mini|Landesdirektorenkonferenz 1926 auf Schloss Königsberg; 2. von unten rechts: Magistrats-Baurat Schwartz; zwischen den Landeshauptmännern Georg von Thaer (Provinz Niederschlesien) und Martin von Campe (Provinz Hannover)
Walter Heinrich Schwartz (geboren am 4. Dezember 1885 in Königsberg in Ostpreußen; gestorben am 20. Juli 1945 ebenda) war ein deutscher Baurat und Politiker.
Leben Walter Heinrich Schwartz wurde am 4. Dezember 1885 in Königsberg geboren. Er war der Sohn des Möbelfabrikanten Emil Schwartz und der Louise Maria Bockelmann.
Nach dem Abitur an der Burgschule in Königsberg 1904 studierte Schwartz Hochbau an der Technischen Universität Berlin und der Technischen Universität München. Er legte 1908 in Berlin das Examen als Diplomingenieur ab und wirkte anschließend als Bauführer in Berlin, Insterburg und Koblenz. Nach dem Bestehen der Prüfung zum Regierungsbaumeister 1912 in Berlin trat er in den Dienst der städtischen Baupolizei in seiner Geburtsstadt Königsberg.
Er kämpfte im Ersten Weltkrieg und war zuletzt Kompanieführer.
Ab 1919 war er als Magistrats-Baurat Leiter der Königsberger Baupolizei. Er vertrat auch die ostpreußischen Interessen auf der Landesdirektorenkonferenz 1926 auf dem Königsberger Schloss.Jahrbuch der Albertus Universität zu Königsberg/Pr., Bd. 38 (1993), Berlin: Dunckler & Humblot, 1993, S. 8, 9; Digitalisat über die Seite prussia.online Zudem war er für die Deutsche Volkspartei durchgehend von 1919 bis zur Machtergreifung 1933 Königsberger Stadtverordneter und von 1925 bis 1927 Stadtverordnetenvorsteher. Von den Nationalsozialisten wurde er im Juni 1933 aus dem Amt als Magistrats-Baurat gedrängt, später aber als Leiter des Bauaufsichtsamts wieder eingestellt, da der Innenminister die Entlassung für unrechtmäßig befand.
Bereits 1937 weihte ihn der Widerstandskämpfer Carl Friedrich Goerdeler in die geheimen Pläne zur Beseitigung Adolf Hitlers ein. Gordeler sah ihn als Königsberger Oberbürgermeister vor. Nach dem erfolglosen Attentat vom 20. Juli 1944 wurde Schwartz am 15. August 1944 verhaftet und am 13. Januar 1945 zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Eine Beteiligung an der Verschwörung hatte man ihm nicht nachweisen können. Nachdem er von den Sowjets am 28. April 1945 aus dem Zuchthaus Brandenburg-Görden befreit worden war, begab er sich zu Fuß nach Königsberg. Am 20. Juli 1945 brach er dort in Folge der „Entbehrungen und Strapazen“ tot zusammen.Harry Herbert Tobies: Königsberg, München, Jerusalem. Jüdische Menschen und jüdisches Leben über die Jahrhunderte, München: (Huchenstraße 40) H. Tobies, 2006, ISBN 978-3-00-018721-6 und ISBN 3-00-018721-9, S. 168
Er war dreimal verheiratet.
Literatur Lexikon der Stadt Königsberg Pr. und Umgebung, zweite erweiterte Auflage 1988, S. 284
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Einzelnachweise
Kategorie:Architekt (Deutschland) Kategorie:Baurat Kategorie:Politiker (Königsberg, Preußen) Kategorie:Politiker (20. Jahrhundert) Kategorie:DVP-Mitglied Kategorie:Person (Attentat vom 20. Juli 1944) Kategorie:Preuße Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1885 Kategorie:Gestorben 1945 Kategorie:Mann