mini|In dem ehemaligen Feuerwehrhaus ist das Urgeschichtliche Zentrum Wildeshausen untergebracht Das Urgeschichtliche Zentrum Wildeshausen ist ein Informationszentrum im niedersächsischen Wildeshausen, welches sich der großen Zahl jungsteinzeitlicher Stätten im Umkreis der Stadt, des Naturpark Wildeshauser Geest, widmet. Der größte Teil dieser Stätten ist Teil der Straße der Megalithkultur.

Geschichte mini|Pestruper Gräberfeld bei Wildeshausen 2007 wurde von 20 interessierten Personen der Förderverein Urgeschichtliches Zentrum Wildeshausen gegründet. Vereinsvorsitzende war seit 2008 die Archäologin Svea Mahlstedt. Ziel des Vereins war es, ein Informationszentrum zu schaffen, in dem man in der Kreisstadt Wildeshausen Informationen zu den jungsteinzeitlichen Fundplätzen der Umgebung erhalten konnte, die es hier in einer Menge gibt, wie sonst nirgends in Niedersachsen, ohne dafür nach Oldenburg oder Hannover fahren zu müssen. 2010 gab der Verein eine Machbarkeitsstudie in Auftrag und 2012 beschloss der Rat der Stadt eine Kostenbeteiligung. Vorgesehen war eine Ansiedlung nahe des Pestruper Gräberfeldes. Die Realisation gestaltete sich in den folgenden Jahren allerdings als schwierig, insbesondere enge Förderfristen und ein großer zu erbringender Eigenanteil zur Finanzierung waren problematisch. Deshalb musste 2013 ein verändertes Konzept her. Im Zuge des Plans für ein neues Feuerwehrhaus in der Pagenmarsch kam von Bürgern auch der Vorschlag für ein Kulturzentrum im alten Feuerwehrhaus an der Hunte. Dort sollte es auch Platz für das Urgeschichtliche Zentrum geben. Im März 2015 kam es dann zur Grundsatzentscheidung durch den Stadtrat. An der Huntestraße sollte wie vorgeschlagen das Zentrum entstehen, 2017 wurde ein Nutzungskonzept entwickelt. Aus dem Städtebauprogramm „Lebendige Zentren“ wurden sechs Millionen Euro von Land und Bund eingeworben, die Stadt musste eine Eigenanteil von drei Millionen Euro tragen. Ziel dieser Förderung war es, das Gebiet zwischen Herrlichkeit und Burgwiese aufzuwerten.

Im Februar 2022 wurden endlich konkrete Umbaupläne vorgestellt. Die 1960 errichtete Fahrzeughalle der alten Feuerwehr wurde abgerissen, sie wurde durch einen Neubau ersetzt. In diesem befindet sich heute die Dauerausstellung. Auch das übrige Gebäude wurde zwischen 2023 und 2025 aufwendig saniert. Bis zur Eröffnung waren seit dem Beginn der Planung damit fast 20 Jahre vergangen. Im August 2025 erfolgte schließlich die Eröffnung.

Das Urgeschichtliche Zentrum Das Urgeschichtliche Zentrum Wildeshausen ist kein Museum im klassischen Sinne, sondern wie der Name es schon andeutet ein Informationszentrum. Es bietet Informationen zu den archäologischen Stätten des Naturparks Wildeshauser Geest. Zum Konzept gehört eine enge Kooperation mit archäologischen, musealen und touristischen Partnerinnen der Region aber auch darüber hinaus. Die Betreiber möchten den nachhaltigen Umgang und die Identifikation mit dem archäologischen und kulturellen Erbe fördern. Dies beinhaltet die Förderung eines klima- und umweltverträglichen Tourismus ebenso wie durch Bildungsarbeit. Die Vermittlungsangebote und Ausstellungen im UZW sowie die Wissensstationen an den Bodendenkmälern basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Archäologie.

Als Geschäftsführerin fungiert die Archäologin Julia Katharina Koch. Ihr zur Seite steht eine Mitarbeiterin für den Bereich Bildung und Vermittlung sowie vier Mitarbeitende im Bereich Gästeservice. Es gibt neben der Dauerausstellung auch Sonderausstellungen im Haus und Führungen zu den archäologischen Stätten. Höhepunkt der Dauerausstellung ist der begehbare Nachbau eines Großsteingrabes. Im Zentrum der Ausstellung stehen die Megalithbauten des 4. Jahrtausends v. Chr., doch werden auch andere, spätere Fundplätze der Wildeshauser Geest vorgestellt.

Sonderausstellungen 2026: Nomaden unserer Zeit. Wanderschäfereien in Norddeutschland 2026: Von Saxen, Perlen und Pferden. Das frühmittelalterliche Gräberfeld von Visbek-Uhlenkamp II 2026: „Ein gut Theil Eigenheit“ – Lebenswege früher Archäologinnen 2027: Alles bleibt anders – Transformationsprozesse in Raum und Zeit 2027: Küstengeschichte(n) – geliebt, gefürchtet, gestaltet 2027: Studieren • Probieren • Experimentieren. 20 Jahre Experimentelle Archäologie an der Universität Hamburg

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Einzelnachweise

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