Das Statens Impregneringsverk Nygården war ein norwegisches Werk bei Hommelvik zum Imprägnieren von Bahnschwellen und Telegrafenmasten. Eigentümer waren die Norges Statsbaner (NSB). Es bestand von etwa 1925 bis etwa 1976.
Vorgeschichte Die Bahnstrecke Trondheim–Storlien wurde Ende der 1870er Jahre über das Gut Nygården bei Hommelvik gebaut. 1881 wurde die Strecke bis Storlien fertiggestellt.
1888 erwarb die schwedische Aktiengesellschaft Os-Hommelvigens Kopparvark Land in Nygården und errichtete zwischen der Bahnstrecke und dem Ufer eine Schmelzhütte für Pyritverhüttung. Pyrit wurde aus Südamerika herangeschafft, stammte aber vermutlich auch aus einer firmeneigenen Mine in Os in Østerdalen. Ein Gleisanschluss führte zur Schmelzhütte, zahlreiche Gebäude wurden errichtet. Die Produktionsausbeute entsprach jedoch nicht den Erwartungen, und 1892 wurde der Betrieb eingestellt.
Kurz nach Beginn des Ersten Weltkriegs nahm die Bootsmotorenfabrik Reform Motorstøperi auf dem Gelände den Betrieb auf. Der Bedarf an Bootsmotoren war der Anlass für die Gründung des Unternehmens. Das Unternehmen wurde 1915 gegründet und bestand vermutlich bis zum Ende des Ersten Weltkriegs.
Bis 1920 gab es eine Fassfabrik, diese ging in diesem Jahr in Konkurs. 1921 wurde die Kistenfabrik von Smiseth gegründet, in der Heringskisten hergestellt wurden. 1926 wurde diese nach Trondheim verlegt.
Statens Impregneringsverk
Die Norges Statsbaner NSB errichteten 1925/26 in Nygården ein Werk zum Imprägnieren von Bahnschwellen und Telegrafenmasten. Das Holz kam aus dem eigenen Sägewerk Havsjøen sagbruk in Gauldalen. Vor dem Zweiten Weltkrieg war es nicht immer voll ausgelastet. Deshalb gab es viele Saisonarbeiter. Die etwa 20 Beschäftigten waren Eisenbahner und genossen wie andere Eisenbahnangestellte Freifahrkarten für sich und ihre Familien sowie Rentenansprüche und Krankengeld.
Als Imprägniermittel wurde Kreosot (Teeröl) verwendet. Dieser Teer ist hochgiftig und enthält polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die krebserregend sind.
Nach der Ankunft der Deutschen im Zweiten Weltkrieg lief die Produktion auf Hochtouren. Diese begannen mit dem forcierten Ausbau der Nordlandsbane, um Narvik so schnell wie möglich zu erreichen. Sie kamen zwar nur bis zum Fuße des Saltfjellet, aber viele Jahre früher als von den NSB geplant. Bereits Ende 1944 fuhren Bauzüge nach Hjartåsen, rund 50 Kilometer nördlich von Mo i Rana, während die NSB die Strecke nach Mo i Rana in ihren Planungen erst 1960 fertigstellen wollten.
Durch diesen Fokus auf die Nordlandsbane gab es etwa anderthalb Jahre Arbeit für rund 50 Männer in Nygården und für Hunderte von Bauarbeitern an der Strecke in Richtung Norden, darunter ehemalige Seeleute aus Südwestnorwegen, Bauern aus Gudbrandsdalen und Fischer aus Velfjord in Nordland. Es gab keine Verzögerungen beim Bau der Strecke in Richtung Norden aufgrund von Schwellenmangel. In Spitzenzeiten wurden jährlich 240.000 Schwellen in einem 26 Meter langen und 2 Meter durchmessenden Kessel imprägniert, der 2.200 Kubikmeter Öl und 30 bis 40 Kubikmeter Holz auf einmal fasste.
Die Schwachstelle der Deutschen im Krieg war ab 1941 der Ölmangel. So wurden die Arbeiten gedrosselt, da nicht genügend Kreosot beschafft werden konnte. Die Produktion wurde nicht eingestellt, sondern lediglich reduziert. Aufgrund des Mangels an imprägnierten Schwellen wurden Kiefernschwellen verlegt.
Nach dem Krieg bestand großer Bedarf an Telefonmasten und Schwellen, und etwa 50 Männer arbeiteten damals im Werk. In den 1970er Jahren wurden Betonschwellen anstelle von Holzschwellen verlegt, auch Telefonmasten wurden überflüssig. Durch den umfangreichen Güterverkehr wurde am Bahnhof Hommelvik eine eigene Rangierlokomotive beheimatet. Die jahrelang dort beheimatete Rangierlokomotive Nr. 110 fuhr täglich nach Nygården.
Daraufhin wurde der Betrieb nach 1941 zum zweiten Mal reduziert und 1975/76 endgültig eingestellt.
Die Gebäude wurden abgerissen. Der Kai blieb mehrere Jahre bestehen, erst der Bootsverein Malvik als Nachnutzer des Geländes ließ ihn in Absprache mit den NSB bis auf einen kleinen Rest abreißen.
Umweltprobleme
Nach der Stilllegung des Werkes wurde festgestellt, dass das Kreosot, das in Nygården verwendet wurde, gesundheitsschädlich ist. Neben anderen Maßnahmen wurde die schwedische Forscherin Grete Rasmussen 2002 von den NSB beauftragt, das Kreosot durch die Injektion von Bakterien in den Boden zu bekämpfen und den Abfluss ins Meer zu untersuchen.
Der Bootsverein Malvik konnte 1997 einen kleinen Teil des Industriegebiets zur Lagerung von Sportbooten anmieten. Zuvor wurde Aushubmaterial von der ehemaligen Trønderverftet hierher transportiert, wo ein Trockendock ausgehoben wurde. Dieses Material dürfte aufgrund der zahlreichen Schiffsreparaturen, die in der Zeit des Unternehmens Hommelvik Værft & Støberi durchgeführt wurden, kontaminiert sein.
Die Umweltverschmutzung durch die Bootsbesitzer in den Jahren nach 1997 kann nicht sehr groß sein, da die Boote hauptsächlich auf der Slipanlage und nicht am Dock abgekratzt und poliert werden.
Unbestritten ist jedoch, dass bei den Messungen durch Norges geologiske undersøkelse (NGU) Rückstände von Schwermetallen gefunden wurden.
In einer ersten Phase der Sanierung wurden 50 cm Boden an der Erdoberfläche abgetragen. Weitere Gebäudereste wurden entfernt. In der zweiten Phase wurden punktuell tiefere Bodenschichten abgetragen. Der entfernte Boden wurde je nach Verschmutzungsgrad deponiert oder in einer Kläranlage weiterbehandelt.
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Einzelnachweise
Kategorie:Wirtschaft (Trøndelag) Kategorie:Malvik Kategorie:Norges Statsbaner