Die Grafen von Müllenark (auch: Mollenark, Mullenark, Mulinarco, Mullinarca o. ä.) waren ein niederrheinisches Hochadelsgeschlecht mit Stammsitz auf dem Gut Müllenark im Kreis Düren. Sie übten die Herrschaft über die gleichnamige Grafschaft aus und erhoben Ansprüche auf die Grafschaft Hochstaden. Bekanntheit erlangte das Geschlecht vor allem durch den Erzbischof Heinrich von Müllenark. mini|hochkant|Wappen der Grafen von Müllenark bei Anton Fahne (nachkoloriert) Ferner sind die Grafen von Müllenark eines Stammes mit den Burggrafen von Tomburg und den Herren von Vernich, jedoch nicht eines Stammes mit den niederadligen Geschlechtern gleichen Namens.
Geschichte
Ursprung Auffällig ist die Wappenverwandtschaft mit den Grafen von Altena bzw. den aus ihnen hervorgegangenen Grafen von der Mark, mit denen eine Stammesverwandtschaft nicht belegt ist.
Zunächst erschien von 1129 bis 1140 Gerard von Müllenark, Graf von Müllenark, der zu den Optimaten des Reiches zählte und in Urkunden des Kaisers Lothar III. sowie der Erzbischöfe von Köln erschien. Er war bei der Krönung Lothars am 13. September 1125 in Aachen anwesend. Gerard heiratete wohl Reginline, mit der er eine Tochter hatte, die einen Grafen von Saffenberg heiratete.
Der Hermann, Graf von Müllenark, ist von 1161 bis 1200 belegt. Dieser war ein Vasall sowie Vogt des Kölner Domstifts und besaß zudem Lechenich. Außerdem war er ein Kriegsheld und hielt angeblich die Feinde der Stadt Köln auf „bewundernswürdige Weise“ fern. Während seines Lebens erschien er vor allem in Urkunden der Klöster Gladbach, Siegburg und Heisterbach.
Des Weiteren erschienen im 13. Jahrhundert einige Edelherren von Müllenark: Arnold von Müllenark (urkundlich 1228–1255) mit seiner Frau Ida von Overath, Theoderich von Müllenark (urkundlich 1253) und Adam von Müllenark (urkundlich 1286).
Verbreitung Die ununterbrochene Stammfolge beginnt im frühen 13. Jahrhundert:
Wappen
Blasonierung: In Gold zwei silber und rot geschachte Querbalken. Auf dem Helm ein Hundekopf zwischen einem schwarzen und einem silbernen Federbusch.
Hermann von Müllenark und seine Nachfahren führten zusätzlich einen fünflätzigen Turnierkragen im Schildhaupt. Der gleichnamige Domkanoniker führte zwischen den Querbalken einen Vogel.
Literatur
Herbert M. Schleicher (Bearb.): Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln, Band 11 (Mappe 832–915; Mockel–Palmer) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 80), Köln 1996, S. 132–156. Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden: Band 1, Heberle, Köln und Bonn 1848, S. 287 (hhu.de). Band 2, Heberle, Köln und Bonn 1853, S. 97 (hhu.de)
Einzelnachweise
Kategorie:Rheinländisches Adelsgeschlecht