mini|Katholische Kirche St. Ludgerus in Herten-Scherlebeck St. Ludgerus in Scherlebeck, einem Stadtteil von Herten, nordwestlich von Dortmund in Nordrhein-Westfalen ist eine römisch-katholische Filialkirche der Großpfarrei St. Martinus (Herten). Sie steht unter dem Patrozinium des heiligen Ludger, des ersten Bischofs von Münster, und gehört zum Kreisdekanat Recklinghausen im Bistum Münster. Das Gotteshaus ist ein Saalbau im Stil der Moderne und hat 430 Sitzplätze.

Geschichte Für die neue Schachtanlage „Schlägel und Eisen V/VI“ entstanden in den Jahren 1898 bis 1900 in Scherlebeck mehrere Wohnsiedlungen für die Familien der Bergarbeiter. Die Bauerschaften Disteln, Backum, Elpe, Rieth und Scherlebeck wurden 1900 zu einem Pfarrrektorat zusammengeschlossen. Weil die Bevölkerungszahlen stark anwuchsen und 1902 bereits 2.000 Katholiken in Scherlebeck wohnten, erfolgte 1908/09 eine Aufteilung in die beiden Pfarrrektorate Disteln und Scherlebeck.

Gottesdienste feierte man ab 1909 in Scherlebeck in einer Filialkirche, die zur Erinnerung an den 1100. Todestag des heiligen Liudger das Patrozinium St. Ludgerus bekam. Die endgültige Abtrennung von St. Peter (Recklinghausen) führte 1915 zu einer eigenständigen Pfarrei in Scherlebeck.

Baubeschreibung Nach den Plänen des Architekten Hans Schilling (Köln) wurde 1969–1972 das aktuelle moderne Gotteshaus in Scherlebeck gebaut.

St. Ludgerus ist eine gegliederte Saalkirche auf unsymmetrischem Grundriss mit Flachdächern. Der eingezogene Chor mit parabolischem Schluss liegt im Westen. Der südlich eingebundene Turm hat eine sehr seltene runde Form und besitzt ein Flachdach. Die polygonal austretende, überhöhte Taufkapelle befindet sich nördlich des Chores. Der große eingeschossige Sakristeianbau im Süden hat ebenfalls ein Flachdach. Das Gotteshaus besteht aus rotem Ziegelmauerwerk.

Zu den Gebäuden der Gemeinde gehören das Pfarrhaus von 1966, der Kindergarten von 1958 sowie das 2013 direkt neben der Kirche errichtete neue Gemeindezentrum.

Strukturentwicklungen Im November 2004 wurde St. Johannes (Bertlich) in die Pfarrei St. Martinus (Westerholt) integriert. Im Rahmen der umfangreichen Strukturreform des Bistums Münster 2008 erfolgten zahlreiche Fusionen sowie die Profanierung von St. Johannes (Bertlich). Durch Zusammenlegung von St. Martinus mit St. Ludgerus (Scherlebeck) im April 2008 und St. Mariä Heimsuchung (Langenbochum) im Dezember 2012 entstand die neue Großpfarrei St. Martinus in Herten-Westerholt.

Ende 2028 werden sich St. Martinus (Westerholt) und St. Antonius (Herten) sowie die Pfarreien St. Antonius, Liebfrauen und St. Peter in Recklinghausen zusammenschließen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Recklinghausen-Herten“.

Glocken Im Turm von St. Ludgerus hängen die folgenden vier Kirchenglocken aus Stahl:

Glocke 1: Schlagton: d‘; Ø 150 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1953 Glocke 2: Schlagton: f‘; Ø 125 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1953 Glocke 3: Schlagton: g‘; Ø 111 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1953 Glocke 4: Schlagton: a‘; Ø 95 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1953.

Orgel Matthias Kreienbrink (Osnabrück) erstellte 1960 für das Gotteshaus in Scherlebeck eine Pfeifenorgel mit 22 Registern und elektrischen Schleifladen. Für dieses Instrument mit zwei Manualen (C–g3) und Pedal (C–f1) erfolgte 1969 durch dieselbe Firma 1969 eine Translozierung. Die Orgel-Manufaktur Stefan Peters (Glandorf) führte 2022 eine umfassende Renovierung mit moderner Intonation durch.

Literatur Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster. Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg. Werner Thissen. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8. Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5. Margarete Luise Goecke-Seischab, Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.

Weblinks

Website von St. Ludgerus (Scherlebeck) Website vom Kreisdekanat Recklinghausen

Einzelnachweise

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