des Deutschen Krieges. Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, DillkreisEndgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Herborn) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Dillenburg ab 1933: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Dillkreis ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Dillkreis ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis, Gemeinde BreitscheidAm 1. Januar 1977 wurde Gusternhain als Ortsbezirk der neu gebildeten Gemeinde Breitscheid eingegliedert. ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Lahn-Dill-Kreis, Gemeinde Breitscheid
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Gusternhain 792 Einwohner. Darunter waren 21 (2,65 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 213 Einwohner unter 18 Jahren, 333 zwischen 18 und 49, 138 zwischen 50 und 64 und 111 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 252 Haushalten. Davon waren 45 Singlehaushalte, 57 Paare ohne Kinder und 129 Paare mit Kindern, sowie 18 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 45 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 171 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung
Historische Religionszugehörigkeit • 1885: 342 evangelische (= 98,56 %), 5 katholische (= 1,44 %) Einwohner • 1961: 402 evangelische (= 93,93 %), 23 römisch-katholische (= 5,37 %) Einwohner
Politik Für Gusternhain besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Gusternhain) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 45,78 %. Dabei wurden gewählt: ein Mitglied der SPD und vier Mitglieder „Freien ählergemeinschaft (FWG)“. Der Ortsbeirat wählte Rainer Süss (FWG) zum Ortsvorsteher.
Kulturdenkmäler Für die Kulturdenkmäler des Ortes siehe die Liste der Kulturdenkmäler in Gusternhain.
Literatur
Weblinks
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Lahn-Dill-Kreis Kategorie:Geographie (Breitscheid, Hessen) Kategorie:Ort im Westerwald Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Lahn-Dill-Kreis) Kategorie:Ersterwähnung 1330 Kategorie:Gemeindeauflösung 1977