mini|Kirche Lüttchendorf (Seegebiet Mansfelder Land) Die evangelische Kirche St. Fabian und Sebastian ist eine spätromanische Saalkirche im Ortsteil Lüttchendorf der Gemeinde Seegebiet Mansfelder Land im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zum Kirchengemeindeverband Röblingen am See im Kirchenkreis Eisleben-Sömmerda der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Namensgeber der Kirche sind die frühchristlichen Heiligen Fabianus und Sebastian.

Geschichte und Architektur Die Kirche ist ein im Kern spätromanisches Bruchsteinbauwerk mit Westquerturm. Der leicht eingezogene, langgestreckte Chor mit dreiseitigem Ostschluss ist eine spätgotische Erweiterung nach 1480, wie aus einer Inschrift im Chorpolygon hervorgeht. Eine querrechteckige Vorhalle ist an der Nordseite des Schiffs angebaut. Im Ostschluss sind vermauerte Spitzbogenfenster mit schrägen Laibungen erkennbar. Der Chor und das Schiff werden durch schlichte barocke Rechteckfenster erhellt, die von der umfassenden Renovierung nach einem Großbrand im Jahre 1635 herrühren.

Dabei wurde auch das Innere vollständig erneuert. Ein barockes Kreuzgratgewölbe mit gurtlosen Jochen auf rechteckigen Wandpfeilern wurde damals eingezogen; im Polygon ist ein dreikappiges Halbjoch eingebaut. Die Hufeisenempore ist mit vegetabilen Schnitzereien geschmückt und trägt einen barocken Orgelprospekt auf einer vorschwingenden Empore.

Die Kirche steht unter Denkmalschutz und ist als Baudenkmal mit der Erfassungsnummer 094 08183 im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt eingetragen.

Ausstattung Das Hauptstück der Ausstattung ist ein Kanzelaltar mit weit geöffneter Ädikula aus schräg herausgestellten ionischen Säulen, einem gestuften, vorn segmentbogig gebauchtem Kanzelkorb und reichem barockem Dekor. Auf dem Schalldeckel ist das Lamm Gottes dargestellt. Über den Säulen befindet sich ein sitzender Engel mit den Gesetzestafeln des Alten Bundes und dem Evangelienbuch des Neuen Bundes. Als Bekrönung ist der triumphierende Christus dargestellt. Die seitlichen Durchgänge sind mit Chorpriechen mit ausgesägten Ornamenten verbunden; auf der südlichen ist als Bekrönung der auferstandene Christus dargestellt.

Die heutige Orgel ist ein Werk der Firma Emil Hammer Orgelbau (Hannover) aus dem Jahr 1950 mit neun Registern auf einem Manual und Pedal.

Ein Inschriftgrabstein stammt aus dem Jahr 1677. Im Turmraum befindet sich ein barocker Christuscorpus.

Außen an der Nordseite des Turms sind zwei barocke Grabsteine erhalten, an der Südseite ein dreiteiliges Grabmal, das eine von zwei Obelisken gerahmte dreizonige Stele mit der Jahreszahl 1749 zeigt.

Literatur

Weblinks

Website der Kirchengemeinde

Einzelnachweise

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