mini|hochkant=0.95|Jördis Triebel (2015)

Jördis Triebel (* 30. Oktober 1977 in Ost-Berlin) ist eine deutsche Schauspielerin.

Leben Jördis Triebel wurde in Berlin-Lichtenberg geboren und wuchs als zweitälteste von vier Schwestern im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg auf. Durch ihre Mutter, die vor der friedlichen Revolution Requisiteurin am damaligen Theater der Freundschaft (heute: Theater an der Parkaue) in Berlin-Lichtenberg war, kam sie frühzeitig mit dem Theater in Berührung und konnte bei Proben zuschauen. Von 1997 bis 2001 studierte sie Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin, abgerufen am 11. Januar 2022. Nach ihrem Abschluss wurde sie 2001 Ensemblemitglied am Bremer Theater, dem sie bis 2004 angehörte. Dort wirkte sie unter anderem in den Inszenierungen von Henrik Ibsens Baumeister Solness, William Shakespeares Romeo und Julia und Hamlet und Mark Ravenhills Gestochen scharfe Polaroids mit.

2004/05 hatte Jördis Triebel ein Gastspiel am Schauspielhaus Zürich, wo sie in Arthur Schnitzlers Das weite Land auftrat; 2005/06 verkörperte sie am Schauspiel Köln in Europa für Anfänger „Italien“.

Nach einer Gastrolle in der Fernsehserie Wolffs Revier 2005 übernahm sie mit der Figur der eigenwilligen Schweinezüchterin Emma in Sven Taddickens Emmas Glück ihre erste Hauptrolle in einem Film, für die sie mehrfach preisgekrönt wurde und eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis erhielt. Eine weitere Nominierung für den Deutschen Filmpreis erhielt sie für ihre Nebenrolle als Mutter in Sönke Wortmanns Die Päpstin (2009). Für die Hauptrolle in Christian Schwochows Spielfilm Westen wurde sie 2013 auf dem World Film Festival in Montreal als „Beste Darstellerin“ ausgezeichnet. 2015 spielte sie die Hauptrolle der „Tessa“ im Drama Ein Atem. Ab 2017 spielte sie als Schuldirektorin „Katharina Nielsen“ in der Mysteryserie Dark mit sowie als „Dr. Völcker“ in Babylon Berlin. Im Jahr 2023 wurde sie für ihre Nebenrolle der Gisela in In einem Land, das es nicht mehr gibt (2022) erneut mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet. Jördis Triebel ist eine der Erzählerinnen von 42 – Die Antwort auf fast alles, einem populärwissenschaftlichen Magazin auf arte.

Triebel lebt in Berlin-Friedrichshain. Sie hat zusammen mit dem Schauspieler Matthias Weidenhöfer zwei Söhne. 2014 trennte sich das Paar.

Filmografie 2003: Lange Tage (Kurzfilm) 2005: Wolffs Revier: Herzblut 2006: Emmas Glück 2006: heteros nomos (Kurzfilm) 2006: Speed Dating (Kurzfilm) 2007–2010: KDD – Kriminaldauerdienst 2007: Frühstück mit einer Unbekannten 2007: Eine gute Mutter (Fernsehfilm) 2007: Der Kommissar und das Meer: Den du nicht siehst 2008: Anonyma – Eine Frau in Berlin 2008: Das Duo – Sterben statt erben 2008: Warten auf Angelina 2009: This Is Love 2009: Die Päpstin 2010: Die Friseuse 2010: Tatort: Am Ende des Tages 2011: Familiengeheimnisse 2011: Freilaufende Männer 2011: Ein guter Sommer 2012: Rosa Roth 2013: Meine Schwestern 2013: Westen 2013: Das Jerusalem-Syndrom 2013: Der fast perfekte Mann 2013: Wolfskinder 2015: Ich und Kaminski 2015: Blochin (Fernsehserie) 2015: Familienfest 2015: Ein Atem 2016: Die vierte Gewalt (Fernsehfilm) 2016: Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt 2016: Terror – Ihr Urteil 2016: Dead Man Working 2016: Operation Zucker: Jagdgesellschaft 2017: Krieg (Alternativtitel: Fremder Feind) 2017–2020: Dark (Fernsehserie, 19 Folgen) 2017–2022: Babylon Berlin (Fernsehserie, 17 Folgen) 2018: Das schweigende Klassenzimmer 2018: Bad Banks (Fernsehserie, 7 Folgen) 2018: Weissensee (Fernsehserie, 6 Folgen) 2018: Idioten der Familie 2018: 25 km/h 2019: Vermisst in Berlin 2019: My Zoe 2019: Walpurgisnacht – Die Mädchen und der Tod 2019: Ein verhängnisvoller Plan (Fernsehfilm) 2019: Blochin – Das letzte Kapitel (Fernsehfilm) 2020–2021: Warten auf’n Bus (Fernsehserie, 15 Folgen) 2021: Tatort: Borowski und die Angst der weißen Männer 2021: Mutter kündigt 2021: 3½ Stunden (Fernsehfilm) 2022: Die Kaiserin (Fernsehserie) 2022: In einem Land, das es nicht mehr gibt 2023: Die drei ??? – Erbe des Drachen 2023: Irgendwann werden wir uns alles erzählen 2023: Blood & Gold 2023: Das fliegende Klassenzimmer 2024: Blackout bei Wellmanns 2024: Micha denkt groß 2024: Hagen – Im Tal der Nibelungen 2025: Die drei ??? und der Karpatenhund 2025: Köln 75 2025: Marzahn Mon Amour 2025: Polizeiruf 110: Böse geboren 2026: Die drei ??? – Toteninsel 2026: Kacken an der Havel 2026: Horst Schlämmer sucht das Glück 2026: Kommissar Rex (Fernsehserie, Folge Rex Undercover)

Audioproduktionen 2002: Crazy Gary’s Mobile Disco von Gary Owen, Regie: Gottfried von Einem, Radio Bremen 2007: Die Patriotin von Thomas Martin nach einer Erzählung von Yukio Mishima, Regie: der Autor, Westdeutscher Rundfunk 2008: Tochter der Träume von Thomas Martin, Regie: der Autor, Westdeutscher Rundfunk 2011: Heute schon im Knast gewesen? – Über Straffälligenhilfe, Feature von Cordula Dickmeiß, Regie: die Autorin, Deutschlandradio Kultur 2013: Bello e impossibile oder Die Dohmsche Verführung von Joy Markert, Regie: Alexander Schuhmacher, Deutschlandradio Kultur 2013: Primetime von Oliver Bukowski, Regie: Alexander Schuhmacher, Deutschlandradio Kultur 2014: Das Tangotier oder Reibung erzeugt Wärme von Andra Joeckle, Regie: Alexander Schuhmacher, Deutschlandradio Kultur 2015: Wenn Piraten schlafen (Song) und Willi Wiberg will nicht schlafen (Audio-Geschichte), erschienen bei Various Artists – Gute Nacht Sterne (CD), Sony Music 2018: Juli Zeh: Unterleuten – Regie: Judith Lorentz (NDR/rbb) 2022: Forever Club – Mystery-Hörspiel-Podcast von Jette Volland, Westdeutscher Rundfunk

Auszeichnungen 2002: Kurt-Hübner-Preis der Bremer Theaterfreunde e. V. 2006: Undine Award, Kategorie „Beste jugendliche Hauptdarstellerin in einem Kinospielfilm“ für die Hauptrolle in Emmas Glück, Baden, Österreich 2006: Förderpreis Deutscher Film, Kategorie „Darstellerin“ für die Hauptrolle in Emmas Glück, Filmfest München 2007: „Beste Darstellerin“ für die Hauptrolle in Emmas Glück, Festival International du Film d’Action et d’Aventure (L’Aventure Humaine) in Valenciennes 2011: Hessischer Fernsehpreis, Sonderpreis der Jury zusammen mit Andreas Schmidt und Devid Striesow für ihre Ensembleleistung in Ein guter Sommer 2012: Grimme-Preis für Ein guter Sommer 2013: „Beste Darstellerin“ beim World Film Festival in Montréal für Westen 2014: Deutscher Filmpreis für die Hauptrolle in Westen 2014: Günter Rohrbach Filmpreis – Preis des Oberbürgermeisters für ihre Rolle in Westen 2016: Deutscher Regiepreis Metropolis für ihre Darstellung in Ein Atem und Operation Zucker: Jagdgesellschaft 2023: Deutscher Filmpreis für die Nebenrolle in In einem Land, das es nicht mehr gibt

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Einzelnachweise

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