Veja ist eine französische Marke für Sneaker und Accessoires, die 2004 von Sébastien Kopp und François-Ghislain Morillion gegründet wurde und deren Geschäftsmodell direkte Lieferbeziehungen, fair gehandelte Rohstoffe und ökologiebezogene Materialentscheidungen betont. Bekannt wurde die Marke mit schlicht gestalteten Sportschuhen mit V-Logo.

Geschichte Kopp und Morillion arbeiteten zunächst im Finanzbereich, prüften später Produktionsbedingungen in der Textilindustrie und entwickelten daraus die Idee, Sneaker unter Berücksichtigung sozialer und ökologischer Kriterien herzustellen. Im Oktober 2019 eröffnete Veja fünfzehn Jahre nach der Gründung seine erste eigene Pariser Boutique in der Rue du Poitou im 3. Arrondissement. Seit 2020 ergänzte das Unternehmen seine Verkaufsorte um Reparaturangebote, zunächst in Bordeaux und später in Paris, Madrid und New York.

Geschäftsmodell Veja verzichtet weitgehend auf klassische Werbung und begründet dies damit, mehr Mittel für Produktion, Rohstoffe und Umweltmaßnahmen einsetzen zu können. Das Unternehmen verschenkt nach Guardian-Darstellung keine Schuhe an Prominente, nimmt nicht am Black Friday teil und veröffentlicht auf seiner Webpräsenz Verträge mit Erzeugern sowie Angaben zu Fabriklöhnen. Die Jahresproduktion lag 2024 bei rund vier Millionen Paar Schuhen, während das Unternehmen Ende 2025 rund 500 Beschäftigte hatte und mehr als 14 Millionen Paar Sneaker produziert hatte.

Lieferkette Veja baute seine Lieferkette zunächst auf direkte Beziehungen zu kleinen Erzeugergemeinschaften in Brasilien auf und nutzte Bio-Baumwolle, wilden Kautschuk aus Amazonien und mit Akazienextrakt gegerbtes Leder. Im Jahr 2022 kaufte das Unternehmen 277 Tonnen Bio-Baumwolle von 1200 Produzenten zu durchschnittlich 25 Prozent über dem Preis konventioneller Baumwolle, und die Sohlen enthielten bis zu 40 Prozent wilden Kautschuk von 1500 Kleinproduzenten aus Amazonien. Anfang der 2010er-Jahre wurden die in Brasilien gefertigten Schuhe per Schiff nach Frankreich gebracht und dort durch Ateliers Sans Frontières gelagert und versandt, eine Organisation zur beruflichen Wiedereingliederung benachteiligter Menschen. 2024 begann Veja mit Samba Footwear in Portugal eine ergänzende europäische Produktionslinie für den europäischen Markt; bei der europäischen Lederbeschaffung stützte sich das Unternehmen dabei stärker auf Zertifizierungen der Leather Working Group, während Schlachthöfe und landwirtschaftliche Betriebe nach Angaben Kopps noch nicht kartiert waren.

Kreislaufansätze Zu den Ansätzen für längere Nutzung und Wiederverwertung gehören Reparaturangebote sowie der Einsatz rezyklierter Kunststoffe. Neben Baumwolle, Kautschuk und Leder verarbeitet Veja auch rezyklierte Kunststoffe; 2023 baute das Unternehmen mit brasilianischen Catadores-Kooperativen eine rückverfolgbare Lieferkette für post-consumer PET auf und kaufte sechs Millionen Flaschen aus diesem Netzwerk. Zugleich gelten Rezyklierungsansätze im Schuhsektor als begrenzt, weil ein Paar Sneaker aus vielen unterschiedlichen Materialien bestehen kann und deshalb schwer vollständig zu verwerten ist. Die Reparaturangebote zielen darauf, die Nutzungsdauer der Schuhe zu verlängern; die Zahl der reparierten Paare stieg von etwa 800 im Jahr 2020 auf 10.000 im Jahr 2023.

Anerkennungen 2022–2023: B-Corp-Rezertifizierung mit einem verifizierten B-Impact-Score von 92,7 (Median gewöhnlicher Unternehmen: 50,9), verliehen durch B Lab. Veja wurde ursprünglich im Dezember 2018 als B Corporation zertifiziert und ist eine der Referenz-B-Corps in der Modebranche.

2023: „Sustainability Leadership Award“ bei den 37. FN Achievement Awards (den sogenannten „Shoe Oscars“), verliehen am 29. November 2023 durch das Fachmagazin Footwear News in Anerkennung der ethischen Beschaffungspraktiken und der Fair-Trade-Zusammenarbeit mit kleinbäuerlichen Kooperativen in Brasilien.

2025: Klassifizierung unter den Top 30 Unternehmen des Nature 100, dem jährlichen Ranking von illuminem der nachhaltigsten börsennotierten Unternehmen weltweit.

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Einzelnachweise

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