Lublewo Gdańskie (deutsch Löblau, kaschubisch Lëblewò) ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Pommern. Er gehört zur Gmina Kolbudy (Landgemeinde Kahlbude) im Powiat Gdański (Kreis Danzig).

Geographische Lage Der Ort Lublewo Gdańskie (Löblau) liegt in der Landschaft Pommerellen und befindet sich zugleich auf dem Gebiet des ehemaligen Westpreußens. Heute befindet sich der Ort im Zentrum der Woiwodschaft Pommern im Norden Polens. Die Radunia (Radaune) fließt am Rande des Ortsgebietes. Lublewo Gdańskie liegt ungefähr 12 Kilometer südwestlich von der Provinzhauptstadt Gdańsk (Danzig).

Geschichte Die in älteren Urkunden aufgeführten Schreibvarianten des Ortsnamens sind Löblow (1400), Lübbelow (1437), Lublewo, Lubliewo, Lubiełewo, Lubelau, Loblau, LöblauFamilien Forschung in Westpreußen in: westpreussen.de, abgerufen am 1. April 2026.

Die ersten Siedlungsspuren auf dem heutigen Ortsgebiet lassen sich bis in die frühe Eisenzeit (8. bis 2. Jahrhundert v. Chr.) nachweisen. Durch Nachgrabungen im Ort wurden Funde wie Kistengräber, Gesichtsurnen und Aschenkasten, in denen Gold- und Bronzeschmuck lagen sichergestellt. Im 12. Jahrhundert lag das Dorf im Herzogtum Pommerellen. Die Söhne des Danziger Kämmerer Unsław, die das Dorf besaßen, verkauften es im Jahr 1310 an die OrdensritterGmina Kolbudy: Löblau abgerufen am 1. April 2026.

Der erste schriftliche Nachweis über das Dorf Löblau stammt aus dem Jahr 1284. Das Amtsbuch der Danziger Kommende berichtet, dass im Jahr 1349 der Danziger Komtur das Dorf an den Landmann Henryk Rychter und dessen Erben übergab. Im Jahr 1472 wurde es dem Danziger Ratsherrn Merten Boch übergeben, und darauf, im Jahr 1506, erhielt es Peter Mellin. Das Dorf wurde 1454 Eigentum der Stadt Danzig und somit Teil des Danziger Hochlands innerhalb des Stadtgebiets. Lublewo gehörte darauf zur Woiwodschaft Pommerellen, innerhalb Polnisch PreußensMapy województwa pomorskiego w drugiej połowie XVI w.: rozmieszczenie własności ziemskiej, sieć parafialna / Marian Biskup, Andrzej Tomczak. Toruń 1955, s. 128..

Im 16. Jahrhundert wurde, unter der Schirmherrschaft Danzigs, die eng mit der Reformation verbunden war, die lokale Pfarrei auf das Luthertum umgestellt. Im Jahr 1582 widersetzte sich der örtliche Pastor Wawrzyniec Grossman standhaft der Visitation durch Bischof Rozrażewski, der versuchte, die Löblauer Kirche den Protestanten zu entreißen. Im Jahr 1683 brannten die Kirche, die Schule, das Pfarrhaus sowie weitere Gebäude nieder. Im darauffolgenden Jahr wurde eine neue Kirche errichtet, die bis heute besteht. mini|Löblau auf einer Karte des Kreis Danziger Höhe, vor 1920 Nach der ersten Teilung Polens im Jahr 1772 kam das Dorf Löblau, mit der Stadt Danzig, zum Königreich Preußen und wurde der neuen Provinz Westpreußen zugeordnet. Durch die preußische Kreisreform von 1818 kam Löblau zum Kreis Danzig, nach dessen Auflösung im Jahr 1887 kam der Ort zum Kreis Danziger Höhe.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war Löblau mehrheitlich von Deutschen bewohnt, es lebten auch einige Kaschuben im Dorf, die sich jedoch den Deutschen stark anpassten. Im Jahr 1899 lebten in Löblau: 609 Deutsche, 223 Kaschuben und 9 Polen.

Mit der erzwungenen Bildung der Freien Stadt Danzig gemäß dem Versailler Vertrags nach dem Ersten Weltkrieg wurde Löblau mit dem Kreis Danziger Höhe 1920 Teil dieses neuen Gebiets. Der Ort lag am westlichen Rand des Danziger Freistaats, unweit der Grenze zum polnischen Korridor.

Mit dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939, wurde auch am selben Tag die Freie Stadt Danzig vom Deutschen Reich annektiert. Löblau wurde darauf für eine kurze Zeit wieder „westpreußisch“ und kam zum Reichsgau Danzig-Westpreußen.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Löblau 1945 Teil der Volksrepublik Polen und erhielt seinen heutigen Namen Lublewo Gdańskie. Der Ort gehörte in Polen von 1975 bis 1998 zur Woiwodschaft Danzig und ist seit 1999 Teil der Woiwodschaft Pommern.

Einwohnerzahlen bis 1945 +JahrEinwohnerAnmerkung18858731899841davon: 576 Protestanten; 265 Katholiken1905906191093419291277Teil der Freien Stadt Danzig

Persönlichkeiten

Johannes Weickhmann (1819–1897), deutscher Marineoffizier Karl-Heinz Bartsch (1923–2003), deutscher Politiker

Einzelnachweise

Kategorie:Ort der Woiwodschaft Pommern Kategorie:Gmina Kolbudy