Berendt Hus (* etwa 1630; † Februar 1676) war ein deutscher Orgelbauer.

Leben und Werk Hus wurde um 1630 geboren und stammte wahrscheinlich aus der Stadt Oldenburg oder dem Oldenburger Land, wo der Familienname häufig begegnete.Fock: Arp Schnitger und seine Schule. 1974, S. 17. Frühester Nachweis von Hus ist seine Tätigkeit 1650 in Langwarden, wo er zusammen mit seinem Lehrmeister Hermann Kröger ein zweimanualiges Werk schuf.Schild: Denkmal-Orgeln. 2005, S. 586. Kurz nach dem Orgelneubau der Celler Stadtkirche St. Marien, wo er 1653 als Geselle Krögers am Prospekt arbeitete, machte Hus sich als Orgelbauer selbstständig. Im Jahr 1654 heiratete er in Oldenburg „Maria Fritzschen“ und erlangte das Bürgerrecht der Stadt. Taufen von vier Kindern sind zwischen 1656 und 1671 nachgewiesen. Als erste selbstständige Tätigkeit gilt der Neubau in Diepholz in den Jahren 1655–1656.

Seinen größten Bekanntheitsgrad erlangte Hus dadurch, dass er der Onkel und Lehrmeister des legendären Orgelbauers Arp Schnitger war. In den Jahren 1666 bis 1671 erlernte Schnitger bei Hus den Orgelbau. Zusammen mit ihm erweiterte er 1673–1675 die zweimanualige Hus-Orgel der Stadtkirche Glückstadt (1661–1666) um ein Brustwerk. Noch größer war Schnitgers Anteil an der berühmten Orgel von St. Cosmae et Damiani (Stade), die er nach dem Tod seines Lehrmeisters vollendete. Die Kröger/Hus-Orgel in Langwarden blieb vor tiefgreifenden Veränderungen bewahrt und ist noch weitgehend original erhalten (14 von 21 Registern). Schnitger baute 1704/05 kräftigere Mixturen und Zungenstimmen ein, die aber einer Umbaumaßnahme im 19. Jahrhundert zum Opfer fielen.Schild: Denkmal-Orgeln. 2005, S. 589–590.

Insgesamt hat Berendt Hus acht neue Orgeln geschaffen und zusätzlich Umbauten und viele Reparaturarbeiten durchgeführt.

Nachgewiesene Werke Jahr Ort Kirche Bild Manuale Register Bemerkungen 1650 Langwarden St. Laurentius 160x160px|Foto der Orgel II/P 21 Mitarbeit bei Hermann Kröger; Orgel weitgehend erhalten 1653 Celle Stadtkirche St. Marien zentriert|160x160px|Foto der Orgel III/P 35 Mitarbeit am Prospekt, der erhalten ist; Pfeifenwerk von Rowan West rekonstruiert (heute III/P/49) 1655–1656 Diepholz Stadtkirche II/P 16 1800 nach Brockum umgesetzt, dort 1834 ersetzt 1658–1659 Mariendrebber St. Marien und Pankratiuszentriert|160px II/p 17 Die Orgel wurde 1857 durch Gebr. Haupt um ein selbstständiges Pedal erweitert (II/P/22) 1658–1660 Eckwarden St. Lamberti II/p Überholung der Orgel 1661–1665 Glückstadt Stadtkirche Glückstadt 160x160px II/P 27 1674–1675 durch Hus und Schnitger Erweiterung um ein Brustwerk; Prospekt in St. Nikolai (Burg auf Fehmarn) erhalten (Foto) 1667 Jade Trinitatiskirche zentriert|160x160px I/p 11 ZuschreibungSchild: Denkmal-Orgeln. 2005, S. 555. 1668–1673 Stade St. Cosmae et Damiani (Stade) 160x160px|Foto der Orgel III/P 42 Von Arp Schnitger vollendet; weitgehend erhalten → Orgel von St. Cosmae et Damiani (Stade) 1673 Sandstedt Ev.-luth. Kirche zentriert|160x160px II/P 16 Prospekt erhalten (Pfeifenwerk von Gebr. Hillebrand, Alfred Führer) 1673–1676 Stade St. Wilhadi III/P 45 Von Arp Schnitger vollendet; 1724 verbrannt

Literatur

Cornelius H. Edskes: Die Orgelbauerfamilie Huss. In: Helmut Winter u. a.: Orgel-Studien. Band I: Die Huss-Orgel in Stade, St. Cosmae. Verlag der Musikalienhandlung Wagner, Hamburg 1979, ISBN 3-921029-51-1, S. 19–23.

Fritz Schild: Denkmal-Orgeln. Dokumentation der Restaurierung durch Orgelbau Führer 1974-1991. Florian Noetzel, Wilhelmshaven 2005, ISBN 3-7959-0862-0.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Orgelbauer (17. Jahrhundert) Kategorie:Orgelbauer (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren im 17. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1676 Kategorie:Mann