Die Belagerung von Saltykowa Diwyzja dauerte vom 4. Januar 1664 bis 6. Januar 1664 und war Teil des Polnisch-Russischen Krieges (1654 bis 1667).
Vorbereitung Im Jahr 1663 plante man am Hofe von König Johann II. Kasimir eine neue Offensive gegen Russland. Den nördlichen Arm einer strategischen Zangenbewegung sollte die litauische Armee bilden, die etwa 15.000 Soldaten zählte. Den südöstlichen Arm sollte die polnische Armee mit mehr als 20.000 Mann stellen, unterstützt von den verbündeten Heeren der Kosaken (12.000 Mann) und der Krimtataren (15.000 Mann)Jerzy Maroń, S. 74–77. Insgesamt standen damit rund 59.000 Soldaten zur Verfügung. Dabei wurden zwei Konzepte in Betracht gezogen:
die Belagerung der beiden wichtigsten von den Russen besetzten Städte, nämlich Smolensk und Kiew, die Erzwingung einer entscheidenden Feldschlacht gegen den Gegner.
Schließlich entschied man sich für die zweite Variante. Die Kronarmee sollte von Lemberg über Winnyzja marschieren, um am 1. September den Dnepr zu überqueren. In der Umgebung von Bar befand sich die Krimtatarenhorde, die bereit war, ihren Marsch nach Osten anzutreten.
Der Kampfwert der verbündeten Truppen war hoch, wurde jedoch durch die mangelnde Kampfbereitschaft der Kosakenverbände sowie die Frustration der Truppen der Republik geschwächt. Diese resultierte aus dem noch immer ausstehenden Sold und dem sich verschärfenden Konflikt zwischen Stanisław Lubomirski und König Johann II. Kasimir. Die Armee der Republik verfügte zudem über herausragende Befehlshaber wie Stefan Czarniecki, Jan Pawel Sapieha, Jan Sobieski, Michał Pac und Aleksander Hilary Połubiński.
Die russischen Streitkräfte unterhielten zahlreiche Garnisonen in den während früherer Feldzüge eroberten Städten und Festungen, insgesamt mehr als 37.000 Mann. Darüber hinaus umfasste das im Feld stehende Heer gemeinsam mit den verbündeten Kosaken Brjuchowezkyjs etwa 40.000 Soldaten.Jerzy Maroń, S. 78–79
Die Truppen der Krone brachen am 9. August 1663 von Lemberg auf und erreichten am 16. August Scharogród. In der Zwischenzeit kam es im Heer zu Unruhen, während Jan Sobieski, der mit einem Vorauskommando vorgerückt war, einen großen Teil der ukrainischen Kleinstädte unter seine Kontrolle brachte.
Am 23. August erreichte das Kronheer Bila Zerkwa, wo es zum Zusammentreffen mit der verbündeten Kosakenarmee des Hetmans Pawlo Teterja kam. Kurz darauf zog ein 12.000 Mann starkes Kosakenkontingent gemeinsam mit dem Kronheer, das zusätzlich durch 3.000 tatarische Reiter verstärkt worden war, zum Dnepr, wo man bis zum 12. November verblieb. Anschließend wurde der Vormarsch in Richtung Oster fortgesetzt, unterwegs wurde Woronkiw erobert. Danach teilten sich die Krontruppen: Der König marschierte gegen Saltykowa Diwyzja, während Stefan Czarniecki in Richtung Beresyna zog.Jerzy Maroń, S. 80–83
Belagerung Als das Heer der Republik am 4. Januar 1664 die Befestigungsanlagen erreichte, wurden die Soldaten beschossen und der königliche Gesandte, ein Priester orthodoxen Glaubens, wurde verprügelt. Die Bewohner von Saltykowa Diwyzja wollten sich ergeben, doch die kosakische Besatzung entschied sich für hartnäckigen Widerstand. Zwei Tage später begannen die Polen den Sturmangriff, der für sie erfolgreich endete. Tagsüber wurde die Stadt eingenommen, in der Nacht die Burg. Das königliche Heer erlitt jedoch erhebliche Verluste - mehrere Hundert Soldaten wurden getötet oder verwundet.
Aufgrund des hartnäckigen Widerstands der Einwohner wurde keine Schonung gewährt. Soldaten und Trossangehörige plünderten und vergewaltigten. Ein anonymer polnischer Autor berichtete, dass die Einwohner zur Strafe mit dem Schwert niedergemacht wurden und Stadt sowie Burg in Asche gelegt wurden. Ein Teil der Bewohner versuchte, über die zugefrorene Desna zu entkommen, brach jedoch durch das Eis und ertrank. Andere wurden als Sklaven an die Krimtataren verkauft. Das schreckliche Schicksal von Saltykowa Dewiza fand auch Eingang in die Schriften des Franzosen Rousseau de la Valette, der berichtet, der erzürnte König habe befohlen.Jerzy Maroń, S. 83Rousseau de la Valette Michel. Casimir roy de Pologne. Lyon, 1679. T. 2. S. 176.
Folgen Nach der Einnahme von Saltyków Diwyzja zogen die königlichen Truppen weiter über Mena (10. Januar) und Nowi Mlyny (14. Januar) bis vor Korop (18. Januar). Dort schlossen sich ihnen die Verbände von Sobieski sowie die Kosaken an, woraufhin die Offensive fortgesetzt wurde.
Literatur Jerzy Maroń, Kampania Zadnieprzańska Jana Kazimierza, Toruń 1998.
Einzelnachweise
Saltykowa Diwyzja