Siemiany (deutsch Schwalgendorf) ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Der Ort gehört zur Gmina Iława (Landgemeinde Deutsch Eylau) im Powiat Iławski (Kreis Deutsch Eylau).
Geographische Lage Siemiany (Schwalgendorf) liegt in der Moränenlandschaft des Oberlands und befindet sich zugleich auf dem Gebiet des Landschaftsschutzpark Eylauer Seenplatte. Der Ort liegt am Westufer des Geserichsees. Historisch gesehen befindet sich der Ort auf dem Gebiet des ehemaligen Ostpreußens, heute liegt er im Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren im Norden Polens.
Siemiany befindet sich ungefähr 15 Kilometer nördlich von seiner Kreisstadt Iława (Deutsch Eylau), 16 Kilometer östlich von Susz (Rosenberg in Westpreußen), 12 Kilometer südlich von Zalewo (Saalfeld) und 25 Kilometer westlich von Ostróda (Osterode in Ostpreußen)Polska w Liczbach: Wieś Siemiany (polnisch). Abgerufen am 22. Mai 2026.
Geschichte Ursprünglich wurde das Gebiet, auf dem sich der heutige Ort befindet, von den heidnischen Prußen bewohnt. Nach der Christianisierung durch den Deutschen Orden war es Teil des Deutschordensstaat, ab 1525 Teil des Herzogtum Preußens und ab 1701 Teil des Königreich Preußens. Schwalgendorf wurde am 2. August 1700 durch Kurfürst Friedrich III. als Schatullendorf gegründet. Der Ortsname ist wahrscheinlich auf die Köhler zurückzuführen, da der Rauch aus den Kohlemeilern umgangssprachlich Schwalg genannt wurdeOstpreussen.net: Schwalgendorf. Abgerufen am 22. Mai 2026. Vor der Ortsgründung wurde diese Gegend als Preußische Wildnis bezeichnet und daher weder bewohnt noch landwirtschaftlich genutztMitteilungen des Coppernicus-Vereins für Wissenschaft und Kunst zu Thorn, 40. Heft, Thorn 1932,E.Wernich/Elbing, S. 32. Nach der Auflösung des Oberländischen Kreises im Jahr 1752 kam Schwalgendorf zum Kreis Mohrungen. Diese Zugehörigkeit blieb auch nach der Verwaltungsreform von 1818, bis zum Jahr 1945 bestehen. Ab 1874 gehörte Schwalgendorf zum Amtsbezirk GerswaldeAmts-Blatt der königlichen preußischen Regierung zu Königsberg,1874, S. 244.
Am 21. Januar 1945, gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, ordneten die örtlichen Behörden angesichts der heranrückenden Roten Armee die Evakuierung der Einwohner von Schwalgendorf an. Noch am selben Tag verließ der Großteil der Bevölkerung das Dorf in einem geordneten Zug von Pferdewagen. Jedoch ergriffen nicht alle Einwohner die Flucht. Im Morgengrauen des 22. Januar 1945 erreichten die sowjetischen Soldaten Schwalgendorf. Sie brannten zahlreiche Gehöfte nieder und töteten etliche der im Ort zurückgebliebenen EinwohnerKazimierz Madela, Tajemnice Siemian i Jeziora Jasnego, jerzwald.pl, Jerzwałd 2021, S. 3, 9–13, 19–20 (polnisch)..
Nach Kriegsende kam Schwalgendorf, als Teil des südlichen Ostpreußens, zu Polen. In dieser Folge erhielt der Ort seinen heutigen Namen Siemiany.
Einwohnerzahlen bis 1945 +JahrEinwohner1820290Topographische Übersicht des Verwaltungs-Bezirks der Königlichen Preussischen Regierung, 1820, S. 1951885867Gemeindelexikon für das Königreich Preussen, Berlin 1888, S. 184–1851905811Gemeindelexikon für das Königreich Preußen I (1905, Ostpreußen), S. 162–1731910791Landkreis Mohrungen Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Abgerufen am 22. Mai 20261933764Michael Rademacher: Ortsbuch Landkreis Mohrungen. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com. Abgerufen am 22. Mai 20261939661
Persönlichkeiten
Richard Mursch (1882–1966), deutscher Politiker Siegfried Lemke (* 1939), deutscher Tischtennisspieler
Weblinks
Bildarchiv Ostpreußen: Diashow Schwalgendorf GenWiki: Schwalgendorf
Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Iława