Die Hirtz von der Landskron (auch: Hirtze, Hirze o. ä.; lat.: cervo; Landscron, Landescron, Lantzcronen o. ä.) waren ein uradliges Kölner Patriziergeschlecht, das ab dem 14. Jahrhundert auch in Frankfurt am Main vertreten war. Das Geschlecht stellte Bürgermeister von Köln, Ratsherren, Schöffen und sogar einen Reichsabt von Kornelimünster. mini|hochkant|Wappen derer von Hirtz von der Landskron Eines anderen Stammes waren die Kölner Patrizierfamilien Hirtz genannt Schwarz sowie Hirtzelin.
Geschichte
Ursprung In der älteren Literatur, die vor allem auf Anton Fahne basiert, beginnt die Stammreihe mit den Eheleuten Emund Hirtz von der Landskron und Sophia. In der neueren Forschung jedoch ist die Stammfolge Fahnes in weiten Teilen nicht vertretbar. So vermengte er laut Joseph Hansen die Genealogien der Hirtz von der Landskron und der Hirtz genannt Schwarz. Der Stammvater des Geschlechts war laut der aktuellen Forschung Theodericus (Dietrich) de Cervo, der auf dem Haus zum Hirsch (ad Cervum) am Alter Markt wohnte. Mit seiner Frau Iliana hatte er einen gleichnamigen Sohn († 1279), der Tuchhändler war. Zunächst heiratete dieser Gertrudis; seine zweite Ehe ging er mit Beatrix Scherffgin, Tochter des Ritters Gerhard, ein. Aus erster Ehe ging die Tochter Catharina hervor, die Johannes Schwarz (Niger) heiratete; diese Ehe wiederum gab der Familie Schwarz den Namen Hirtz. Die zweite Ehe brachte einen Sohn hervor, dessen Name ebenfalls Theodericus de Cervo war, sowie Guderadis und Beatrix, die Nonne in St. Gertrud war. Theodericus erwarb am 11. Januar 1312 das Haus „Kleine Landescrone“ in der Albanspfarre, von dem der Beiname bzw. Genanntname „von der Landskron“ stammt. Ferner war er 1315 Schöffe, 1319/1320 Mitglied des engen Rats und 1325 sogar Amtmann der Richerzeche. Seine Frau war Sophia Quattermart, die 1355 als Witwe erschien.
Köln / Aachen / Weims Die Stammreihe wird mit Johann von Hirtz von der Landskron als Sohn Theodericus’ und Sophia Quattermarts fortgeführt. Ernst von Oidtman hält dies jedoch für unsicher. Geht man von Johann aus, ist die Stammliste Folgende:
Frankfurt Die Hirtz von der Landskron waren ab 1331 laut der Frankfurter Chronik auch in Frankfurt am Main ansässig. So erschienen in diesem Jahr die Eheleute Siegfried von der Landskron und Ida, die in der Pfarre St. Stephan einen Vicarium stifteten. Weiter machte Ermel zu der Landskron im Jahre 1380 Stiftungen im Predigerkloster. Die Eheleute Johann von Holzhausen und Margaretha in der Landskron stifteten 1457 ein Fenster in der Johanniterkapelle. Laut von Oidtman starb der Ast zu Frankfurt im Jahre 1506 aus.
Wappen Blasonierung: In Schwarz zwei Leoparden. Auf dem Helm ein goldener Turnierhut, auf dem ein goldener Hirsch vor einem natürlichen Rosenbusch schreitet.
Literatur
Herbert M. Schleicher (Bearb.): Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln: Band 8 (Mappe 585–665; Heimbach–Hoven) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 74), Köln 1995, S. 316–321. Cybele Crossetti de Almeida: Führende Kölner Familien im Spätmittelalter: eine prosopographische Untersuchung, Cuvillier Verlag, Göttingen 2015, ISBN 978-3-95404-966-0 (PDF; 3,3 MB auf cuvillier.de). Joseph Hansen: Mittheilungen aus dem Stadtarchiv von Köln, Band 10, Heft XXVI, M. DuMont-Schauenberg’sche Buchhandlung, Köln 1896, S. 113 f. (archive.org). Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden, Band 1, Heberle, Köln und Bonn 1848, S. 237 f. (hhu.de). Leopold von Ledebur: Adelslexicon der preussischen Monarchie, Band 1 (A–K), Raub, Berlin 1855, S. 359 (Google Bücher). Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 4 (Graffen–Kalau v. Kalheim), Voigt, Leipzig 1863, S. 385 (Google Bücher). Otto Titan von Hefner: Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland, Band 2 (G–L), Manz, Regensburg 1863, S. 161 (Google Bücher). Johann David Köhler (Bearb.): Johann Siebmachers allgemeines großes und vollständiges Wappenbuch, 5. Teil, 9. Ausgabe, Raspe, Nürnberg 1772, Tfl. 309 (digitale-sammlungen.de).
Einzelnachweise
Kategorie:Rheinländisches Adelsgeschlecht Kategorie:Kölner Patriziergeschlecht