Amalia Elisabeth Ottilia (Maja) Matthey, verheiratete Wirz (* 6. September 1872 in Halver; † 9. Mai 1941 in der Heil- und Pflegeanstalt Rosegg in Solothurn) war eine Schweizer Lyrikerin und Erzählerin.

Leben Maja Matthey wurde in Halver in Westfalen geboren. Nach dem frühen Tod ihrer Eltern besuchte sie das Mädcheninstitut ihrer Tante in Braubach am Rhein und nachher das Lehrerinnenseminar in Keppel. 1896 trat sie der Redaktion der Schweizer Hauszeitung bei und zog nach Basel. Aus gesundheitlichen Gründen übersiedelte sie kurz darauf ins Tessin, nach Ravecchia bei Bellinzona, wo sie bis 1908 lebte und die ersten Gedichte und Novellen schrieb. Sie brachte mit ihren psychologisch scharfen und pointierten Büchern als Erste das Tessin den Deutschschweizern nahe und galt bald als Dichterin des Tessin.

Von 1909 bis 1912 lebte sie in Solothurn, ab 1912 in Zürich. Dort war sie Redaktorin der Schweizerischen Sonntagsblätter und des Schweizerischen Familien-Wochenblattes sowie Inspektorin der städtischen bürgerlichen Armenpflege, wo sie mit Problemen konfrontiert wurde, die sie später als Ausgangsmaterial für ihre Romane verwendete. Von 1912 bis 1919 war sie Quästorin des Schweizerischen Schriftstellervereins.

Josef Victor Widmann hat die Gedichtsammlung Von Alltag und Sonntag (1902) mit den Worten beschrieben: «Die Frucht ihres Lebensromans lässt sich also mit vier Buchstaben ausdrücken, die je nachdem man sie stellt, die Worte frei – reif – fier – ergeben, von denen jedes für die Gedichte der Frau Maja bezeichnend ist.»

Auszeichnungen 1910 Ehrengabe der Schweizerischen Schillerstiftung für Tessiner Novellen

Schriften Hartwiga: ein Spiel in zwei Aufzügen. Basel 1898. Junge Lieder und Bilder. Zürich 1898. Neue Lieder. Dresden 1900. Claudine: episch-lyrische Dichtung in Gesängen. B. Beuttner & Comp., Bellinzona 1902. Von Alltag und Sonntag: Gedichte 1899-1901. Georg Heinrich Meyer, Leipzig 1902. Tessiner Novellen. Beuttner & Co., Leipzig 1906. Die guten Willens sind: Tessiner Roman. A. Francke, Bern 1910. Die Stadt am See: eine Erzählung. Orell Füssli, Zürich 1912. Gedichte und kleine Erzählungen. G. Meyer, Zürich 1914. Der Pfarrer von Villa: Tessiner Novelle. Huber & Co, Frauenfeld 1918. Im Atem der Sonne: Tessiner Novellen. E. Salzer, Heilbronn 1919. Heilige und Menschen: Tessiner Novellen. A. Francke A.-G., Bern 1921.

Literatur Elisabeth Friedrichs: Die deutschsprachigen Schriftstellerinnen des 18. und 19. Jahrhunderts. Ein Lexikon. J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart, 1981, ISBN 3-476-00456-2, S. 199 Doris Stump, Maya Widmer, Regula Wyss, unter Mitarbeit von Sabine Kubli: Deutschsprachige Schriftstellerinnen in der Schweiz 1700–1945. Eine Bibliographie. Limmat, Zürich 1994, ISBN 978-3-85791-214-6, S. 143–144. Akteur:in Matthey, Maja. In: gosteli.anton.ch (anton.ch). Die Dichter der Schweiz (= Literarisches Jahrbuch 1929). Hrsg. vom Verein Schweizerischer Literaturfreunde. Heimatverlag, Basel 1929, S. 59. Deutsches Literatur-Lexikon: biographisch-bibliographisches Handbuch 1968-2005. 3., völlig neu bearbeitete Auflage. Berlin 1968–2024.

Weblinks Publikationen von und über Maja Matthey im Katalog Helveticat der Schweizerischen Nationalbibliothek

Maja Matthey im Lexikon Westfälischer Autorinnen und Autoren

Einzelnachweise

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