Matts Leiderstam (* 22. April 1956 in Göteborg)Stefan Hammenbeck-Eichberger: Leiderstam, Matts. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 84: Leibundgut - Linssen. De Gruyter, Berlin 2014, ISBN 978-3-11-023189-2, S. 3. ist ein schwedischer Maler und Installationskünstler.

Leben und Wirken Nach einer Töpferlehre beim schwedischen Porzellanhersteller Rörstrand in Lidköping, studierte Leiderstam von 1977 bis 1981 an der Stockholmer Kunstfachschule mit dem Abschluss als Zeichenlehrer. Von 1984 bis 1989 studierte er an der Kunsthochschule Valand in Göteborg. 1986 besuchte er das Royal College of Art, The Printmaking Department in London. 2006 promovierte er in Bildender Kunst an der Kunsthochschule Malmö/Universität Lund. In den Jahren 1997 bis 2001 hatte er eine Professur an der Kunsthochschule Malmö inne.

Bereits in seinen Ausstellungen Anfang der 1990er Jahre befasste sich Leiderstam künstlerisch mit dem Thema der Homoerotik. In Gemälden, Fotografien und Objekten, die er zu Installationen zusammenstellte, machte er die homoerotische Kultur mit ihrer versteckten Sprache, ihren Blicken und Treffpunkten, aber auch mit ihren Verwundbarkeiten und Begierden sichtbar. Als Künstler und Kunstwissenschaftler beschäftigt sich Leiderstam mit historischen Porträts und Landschaftsgemälden, insbesondere aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, um versteckte Details und Codes der Gemälde jener Zeit zu entdecken.

In seinen Installationen stellt er eigene Werke zusammen mit Werken aus älteren Epochen aus und flankiert diese mit homoerotischer Literatur. In seiner erstmals 1997 auf der Biennale in Venedig gezeigten Installation Grand Tour reflektierte er die Entstehungs-, Restaurations- und Rezeptionsgeschichten von Gemälden und regte zum Beispiel durch die Vergrößerung von Bilddetails und irritierende Bildhängungen den Betrachter zu neuen Sichtweisen und eigenen Interpretationsansätzen an. Seinen künstlerischen Ansatz könnte man als „re-reading“ bezeichnen.

Ausstellungen (Auswahl)

Einzelausstellungen

1995: Malmö Kunstmuseum, Malmö 2006: Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz 2007: Badischer Kunstverein, Karlsruhe 2008: Helsinki Contemporary, Helsinki 2010: Grazer Kunstverein, Graz – : Malmö Konstmuseum, Malmö – : Kunsthalle Düsseldorf, Düsseldorf 2017: Wilfried Lentz, Rotterdam 2025: Prins Eugens Waldemarsudde, Stockholm 2026: Andréhn–Schiptjenko, Paris

Gruppenausstellungen

1994: Blind Love. Moderna Museet, Stockholm 1996: See How it Feels Like! Rooseum, Malmö 1997: Deposition. An exhibition by IASPIS Biennale Venedig 1998: From The Corner of The Eye. Stedejlik Museum, Amsterdam 2002: Regarding Landscape. The Koffler Gallery, Toronto 2004: Falskt & Äkta. Schwedisches Nationalmuseum, Stockholm 2012: The Collector. Uppsala Kunstmuseum, Uppsala 2023: Sleepless Nights – From the 1980s in the Moderna Museum Collection. Moderna Museet, Stockholm 2025: Silver Suits you, 25 Years Loving Art. Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz

Werke in öffentlichen Sammlungen (Auswahl)

Buffalo AKG Art Museum, Buffalo, USA Bonnier Foundation, Stockholm, Schweden Deutsche Bank Collection, Deutschland Erasmus University, Rotterdam, Niederlande Henie Onstad Kunstsenter Høvikudden, Norwegen Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz, Liechtenstein Moderna Museet, Stockholm, Schweden Museo Tamayo, Mexiko-Stadt, Mexiko Museum of Contemporary Art, San Diego, USA Museum Voorlinden, Wassenaar, Niederlande Uppsala Konstmuseum, Uppsala, Schweden

Literatur (Auswahl)

Kunsthalle Düsseldorf (Hrsg.): Matts Leiderstam. Seen from here. Verlag für moderne Kunst, Nürnberg 2010, ISBN 978-3-86984-029-1. Anja Casser und Wolfgang Ulrich: Matts Leiderstam – Nachbild/After Image. Badischer Kunstverein, Argobooks, Berlin 2010, ISBN 978-3-941560-15-4.

Weblinks

Website Matts Leiderstam

Einzelnachweise

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