mini|THW-Helfer im Einsatzanzug MEA Die Bekleidung der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk umfasst neben der Einsatzbekleidung zum Schutz vor den vielfältigen Gefahren eines Einsatzes auch die Dienstkleidung.

Uniformen in der Aufbauzeit des THW mini|hochkant|Zweidornkoppel und Einsatzjacke des Luftschutzhilfsdienstes von Anfang der 1960er Jahre, mit brauner Biese und ohne ZS-Emblem auf dem Ärmel Die ersten Uniformen wurden 1953 von der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk beschafft. Sie waren aus einer Art Jeansstoff hergestellt und daher sehr robust. Eigentlich waren die Uniformen beigefarben; nach mehrmaligem Waschen bekamen sie jedoch einen fast reinweißen Farbton. Daher wurde sie von den Helfern auch als „Anstreicheruniform“ bezeichnet. Die erste Uniform war zugleich Einsatz- und Arbeitsanzug. Mit weißem Hemd und schwarzer Krawatte getragen, stellte sie auch den Dienstanzug dar. Sie wurde bis in die 1960er Jahre getragen.

Die Uniform bestand aus einem Diensthemd mit zwei Brusttaschen mit Patte und dem THW-Abzeichen am linken Oberarm. einer Bundhose mit einer Oberschenkeltasche je Bein. einem Blouson mit Brusttaschen und Patte, sowie einer Regulierung für den Jackenbund und ebenfalls mit dem THW-Abzeichen am linken Oberarm. Die Form war ähnlich der Skibluse der Gebirgsjäger, lediglich in anderer Farbe. einer Dienstmütze in Form einer Bergmütze mit einem THW-Abzeichen aus Metall auf der Mütze. Daneben wurden Einsatzhelme und schwarze Regenponchos sowie halbhohe Schnürstiefel getragen. Als Einsatzhelm wurden schwarz überlackierte Stahlhelme aus ehemaligen Beständen der Wehrmacht und der Schutzstaffel (SS) verwendet.

Im Jahr 1957 wurde dann die khakifarbene Einsatzuniform des Luftschutzhilfsdienstes (LSHD) in Verbindung mit dem weiter unten beschriebenen Luftschutzhelm eingeführt. Der Schnitt dieser Uniform entsprach in etwa dem Pilotanzug ab 1963. Allerdings gab es bei der Jacke keine Brusttaschen und anstatt mit Knöpfen war sie mit einem Reißverschluss versehen, der mit einer Knopfleiste verdeckt war. Die Hose hatte keinen knöpfbaren Latz und verfügte an den Seiten über zwei kurze Reißverschlüsse. Außerdem hatten beide Bekleidungsteile ein angerauhtes Flanellfutter. Da die ersten Jacken des LSHD noch nicht über das Emblem des Zivilen Bevölkerungsschutzes (ZB) verfügten, wurden am linken Oberarm Armbinden getragen. Diese waren entweder weiß mit ZB-Emblem oder blau mit weißem Streifen oben und unten und mittigem THW-Symbol (Zahnrad mit Spriegeln und den übereinander angeordneten Buchstaben THW). Das später eingeführte Emblem bestand aus einem blauen Kreis auf gelbem Grund mit den gelben Buchstaben ZB für „Zivilen Bevölkerungsschutz“ bzw. ZS für „Zivilschutz“.

Zu dieser Uniform gehörten auch Schlupfjacken mit Kapuze, welche aus imprägnierter Baumwolle gefertigt waren und als Wetterschutzjacke dienen sollten (der Bundesgrenzschutz führte 1952 das Sumpftarnmuster ein; die Altbestände in Splittertarnmuster wurden vor der Ausgabe an das THW zwar schwarz eingefärbt, das Tarnmuster blieb jedoch sichtbar), sowie ein khakifarbenes Diensthemd und ein khakifarbener Strickpullover mit V-Ausschnitt. Außerdem gehörte nun ein Zweidornkoppel aus Leder, wie es auch bei den Polizeien sowie dem Bundesgrenzschutz (BGS) getragen wurde, dazu. Als Schuhwerk wurden die bei der Bundeswehr und beim BGS verwandten „Schnallenstiefel“ getragen, welche an der Stiefelspitze mit einem Stoßeisen versehen waren.

Die Uniformen in den 1960ern In dieser Zeit gab es eine Vielzahl von Uniformen in verschiedenen Farben, Formen und Schnitten. Die Farben reichten von blaugrau (nur bis 1968 für die Selbstschutzzüge des Bundesluftschutzverbandes, vereinzelt auch im THW), grau (ab 1963) oder khaki (1957–1962, Restbestände wurden bis in die 80er Jahre hinein als Arbeitsanzüge aufgetragen). In der Form unterschied man den Einsatzanzug des Luftschutzhilfsdienstes (LSHD) in khaki, den Kälteschutzanzug (grau), den Einsatzanzug „Pilot“ (grau) und den grauen Einsatzanzug aus den 1950er Jahren.

Der Einsatzanzug des Luftschutzhilfsdienstes mini|hochkant|ZB-Emblem auf einem LSHD-Einsatzanzug Der LSHD-Einsatzanzug wurde nur an Ortsverbände ausgegeben, die sich am Luftschutzhilfsdienst beteiligten. Somit trug diesen Anzug nicht nur das THW, sondern auch Organisationen wie der Arbeiter-Samariter-Bund, das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter-Unfall-Hilfe, der Malteser Hilfsdienst, die Freiwilligen Feuerwehren und Angehörige von Regieeinheiten und verantwortlichen Behörden, die im Einsatz die Befehlsbefugnis ausübten. Es war nämlich gewünscht, im gesamten LSHD eine komplette Einheitlichkeit in Sachen Bekleidung zu erzielen.

Der Anzug hatte entweder eine farbliche Unterscheidung am Kragenrand, die der Litze der Bundeswehr ähnelte, oder farbige Kragenspiegel. Die Farben standen für den Fachdienst des Trägers. Die Farben für den Bergungsdienst, den Fernmelde- und den ABC-Dienst wurden vom THW übernommen und zur Kennzeichnung eigener Einheiten bis 1995 beibehalten.

Die Fachdienstfarben waren: Rot: Brandschutzdienst (nach Auflösung des LSHD ausschließlich für die Feuerwehr) Schwarz: Bergungsdienst (Weiterverwendung im THW bis 1995) Blau: Sanitätsdienst (Wurde nach Auflösung des LSHD nicht weiterverwendet) Braun: ABC-Dienst (Weiterverwendung im THW bis 1995) Gelb: Fernmeldedienst (Weiterverwendung im THW bis 1995) Grün: Betreuungsdienst (Weiterverwendung im THW als Fachdienstfarbe für den Instandsetzungsdienst bis 1995) Orange: Lenkungs- und Sozialdienst (Abschaffung 1972 im Zuge der Auflösung des LSHD, die Fachdienstfarbe wurde auch im THW nicht weiterverwendet.) Rosa: Veterinärdienst (Wurde nach Auflösung des LSHD nicht weiterverwendet)

Von ca. 1960–1962 wurde der khakifarbene LSHD-Anzug im selben Schnitt wie der Pilotanzug gefertigt. Die farbigen Kragenlitzen fielen weg, die Kragenspiegel wurden bis zur Auflösung des LSHD beibehalten.

Vom LSHD wurde ursprünglich auch die Einführung von Erkennungszeichen für Führer und Unterführer gewünscht. Geplant war die Anbringung von Winkeln beziehungsweise Balken über dem ZB-Emblem auf dem linken Oberarm. Aufgrund des Widerstandes der beteiligten Organisationen, die meist eigene Unterscheidungszeichen hatten, wurde dieses System nur im Land Hamburg insbesondere bei Helfern des Bergungsdienstes und von Regieeinheiten ab 1964 erprobt. Außerdem sollten die Helfer mit abgeschlossener Sonderausbildung (Kraftfahrer, Sprechfunker usw.) durch ein entsprechendes Funktionsabzeichen am linken Unterarm gekennzeichnet werden.Peter Kupferschmitt: Einsatzfahrzeuge im Luftschutzhilfsdienst. Band 1, Verlag Klaus Rabe, 2008, ISBN 978-3-926071-36-1. Dies fand im LSHD allerdings keine Anwendung mehr, wurde aber vom THW in den 1970er Jahren wieder aufgegriffen.

Der Kälteschutzanzug mini|hochkant|Gefütterter Parka des THW, beschafft ab 1968 Der Kälteschutzanzug wurde im Auftrag des Luftschutzhilfsdienstes (LSHD) zwischen 1962 und etwa 1968 durch die Firma Bulag in Auerbach in der Oberpfalz gefertigt und von allen Fachdiensten getragen. Je nach Fachdienstzugehörigkeit wurden verschiedenfarbige Kragenspiegel angebracht. Die Anzüge des THW waren mit dem Dreiecksabzeichen des Zivilschutzes versehen, während die Anzüge für den LSHD das runde ZB-Abzeichen trugen. Der Kälteschutzanzug wurde aus einem graumelierten Stoff hergestellt, welcher bei feuchtem Wetter ziemlich stark das Wasser anzog. Von den Helfern wurde er auch „Filzlaus“ oder „Pferdedecke“ genannt.

Zu diesem Anzug gehörten eine Jacke ohne Koller und eine Hose mit Gürtel. Weiterhin wurde eine Mütze getragen, welche der Wehrmachtsfeldmütze M43 sehr ähnlich sah. THW-Helfer trugen darauf ein Metallabzeichen in Zahnradform, die Mützen für den LSHD waren ohne Abzeichen. Bei besonderen Anlässen wurde er auch, mit Krawatte und weißem Hemd, als Dienstanzug getragen.

Dieser Anzug wurde von vielen Althelfern noch bis zum Ende der 1980er Jahre weiter genutzt. Im normalen Dienst wurde er jedoch ab Ende der 1960er Jahre durch den Parka im Bundeswehrschnitt ersetzt.

Mitte der 1960er Jahre bis Ende des Jahrhunderts Einsatzanzug „Pilot“ mini|hochkant|Jacke zum Pilotanzug 1. Form mit den ab 1973 gültigen Abzeichen bzw. Namensstreifen. Hier: Helfer Bergungsdienst mit Sonderausbildung Sanitäter aller Fachdienste Dieser Anzug wurde ab 1963 sowohl im THW als auch bei den LSHD-Einheiten eingeführt. Der Name Pilot stammt von Pilotstoff (auch Moleskin oder Englischleder), der wegen seiner besonders robusten Art geschätzt ist und heute noch für Berufsbekleidung speziell im Zunfthandwerk verwendet wird. Der Anzug wurde noch bis Ende der 1990er getragen.

Im THW wurde das Dreiecksabzeichen mit dem THW-Symbol auf dem linken Ärmel getragen, auf den Anzügen der LSHD-Einheiten das bereits oben erwähnte ZB-Abzeichen. Darüber hinaus wurden die Fachdienste durch verschiedenfarbige Kragenspiegel nach dem bereits oben genannten Farbmuster kenntlich gemacht.

Es gab ihn nur in grau, und er löste in Verbindung mit dem Parka später auch den Kälteschutzanzug ab. Weiterhin gehörte ein grauer Pullover mit V-Ausschnitt dazu, welcher allerdings nur bis zur Einführung des Parkas beschafft wurde. Je nach Hersteller (Rodex, W&O, Wurster Metzingen) wurde der Anzug in unterschiedlichen Qualitäten gefertigt.

Nach Auflösung des LSHD im Jahr 1972 entfielen die Kragenspiegel sowie das ZB-Abzeichen, welche somit von den noch aufzutragenden Anzügen abzutrennen und durch das Abzeichen der jeweiligen Organisation zu ersetzen waren. Von seiner Einführung 1963 bis zum letzten Jahr der Fertigung (1995) erfuhr dieser Anzug eine Reihe von Änderungen und Verbesserungen.

Der Einsatzanzug „Pilot“ verfügte im Inneren der Jacke, je nach Hersteller, über eine beziehungsweise zwei kleine Taschen. Diese kleinen Taschen waren für Verbandpäckchen vorgesehen, damit der Helfer im Notfall sich selbst oder seine Kameraden verbinden konnte.

Erste Ausführung ab 1963 bis ca. Ende der 1970er Jahre Jacke: Brusttaschen mit Quetschfalten, Seitentaschen mit zwei Knöpfen verschlossen.

Das Koller war auch im Rücken mit zwei Knöpfen befestigt. Die Ärmelenden konnten ähnlich wie bei einer Hemdmanschette in verschiedenen Weiten mittels Knöpfen verschlossen werden. An den Seiten waren drei Löcher mit einer Stoffverstärkung angebracht. Diese waren für die Anbringung von Haken gedacht, die das Koppel in seiner Position ca. 3–5 cm über den Seitentaschen halten sollten. Diese Haken gehörten bereits zur Ausstattung des LSHD-Anzuges von 1957 sowie zur Ausstattung des Kälteschutzanzuges und waren auch noch an den Pilotanzügen der letzten Serie zu finden. Da diese Haken allerdings von vielen als unpraktisch empfunden wurden, wurden sie meistens direkt nach der Ausgabe wieder entfernt.

Hose: Latzhose mit knöpfbarem Latz sowie zwei Seiten- und Gesäßtaschen.

Die Bundweite konnte durch zwei knöpfbare Riegel an den Seiten verstellt werden. Je nach Hersteller mit oder ohne Zollstocktasche (Rodex/Wurster Metzingen: Mit Zollstocktasche, W&O ohne Zollstocktasche) Sämtliche Knöpfe waren aus schwarzem Kunststoff.

Als Kopfbedeckung wurden eine Bergmütze oder ein Schiffchen aus dem gleichen Material getragen. Bis Ende der 1960er Jahre wurde ein Zweidornkoppel aus schwarzem Leder getragen. Danach erfolgte die Einführung eines Gurtkoppels mit Kastenschloß, zunächst in oliv wie bei der Bundeswehr. Ab 1975 gab es einen Nässeschutzanzug aus kunststoffbeschichteter Baumwolle.

Ab Anfang der 1980er Jahre bis Anfang der 1990er Jahre mini|hochkant|Pilotanzug des THW, 1980er Jahre, mit hellblauem Hemd, Jacke und Latzhose Jacke: Glatte Brusttaschen ohne Falten, das Koller war nun komplett im Rückenbereich ohne Knöpfe vernäht und mit einer Nässeschutzeinlage versehen. Die Klappen der Seitentaschen hatten nun eine verdeckte Knöpfung und waren mittels eines Knopfes zu verschließen. Die Ärmelenden waren nun weiter gearbeitet.