Michael Wininger (* 1979) ist ein österreichischer Bildungswissenschaftler, Psychoanalytiker und Hochschullehrer. Seit März 2026 ist er Rektor und Geschäftsführer der Bertha von Suttner Privatuniversität St. Pölten. Zuvor hatte er beide Funktionen seit April 2025 interimistisch ausgeübt.
Leben und Wirken
Wininger absolvierte von 1993 bis 1998 die Bundesbildungsanstalt für Sozialpädagogik in St. Pölten. Anschließend studierte er Erziehungswissenschaft an der Universität Wien mit Schwerpunkten in Psychoanalytischer Pädagogik sowie Sonder- und Heilpädagogik. 2009 schloss er sein Dissertationsstudium an der Universität Wien mit Auszeichnung ab. Seine Dissertation über die Rezeption der Psychoanalyse in der akademischen Pädagogik des deutschen Sprachraums erschien 2011 unter dem Titel Steinbruch Psychoanalyse? als Monografie.
Von 2003 bis 2006 arbeitete Wininger unter der Leitung von Ernst Berger als Sozialpädagoge am Neurologischen Zentrum Rosenhügel, das heute Teil der Klinik Hietzing ist. Zuletzt war er dort pädagogischer Koordinator der neuropsychiatrischen Abteilung für Kinder und Jugendliche.
Von 2006 bis 2010 war Wininger als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Universitätslektor im von Wilfried Datler geleiteten Arbeitsbereich Psychoanalytische Pädagogik am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien tätig. Von 2010 bis 2012 vertrat er an der Goethe-Universität Frankfurt am Main eine Professur für „Psychosoziale Beratung und professionelles Fallverstehen“. Von 2013 bis 2018 arbeitete er als Universitätsassistent im Postdoc-Bereich an der Universität Wien. Darüber hinaus übernahm er Lehraufträge an mehreren Universitäten und Hochschulen.
2019 übernahm Wininger die Studienprogrammleitung im Bereich Psychotherapie der Bertha von Suttner Privatuniversität St. Pölten. Seit 2022 gehört er deren Senat an. Zum 1. April 2025 übernahm er als Nachfolger des Gründungsrektors Peter Pantuček-Eisenbacher interimistisch die Funktionen des Rektors und Geschäftsführers. Seit März 2026 ist er regulärer Rektor der Universität.
Von 2006 bis 2018 absolvierte Wininger eine Ausbildung zum Psychoanalytiker in der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung, deren ordentliches Mitglied er seit 2018 ist. Daneben arbeitet er als Psychoanalytiker beziehungsweise Psychotherapeut in freier Praxis. Von 2020 bis 2023 gehörte er dem Vorstand der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung an.
Forschung und Herausgebertätigkeit
Winingers Arbeits- und Forschungsschwerpunkte liegen in der Psychoanalytischen Pädagogik, der psychoanalytischen Entwicklungstheorie, psychosozialen Interventionsmethoden und im professionellen Fallverstehen. Weitere Schwerpunkte bilden die Professionalisierungs- und Hochschuldidaktikforschung sowie die Evaluation universitärer Aus- und Weiterbildungsangebote in Psychotherapie und psychosozialen Arbeitsfeldern.
Seit 2015 gehört er dem ständigen Herausgeberkreis und der Redaktion des Jahrbuchs für Psychoanalytische Pädagogik an.
Schriften (Auswahl)
Monografie
Steinbruch Psychoanalyse? Zur Rezeption der Psychoanalyse in der akademischen Pädagogik des deutschen Sprachraums zwischen 1900 und 1945. Verlag Barbara Budrich, Opladen 2011, ISBN 978-3-86649-390-2 (= Schriftenreihe der DGfE-Kommission Psychoanalytische Pädagogik, Band 3).
Herausgeberschaften
mit Wilfried Datler und Johannes Gstach (Hrsg.): Alfred Adler: Schriften zur Erziehung und Erziehungsberatung (1913–1937). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2009, ISBN 978-3-525-40106-4 (= Alfred-Adler-Studienausgabe, Band 4). mit Bernd Ahrbeck, Margret Dörr, Rolf Göppel und Heinz Krebs (Hrsg.): Innere und äußere Grenzen. Psychische Strukturbildung als pädagogische Aufgabe. Psychosozial-Verlag, Gießen 2016, ISBN 978-3-8379-2576-0 (= Jahrbuch für Psychoanalytische Pädagogik, Band 24). mit Urte Finger-Trescher und David Zimmermann (Hrsg.): Migration, Flucht und Wandel. Herausforderungen für psychosoziale und pädagogische Arbeitsfelder. Psychosozial-Verlag, Gießen 2020, ISBN 978-3-8379-2934-8 (= Jahrbuch für Psychoanalytische Pädagogik, Band 27), . mit Rolf Göppel und Johannes Gstach (Hrsg.): Aufwachsen zwischen Pandemie und Klimakrise. Pädagogische Arbeit in Zeiten großer Verunsicherung. Psychosozial-Verlag, Gießen 2023, ISBN 978-3-8379-3174-7 (= Jahrbuch für Psychoanalytische Pädagogik, Band 29), .
Aufsätze
mit Wilfried Datler und Margit Datler: Evaluating the Impact of Work Discussion Techniques on the Formation of Psychoanalytic Skills and Attitudes: Research Designs and First Results. In: Infant Observation. Band 21, Nr. 2, 2019, S. 204–219, . An den Grenzen des »informed consent«. Psychoanalytische Beiträge zur Frage des Veröffentlichens von Fallmaterial im Spannungsfeld von Verpflichtung, Schuld, Angst und Selbstzensur. In: psychosozial. Band 46, Nr. 2, 2023, S. 74–85, .
Weblinks
Michael Wininger auf der Website der Bertha von Suttner Privatuniversität St. Pölten Publikationen und Forschungsaktivitäten von Michael Wininger Literatur von und über Michael Wininger im Österreichischen Verbundkatalog
Einzelnachweise
Kategorie:Erziehungswissenschaftler Kategorie:Psychoanalytiker Kategorie:Psychotherapeut Kategorie:Hochschullehrer (St. Pölten) Kategorie:Rektor einer Universität in Österreich Kategorie:Absolvent der Universität Wien Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1979 Kategorie:Mann