Friedrich-Wilhelm Schallwig (* 22. Oktober 1902 in Gottesberg, Provinz Schlesien; † 1. September 1977 in Friedrichshafen) war ein deutscher Politiker (BHE).

Leben Schallwig studierte Rechtswissenschaft an der Universität Marburg und gehörte seit 1924 der Burschenschaft Alemannia Marburg an,Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934, S. 418. der er bis zu seinem Tode als Alter Herr angehörte.Unsere Toten. In: Burschenschaftliche Blätter, 93. Jg. (1978), H. 2, S. 56. 1930 promovierte er über die „Frage der Beflaggung kommunaler Gebäude“ an der Universität Breslau. Zum 1. Januar 1932 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 845.737).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/36800299 Im November 1939 meldete er sich freiwillig bei der 1. SS-Totenkopf-Reiterstandarte in Warschau. Die Reiter-SS war dort maßgeblich an Massenerschießungen beteiligt, denen zehntausenden Menschen zum Opfer fielen. Nach dem Angriff auf die Sowjetunion war er ab 1941 als SS-Untersturmführer Angehöriger des zweiten Kommandos der Einsatzgruppe A in Lettland. Aufgabe dieser Verbände war die „Säuberung“ eroberter Gebiete an der Ostfront. In Riga errichtete die Einheit ein Ghetto.

Im März 1944 ging Schallwig nach Budapest und wurde persönlicher Referent von Hans-Ulrich Geschke, dem Befehlshaber der dortigen Sicherheitspolizei, der auch Vorgesetzter von Adolf Eichmann war. 1944 wurde Schallwig SS-Sturmbannführer und Kommandeur der Sicherheitspolizei im westungarischen Szombathely.

Schallwig wurde nach Kriegsende mehrmals vernommen, aber nie vor Gericht gestellt. Er war als Rechtsanwalt in Schramberg tätig und von 1953 bis 1954 Abgeordneter für den BHE im Landtag Baden-Württemberg und später Funktionär des Bundes der Vertriebenen. 1972 bis zu seinem Tode war er Chef der Landsmannschaft Schlesien in Baden-Württemberg. Am 20. Mai 1977 wurde er Ehrenmitglied der Burschenschaft Franconia Freiburg.Christoph Hochstätter (Hrsg.): Mitgliederverzeichnis des Violett-Grünen Kartells. Burschenschaft Alemannia Marburg & Burschenschaft Franconia Freiburg, Stand 19. Mai 2019, S. 52. Am 1. September 1977 verstarb Schallwig bei einem Verkehrsunfall.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:SS-Mitglied Kategorie:Person der Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD Kategorie:GB/BHE-Mitglied Kategorie:BdV-Mitglied Kategorie:Burschenschafter (20. Jahrhundert) Kategorie:Landtagsabgeordneter (Baden-Württemberg) Kategorie:Person (deutsche Besetzung Lettlands 1941–1945) Kategorie:Person (deutsche Besetzung Ungarns 1944–1945) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1902 Kategorie:Gestorben 1977 Kategorie:Mann