+ Steckdosen nach SN 441011 Einphasig Dreiphasig 10 A rahmenlos|104x104pxTyp 13 rahmenlos|104x104pxTyp 15 16 A rahmenlos|104x104pxTyp 23 rahmenlos|104x104pxTyp 25 Die SN 441011, bis 2019 SEV 1011,Electrosuisse: Neue Steckernorm SN 441011. 1. April 2019 ist eine Schweizer Norm für Stecker und Steckdosen für den Hausgebrauch und ähnliche Zwecke. Der Stecker SN 441011 Typ 12 und die Steckdose SN 441011 Typ 13 sind international auch als Typ J bekannt. Neben der Schweiz ist diese Steckernorm auch in Liechtenstein in Verwendung.

Das in der Norm definierte Stecksystem für 250 V bzw. 440 V Wechselspannung (Netzspannung 230 V/400 V plus Toleranz) bei 50 Hz ist «hierarchisch abwärtskompatibel» aufgebaut. Damit ist gemeint, dass für 16 Ampere ausgelegte Steckdosen mit rechteckigen Löchern auch Stecker für 10 Ampere mit klassisch runden Stiften aufnehmen, umgekehrt jedoch nicht, und dass zwei- bzw. dreipolige (einphasige) Stecker auch mit fünfpoligen (dreiphasigen) Steckdosen verwendet werden können. Auch der Eurostecker (2,5 A) passt in alle vier Steckdosentypen.

Bei allen Ausführungen mit drei oder fünf Kontaktstiften (Typ 12/13, 15, 23 und 25) ist der mittlere Pol der Schutzkontakt. Obwohl die Kontaktstifte gleich lang sind, ist der Schutzkontakt vorauseilend, weil die Buchsen für Neutralleiter und Aussenleiter in der Steckdose tiefer versenkt angebracht sind. Durch die versetzte Anordnung der Kontakte ist eine Verpolungssicherheit gewährleistet: Zeigt bei einphasigen Steckdosen von vorne betrachtet der Schutzkontakt nach unten, so ist der Aussenleiter rechts. Alle vier aktuellen Steckdosentypen sind mit Schutzkragen ausgestattet. Steckdosen ohne Schutzkragen (T12) dürfen seit 2017 nicht mehr in Verkehr gebracht werden und waren auch zuvor nur ausserhalb von Nassräumen erlaubt, bestehende Steckdosen dieser Art dürfen aber weiter betrieben werden.

Eigenschaften mini|Polung der T13-Steckdose.Blau (links): NeutralleiterGrün-gelb (Mitte): SchutzleiterBraun (rechts): Aussenleiter Das System ist verpolungssicher, der Aussenleiter befindet sich bei 230-V-Steckdosen stets rechts, falls das «Dreieck» mit dem Schutzleiter in der Mitte nach unten zeigt; dies ist die übliche Montage bei Einzelsteckdosen.

Bei veralteten Steckdosen ohne Versenkung/Schutzhülle (Typ 12) sind während des Einsteckens und Herausziehens spannungsführende Kontaktstifte ohne Schutzisolierung (Typ 11- oder Typ 12-Stecker älterer Norm) frei zugänglich. Dort besteht die Gefahr eines Stromunfalls. Deshalb dürfen seit dem 1. Januar 2013 keine derartigen Stecker (Typ 11 und Typ 12) ohne Isolierungmoderner Schweizer-Stecker mit erforderlicher Isolierung (2- und 3-polig), seit 2013 Pflicht in den Umlauf gebracht werden und seit 2017 dürfen darüber hinaus keine Steckdosen ohne Versenkung/Schutzkragen (Typ 12) mehr neu installiert werden.

Der Stecker des Typs 12 mit seiner zulässigen Belastbarkeit von 10 A kann in eine Steckdose des Typs 23 eingeführt werden, die in der Regel mit 16 A abgesichert wird. Damit werden diese Stecker durch die Hausinstallation nicht gegen eine Überlastung im Bereich zwischen 10 A und 16 A geschützt. Eine derartige Belastung wäre beispielsweise bei einer Typ-13-Mehrfachsteckdose denkbar, an welcher mehrere grössere Verbraucher mit Typ-12-Steckern angeschlossen werden. Daher müssen Typ-13-Kabeltrommeln zwingend mit einem Überlastschutz versehen werden, Steckdosenleisten ohne Überstromschutz durften gemäss SEV 1011:2009/A1:2012 nur noch bis Ende 2015 hergestellt und bis Ende 2018 verkauft werden. Dies löst aber nicht das Problem bei Mehrfachsteckdosenleisten und Kabeltrommeln älteren Standards sowie bei Abzweigsteckern, für welche nach wie vor kein Überstromschutz vorgesehen ist.

Verglichen mit dem Schuko-System, dem amerikanischen System und Systemen ohne Schutzkontakte gilt das gegenwärtige Schweizer System als eines der platzsparendsten Systeme. Ein Normanschlussfeld für 230 Volt kann bis zu drei (manchmal auch vier) Anschlüsse aufnehmen. Das internationale IEC-60906-1-System weist grosse Ähnlichkeiten auf.

Der Schutzleiter ist vorauseilend. Die Norm erzwingt bei Steckdosen eine Konstruktion, bei der sichergestellt ist, dass der Schutzleiter zuerst verbunden wird. Dies geschieht, indem sie definiert, dass die Buchsen der Aussenleiter und der Neutralleiter mindestens 3 mm tiefer sein müssen als die Schutzleiter-Buchse (SEV 6534-1:2009 für Typ 13, SEV 5934-1:2009 für Typ 23).

Durch die sechseckige Form, das Versenken der Steckdose und die drei Stifte bietet das System einen sicheren mechanischen Halt sowie eine hohe mechanische Beanspruchbarkeit, auch gegen ein Verdrehen. Hingegen finden bei veralteten Steckdosen ohne Versenkung/Schutzkragen zweipolige Stecker nicht immer sicheren Halt, sodass diese bei Zug am Kabel aus der Steckdose gezogen werden können (beispielsweise ist bei Staubsaugern der Widerstand der Kabelaufrollung oft grösser als der Halt des Steckers, was dazu führt, dass beim Staubsaugen der Stecker aus der Dose gezogen werden kann). Bei Eurosteckern erfolgt die Abhilfe damit, dass die beiden Stifte leicht gegeneinander zulaufend sind, betreffende Steckernetzteile können daher kaum durch das eigene Gewicht aus der Steckdose herausfallen.

mini|Die Norm SN 441011:2019: Das hierarchisch kompatible Schweizer System von Stromsteckern und -steckdosen für den Haushaltsbereich

Das hierarchisch aufgebaute Steckersystem erlaubt die Nutzung der Stecker in Buchsen für höhere Stromstärken und/oder Mehrphasenstrom wie folgt: Typ 12 (nicht versenkt)/13 (versenkt): dreipolige Einphasensteckdosen, max. 10 A Buchsen nehmen dreipolige Stecker vom Typ 12 sowie zweipolige Stecker Typ 11 und den Eurostecker (max. 2,5 A) auf (alle Stecker idealerweise mit Schutzisolierung). Typ 15: fünfpolige Dreiphasensteckdosen (250/440 Volt Dreiphasenstrom), max. 10 A Buchse nimmt dreipolige Dreiphasenstecker vom Typ 15, sowie die einphasigen Typen 11, 12 und den Eurostecker (max. 2,5 A) auf (alle Stecker idealerweise mit Schutzisolierung). Typ 23: dreipolige Einphasensteckdose, max. 16 A, die Buchsenöffnungen sind viereckig. Buchse nimmt dreipolige Einphasenstecker vom Typ 23 (max. 16 A), sowie die einphasigen Typen 11, 12 (beide max. 10 A) und den Eurostecker (max. 2,5 A) auf (alle Stecker idealerweise mit Schutzisolierung). Typ 25: fünfpolige Dreiphasensteckdose (250/440 Volt Dreiphasenstrom), max. 16 A, alle Stiftlöcher sind viereckig. Buchse nimmt fünfpolige Dreiphasenstecker vom Typ 25 (max. 16 A) und 15 (max. 10 A), sowie die dreipoligen und einphasigen Typen 23 (max. 16 A), 11, 12 (max. 10 A) und den Eurostecker (max. 2,5 A) auf (alle Stecker idealerweise mit Schutzisolierung).

Bei nicht mehr zugelassenen Steckdosen (unvollständig): Typ 12: dreipolige Einphasensteckdose ohne Versenkung/Schutzkragen, max. 10 A Buchse nimmt Stecker der Typen 11, 12 und den zweipoligen Eurostecker, wie aber auch die alten zweipoligen «viereckigen» oder abgewinkelten runden Stecker auf. Die Buchse kann auch die dreipoligen Stecker des alten Typs 2 aufnehmen, die Schutzleiterfunktion ist dann aber nicht gewährleistet. Dieser Typ durfte nur bis zum 31. Dezember 2016 vertrieben werden. Typ 14: dreipolige Stecker und Steckdosen mit Vertiefung/Schutzkragen, max. 10 A. Doppelte Erdung sowohl mit Loch für Typ 12, als auch mit vorstehendem Stift für den alten Stecker Typ 2 (ähnlich wie beim französischen System CEE 7/5, aber nicht mit diesem kompatibel, da der Abstand zum Schutzleiter nicht übereinstimmt). Übergangssteckdose während der Umstellung auf den heutigen Standard. Darf seit 1974 nicht mehr neu verbaut werden, ist aber an Mehrfachsteckdosen nach wie vor anzutreffen.Museum of Plugs and Sockets: Swiss Types, abgerufen am 28. Juni 2013

Abmessungen mini|Dem Stecker T12 und den davon abgeleiteten Steckern liegt ein Quadrat mit mindestens 25 und höchstens 26 mm Seitenlänge zugrunde. Details, wie etwa zu den Toleranzen und die Stiftkonfiguration, sind den jeweiligen Normblättern zu entnehmen. Abmasse der Schutzkragen bei Steckdosen Kragen von Steckdosen nach T11 und T21 sind mindestens 16 mm (+1 mm), die nach T13 und T23 mindestens 21 mm (+2 mm) breit. Alle Kragen dieser Typen sind mindestens 36,5 mm lang. Die jeweiligen Winkel betragen 45 Grad. Solche von Dreiphasensteckdosen haben eine Abmasse von 37,2 (±0,7) × 39,5 (±1) mm. Schutzkragentiefe bei Steckdosen Bei einphasigen Steckdosen (T11, T13, T21, T23) ist der Schutzkragen 13 mm (+5 mm), bei dreiphasigen Steckdosen 17,5 mm (+1 mm) tief. Abmasse der Stecker Stecker nach T11 und T21 sind zwischen 13 mm und 14,5 mm breit, die nach T12 und T23 zwischen 17 mm und 20 mm breit. Stecker nach T11 und T13 zwischen 35 mm und 36 mm lang. Die jeweiligen Winkel betragen 45 Grad. Dreiphasenstecker haben eine Abmasse von 35,4 (±0,7) × 30 (±0,7) mm. Stiftlänge der Stecker Bei allen Typen sind die Stifte 19 mm (±0,5 mm) lang. Die Länge der Isolierung an den Steckerstiften beträgt 8 mm (±0,25 mm). Durchmesser der Stifte und der Öffnungen Die Stifte der 10-A-Stecker haben einen Durchmesser von 4 mm (±0,06 mm). Der Durchmesser der Öffnungen bei den Steckdosen beträgt 4,5 mm (+0,2 mm). Die Stifte der 16-A-Stecker sind 4 (±0,06) x 5 (±0,06) mm breit, die entsprechenden Öffnungen sind 4,5 (+0,2) x 5,5 (+0,2) mm breit. Abstand zwischen Leitern Sowohl bei den 10-A- als auch bei den 16-A-Ausführungen beträgt der Abstand zwischen dem Aussenleiter und dem Neutralleiter 19 mm (±0,15 mm). Der Schutzleiter ist 5 mm (±0,1 mm) versetzt angeordnet. Bei den Dreiphasensteckern und -steckdosen (T15 und T25) ist L2 und L3 8 mm (±0,1 mm) vom Schutzleiter aus gesehen versetzt angeordnet, d. h., der Abstand zwischen L1 und L2 beziehungsweise zwischen N und L3 beträgt 13 mm.

Absicherung mini|Tauchsieder an Doppelsteckdose. Durch das verwendete Stegkabel sind die 3 Adern inkl. Schutzleiter erkennbar. Bis 1994 war gemäss den damaligen Hausinstallationsvorschriften (HV) eine zweifache Übersicherung der Steckdosen der J- und T-Typen zulässig. So war es gestattet, eine Steckdose J15 mit 25 A bzw. T15 mit 20 A abzusichern. Seit der Einführung der NIN 1995 ist eine solche Übersicherung nicht mehr erlaubt, der Bestandsschutz bleibt aber gewährleistet. Heute ist das Übersichern einer Steckdose verboten, mit der Ausnahme, dass Steckdosen mit einem Bemessungsstrom von 10 A (T13 oder T15) mit 13 A abgesichert werden dürfen, vorausgesetzt, es werden Leitungsschutzschalter eingesetzt., Elektrotechnik 3/18, Seite 52

IN = 10 A IN > 10 A HV 1995 max. 2 Stufen höher max. 2 Stufen höher NIN 1995 undNIN 2000 max. 16 A max. IN NIN 2005 Wohnbauten: Schmelzsicherung: max. 10 A, LS: max. 13 AGewerbe: max. 16 A max. IN NIN 2010 undNIN 2015 Schmelzsicherung: max. 10 ALS: max. 13 A max. IN

Kompatibilität mini|Fixadapter von Konturenstecker CEE 7/17 auf SN 441011 T11 an einem Fön eines italienischen Herstellers. Ist der Adapter einmal aufgesteckt, kann er nur durch Gewalteinwirkung vom Stecker getrennt werden, was eine Zerstörung des Steckers zur Folge haben kann. In der Schweiz nicht zugelassen wegen Brandgefahr.

Keinesfalls sollte man Adapter für nicht-schweizerische Stecker (z. B. Schuko (CEE 4/7), CEE 7/7 oder CEE 7/17) zu Stecker SN 441011 Typ 11 verwenden, insbesondere wenn das Gerät auf mehr als 10 A ausgelegt ist, da bei einer wahrscheinlichen Überlast des Haushaltsnetzes Brandgefahr besteht; im besten Fall aktiviert sich die Überlastsicherung in einem abgesicherten Netzwerk. Solche Kupplungen dürfen daher in der Schweiz nicht in Verkehr gebracht werden.