Émile Achille Marie Mollard (* 23. August 1895 in Saint-Cloud, Frankreich; † 16. Oktober 1991 in Paris, Frankreich) war ein französischer Generalmajor und Widerstandskämpfer gegen das Dritte Reich, der während der deutschen Besetzung Frankreichs die Tarnung und das Verstecken von Militärgerät für die Vichy-Waffenstillstandsarmee vor dem Zugriff der deutschen Wehrmacht maßgeblich organisierte.

Biografie Nach seiner schulischen Ausbildung meldete sich Émile Mollard am 7. November 1914 freiwillig zum Militärdienst und diente im 20. Dragonerregiment. Nach seinem Besuch der Militärakademie Saint-Cyr bis 1916 wurde er dem 12. Dragonerregiment zugeteilt, wo er zum Leutnant befördert wurde. Während des Ersten Weltkriegs wurde Leutnant Mollard im Kriegsbericht erwähntOrdre général n° 586 unter Bezugnahme auf den Heeresbefehl vom 17. Juni 1918. und zum Ritter der Ehrenlegion ernannt.

1935 war er in der neu geschaffenen Abteilung für Rüstungs- und technische Studien (: section de l'armement et des études techniques)Robert Belot: La Résistance sans de Gaulle: Politique et gaullisme de guerre. Fayard. 2006. ISBN 978-2-213-62954-4. S. 227. im Hauptquartier der Armee tätig, die General Bloch unterstellt war.Claude Carlier: Général Paul Dassault: l'armement et les études techniques de l'État-Major de l'Armée (1931–1945). In: Guerres mondiales et conflits contemporains. Ausgabe: 2011/3 Nr. 243. Presses Universitaires de France. S. 93–102. Ab Juli 1940 organisierte er die Tarnung und das Verstecken von Militärgerät für die Vichy-Waffenstillstandsarmee vor dem Zugriff der deutschen Wehrmacht, um für spätere Kriegs- und Kampfeinsätze gerüstet zu sein. Nach dem Waffenstillstand vom 22. Juni 1940 war Mollard maßgeblich an der Organisation dieses sog. Service de la Conservation du Matériel (CDM), auch als Equipment Camouflage oder (Camouflage Du Matériel - : Tarnung von Ausrüstung) bekannt, beteiligt.EMILE MOLLARD, PRINCIPAL ORGANISATEUR DU CDM. Auf: Musée de la Resistance 1940–1945 en ligne. Link. Abgerufen am 11. April 2026. In ganz Frankreich versteckte die CDM zum Beispiel Kettenfahrzeuge, getarnt als Forsttraktoren, Waffen auf Privatgrundstücken, Munition in Höhlen und Fahrzeuge in Wäldern. Zur Unterstützung dieser Vorhaben gründete Mollard in Marseille unter dem Namen „Étienne Dubourg et Cie“ ein Tarn-Unternehmen für Landmaschinen; Étienne Dubourg war sein hierfür angenommener Name.Raymond Sereau: L'armée de l'armistice (1940–1942). Nouvelles Editions Latines. 1961. S. 33. Die Firma errichtete in der Dordogne auch Werkstätten zur Herstellung von Militärgerät, produzierte Panzerwagentürme und entwickelte sogar einen Prototyp eines Panzerwagens.

Der CDM war den folgenden acht „Militärdivisionen“ (: divisions militaires, DM) von Vichy-Frankreich beigeordnet:

7. DM: Bourg-en-Bresse (Ain) 9. DM: Châteauroux (Indre, Vienne) 12. DM: Limoges (Haute-Vienne, Dordogne, Corrèze) 13. DM: Clermont-Ferrand (Allier, Puy-de-Dôme, Cantal, Haute-Loire) 14. DM: Lyon (Rhône, Isère, Drôme) 15. DM: Marseille (Alpes-Maritimes, Var, Bouches-du-Rhône, Tunesien, Korsika) 16. DM: Montpellier (Hérault, Tarn) 17. DM: Toulouse (Haute-Garonne, Hautes-Pyrénées, Gers, Tarn-et-Garonne, Lot, Lot-et-Garonne)

Auf ihrem Höhepunkt umfasste Mollards Organisation 1.520 Personen, darunter 213 Offiziere, 605 Unteroffiziere und 702 Soldaten oder Zivilangestellte - 90 von ihnen ließen für diese geheime Tätigkeit ihr Leben.

Manchmal verkaufte die CDM Ausrüstung, um den Erlös an Widerstandsgruppen weiterzuleiten. Im Januar 1941 gründete Mollard zusammen mit einigen Offizieren ein faktisches Lenkungskomitee für den Widerstand innerhalb der Armee, das die spätere Organisation de la Résistance Armée (ORA) vorwegnahm.

Der Einmarsch der Deutschen in die unbesetzte Zone im November 1942 traf das CDM überraschend. Die meisten der geheimen Depots fielen in deutsche Hände. Nur wenige Kleinwaffendepots konnten vom Widerstand übernommen werden. Im Februar 1943 schuf Mollard dann noch das Netzwerk „Maurice“, das den Transport des benötigten Personals für die neue französische Armee nach Nordafrika ermöglichen sollte.

Die Besatzungsmächte versuchten unerbittlich, die Organisation zu zerschlagen. Folgerichtig wurde Mollard, inzwischen zum Oberstleutnant aufgestiegen, am 7. September 1943 festgenommen.Camouflage du matériel (CDM). Auf: Mémoires de Résistances u site du Département de la Dordogne. Link. Abgerufen am 9. April 2026. Er wurde daraufhin in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert, aus dem er am 24. April 1945 zurückkehrte. Sein Sohn, Leutnant Roger Mollard, ebenfalls ein Absolvent von Saint-Cyr und Leiter der CDM-Niederlassung in Lyon, wurde ebenfalls deportiert, kehrte aber nicht zurück.Stichwort: Emile Achille Marie Mollard. Auf: Histoires de Français Libres ordinaires. 2021. Link. Abgerufen am 9. April 2026.

Am 27. August 1945 wurde er zum Offizier der Ehrenlegion ernannt und erhielt das Croix de Guerre 1939–1945.

Mollard beendete seine Karriere im Rang eines Général de Brigade und Kommandeur der Écoles militaires de Bourges.

Nach seiner À la suite Beförderung zum Generalmajor (: Général de Division) 2. Klasse 1953 wurde ihm 1961 noch das Großkreuz der Ehrenlegion verliehen.

Er starb am 16. Oktober 1991 in Paris und wurde in Penne-d’Agenais beigesetzt, wo auch eine Straße nach ihm benannt ist.

Literatur Philibert de Loisy (préf. André Martel): La première résistance, le camouflage des armes: Les secrets du réseau CDM, 1940–1944. Esprit du Livre (L'). Sceaux. Sammlung « Histoire & Mémoires combattant ». 2010. ISBN 978-2-915960-71-6. Robert Belot: La Résistance sans de Gaulle: Politique et gaullisme de guerre. Fayard. 2006. ISBN 978-2-213-62954-4. Raymond Sereau: L'armée de l'armistice (1940–1942). Nouvelles Editions Latines. 1961.

Weblinks Stichwort: MOLLARD, Emile. Auf: L’association des Amis de la Fondation de la Résistance. Link. Abgerufen am 10. April 2026.

Einzelnachweise

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