mini|Jo Kuhn in seinem Atelier in Bad Sassendorf in den 1980ern
Hans Joachim „Jo“ Kuhn (* 1935 in Mülheim an der Ruhr; † 2026 in Soest) war ein deutscher Maler der konkreten Kunst.
Werdegang Ab den 1970er Jahren beschäftigte sich Kuhn intensiv mit den Wirkungen von Farbe und reduzierter Form. Sein Werk umfasst großformatige Harzwachsmalereien, Gouachen, Pastelle sowie digitale Pigmentdrucke. Die Farbe steht dabei im Mittelpunkt seiner künstlerischen Arbeit und wird losgelöst von gegenständlichen Bezügen untersucht.
Sein künstlerisches Wirken erstreckte sich von Ende der 1960er Jahre bis zu den frühen 2020er Jahren. Jo Kuhn war u. a. Mitglied des Bezirksverbandes Bonn des Berufsverbands Bildender Künstler*innen, Gründungsmitglied des 1981 gegründeten Kunstverein Kreis soest, der gruppe konkret sowie der Réalités nouvelles in Paris. Er lebte und arbeitete in Soest, nach Aufenthalten in Spanien, Düsseldorf sowie Bad Sassendorf und in der Eifel.
Seine Arbeiten wurden in Museen und Galerien im In- und Ausland gezeigt, darunter im Museum für Konkrete Kunst in Ingolstadt, im Museum Wilhelm Morgner in Soest sowie beim Salon des Réalités Nouvelles in Paris.
Jo Kuhn zählt neben Karl Georg Schmidt, mit dem er eng befreundet war, Carlernst Kürten, Erich Lütkenhaus, Gerhard Weber und Gordon F. Turner zu den herausragenden Künstlern der Hellweg-Region. Seinen künstlerischen Vorlass hat er 2021 der Stiftung Konzeptuelle Kunst gestiftet.
Kunstgeschichtliche Einordnung und Bewertung Kunstgeschichtlich ist Jo Kuhn der konkreten und konstruktiven Malerei zuzuordnen. Sein Werk steht in der Tradition der europäischen Konkreten Kunst nach 1945, die Farbe, Form und Bildstruktur von gegenständlicher Darstellung löst und das autonome Bild als eigenständige visuelle Wirklichkeit versteht. Dabei knüpft Kuhn sowohl an Positionen des Bauhauses als auch an Entwicklungen der Zürcher Konkreten und der deutschen Farbfeldmalerei an.
Im Zentrum seiner Arbeiten steht die Untersuchung von Farbe als eigenständigem Ausdrucksträger. Charakteristisch sind reduzierte geometrische Ordnungen, serielle Bildkonzepte sowie fein abgestimmte Farbräume, die weniger auf Komposition im klassischen Sinn als auf Wahrnehmung und atmosphärische Wirkung zielen. Besonders seine Harzwachsmalereien verbinden materielle Tiefe mit einer sensiblen Lichtwirkung.
Kuhns Werk nimmt innerhalb der deutschen Nachkriegskunst eine eigenständige Position zwischen konkreter Malerei, Minimal Art und meditativer Farbforschung ein. Seine Arbeiten zeichnen sich durch formale Konsequenz, handwerkliche Präzision und eine konzentrierte Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Farbe, Fläche und Raum aus.
Einzelausstellungen (Auswahl) 2026 „FARBDIALOGE seit 1970“, Museum Wilhelm Morgner mit RAUM SCHROTH, Soest 2022 „Farbdialoge“, Galerie r8m, Köln 2015 „Farbdialoge“, 80 Jahre Jo Kuhn, Kunstverein Kreis Soest, Soest 2013 „Farbdialoge“, Rathaus Euskirchen 2012 „Farbdialoge“, Rathaus Altenahr 2010 „Farbe im Dialog. Pastelle und Gouachen“, Haus Paula Becker, Bremen (Kat.) 2007 „Farbdialoge“, Glaspavillon Hans-Schmidt-Haus, Rheinbach 2006 „Farbdialoge“, Forum Konkrete Kunst, Peterskirche, Erfurt | „Farbdialoge“, Marktheidenfeld 2005 „Farbdialoge“, Rathaus Altenahr 2004 „Farbdialoge“, Haus Nordhelle, Meinerzhagen 2003 „Farbdialoge“, Galerie der Sparkasse Siegburg, Siegburg | „30 Positionen zur konkreten Kunst“, Museum Modern Art, Hünfeld (Kat.) 2002 „Farbdialoge“, Probsteikirche St. Johann, Duisburg | „Farbdialoge“, Kunstverein Kreis Soest, im Kunstmuseum Wilhelm-Morgner-Haus, Soest | „Farbdialoge“, Galerie Konkret, Sulzburg (Kat.) 2001 „Farbdialoge“, Galerie „Haus zum Wasen“, Wagenhausen (CH) 2000 „Pastelle“, Rathaus Altenahr | „Farbdialoge“, Galerie rote Schule, Andernach 1999 „Farbdialoge“, Museum Modern Art, Hünfeld (Kat.) 1998 Galerie P.Q., Bonn-Beuel 1996 Gesellschaft für Kunst und Gestaltung, Bonn 1993 Rathaus Großbottwar | Rathaus Hardtberg, Bonn 1991 Ateliergalerie Friege, Remscheid | Galerie 11, Köln | Ausstellung zum Anlass der Eröffnung des neugestalteten Rathauses zu Altenahr (Kat.) | Kurfürstliches Gärtnerhaus, Bonn | Galerie für zeitgenössische Kunst, Florastr., Düsseldorf 1990 Kreishaus Soest 1988 Bundeswirtschaftsministerium, Bonn 1987 Komturei, Adenau | Rathaus Hardtberg, Bonn 1985 „Ausstellung im alten Wirkungskreis“, Kreishaus Soest 1984 Galerie Rita Theis, Bochum 1983 Galerie Paynture Frais, Paris (FR) | Ruhrlandhalle Bochum 1982 Kunstpavillon, Soest 1980 Alte Fabrik, Soest 1979 Sälzerbrunnenhaus, Bad Sassendorf 1977 Niederländisch-Deutscher Kunstverlag, Düsseldorf 1969 Galerie van der Höh, Hamburg | Städtisches Museum Mataro (ES)
Gruppenausstellungen (Auswahl) 2025 „Künstlerfreundschaften konkret“, Westfälische Salzwelten, Bad Sassendorf (Kat.) 2024 „ZEIGT EUCH KONKRET! Nationale und internationale konkrete Kunst“, Kunstverein Schloss Wiligrad 2023 „Kultur.Kontakt.Konkret. Werke aus der Sammlung Schroth“, Művészetek Háza Veszprém, Veszprém (HU) 2020 „Dialoge. Hellweg Konkret II“, RAUM SCHROTH im Museum Wilhelm Morgner, Soest (Kat.) 2018 „Kalkül und Emotion. Gruppe Konkret“, Kunsthaus Eurodebahnhof, Herzogenrath (Kat.) 2013 Institut für Konstruktive Kunst und Konkrete Poesie, Kunsthaus Rehau 2011 „Kolor I Geometrie“, National Museum, Kielce (PL) (Kat.) | „Couleur et Geometrie“, Centre d’Art Contemporain, Marcigny (FR) (Kat.) 2010 Europa Konkret, Kunstverein Bamberg | „Farbe und Geometrie“, Kunsthaus Nürnberg (Kat.) 2008 Gesellschaft für Kunst und Gestaltung, Bonn | Kunststation Kleinsassen | Landesgalerie Linz (AT) (Kat.) 2007 „Le Courrier s’expose“, Musee d’Argonne, Varennes-en-Argon (FR) (Kat.) | „Constructivo, concreto, reductivo, inteligible“, Centro Cultural, Aranjuez (ES) (Kat.) 2006 Musee Saturo Sato, Tome (JP) (Kat.) 2005 „Experiment Konkret. Eugen Gomringer zum 80sten Geburtstag“, Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt (Kat.) 2004 Gesellschaft für Kunst und Gestaltung, Bonn | Foundation For Constructive Art, Universität Calgary (CA) 2003 „Gruppe Konkret“, Institut für konstruktive Kunst und konkrete Poesie, Prof. Eugen Gomringer, Rehau 2002 „Brückenbauen“, Kunstmuseum Bonn 1999 Gallery of Fine Arts, Ostrava (CZ) (Kat.) 1998 „Mondiale“, Mondriaanhuis, Amersfoort (NL) 1995 „Jeder Meter für die Kunst“, Museum Modern Art, Hünfeld (Kat.), Fundacja Stzuki Konkretneg, Swieradow (PL) u. a. 1994 Forum für konkrete Kunst, Erfurt (Kat.) 1993 Staatliches Museum Minsk (RU) (Kat.) | „Zeichen der Zeit“, Museum Modern Art, Hünfeld (Kat.) 1992 Städtisches Museum Petersburg (RU) (Kat.) 1988 Museum Abtei Liesborn (Kat.) 1983 Exponata, Münster (Kat.) 1980 Museum Coesfeld (Kat.) 1979 Morgnerhaus, Soest (Kat.) 1971 Interconti, Düsseldorf, zur Eröffnung der Kaufhofgalerien
Werke in öffentlichen Sammlungen Oper Bonn, zwei ortsspezifische Friese Stiftung Konzeptuelle Kunst, Soest Sammlung Messmer Sammlung Eugen Gomringer, Institut für konstruktive Kunst und Poesie, Rehau Museum Modern Art, Hünfeld Forum für Konkrete Kunst, Erfurt Mondriaanhuis / Archive 90 Reference Collection (NL) Gallery of Fine Arts, Ostrava (CZ) Nationalmuseum, Kielce (PL) Fundacja Stzuki Konkretneg, Swieradow (PL) Mazowieckie Centrum Sztuki Wspolczesnej Elrktrownia 26.600, Radom (PL) Mazowieckie Centrum Sztuki Wspolczesna, Brwinow (PL) Kulturzentrum Elblang Galerie E l, Elblang (PL) Städtische Sammlung Chelm (PL) Kulturcentrum de Art Contemporain Frank Popper, Marceni (FR) Musee Saturo Sato, Edo (JP) Connections 04 Galerie DLUM Maribor (SL) Bundeswirtschaftsministerium, Berlin Land Rheinland-Pfalz Kreis Ahrweiler Kreis Soest Städtische Sammlung, Soest Artothek, Bonner Kunstverein Artothek, Soester Kunstverein Artothek, Remscheid Sammlung Sparkasse Erfurt Sammlung der Sparkasse Köln-Bonn Sammlung der Sparkasse Rheinbach Sammlung Elektrowna, Radziejowice (PL) Sammlung Josef Böhm, Berlin Sammlung Staechelin, Freiburg Sammlung Bozena Kowalska, Radziejowice (PL) Sammlung Schroth, Soest
Literatur (Auswahl) Stiftung Konzeptuelle Kunst, Soest (Hrsg.): Jo Kuhn – Farbdialoge seit 1970. Soest 2020. Kunstverein Kreis Soest (Hrsg.): Farbdialoge zum 80. Geburtstag von Jo Kuhn. Soest 2015. Ausstellungskataloge: Jo Kuhn – Réalités Nouvelles. Paris. und Hellweg Konkret Reihe Museum Modern Art, Hünfeld (Hrsg.): 30 Positionen zur Konkreten Kunst. Hünfeld 2003.
Weblinks Biografische Notz bei Kunsthalle Messmer Kunststadt Soest Ausstellungsbericht im Soester Anzeiger, 20. Februar 2026 Jo Kun in Schöner Soest Ausführliche Liste der Ausstellungsteilnahmen.
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