Gretha Greet Boers-Leyden van Amstel (geboren 6. November 1903 in Amsterdam; gestorben 4. Januar 1981 ebenda) war eine jüdische niederländische Autorin, Dichterin, Bildhauerin, Malerin und Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus.

Leben Greet van Amstel wurde am 6. November 1903 in Amsterdam in eine Arbeiterfamilie als Tochter von Meijer Leijden van Amstel (1866–1943) und Femmetje Abas (1868–1940) geboren. Sie heiratete Lodewijk Lo Lopes Cardozo und lebte von 1920 bis 1922 mit ihm in Berlin. Dort kam sie mit moderner Kunst in Berührung und stand mit George Grosz und Kurt Schwitters in Kontakt. Nach ihrer Rückkehr nach Amsterdam im Jahr 1923 studierte sie am Instituut voor Kunstnijverheidsonderwijs Amsterdam. Sie war Schülerin des Bildhauers Berend Jordens und arbeitete später im Atelier von John Raedecker. Der Künstlervereinigung De Onafhankelijken (Die Unabhängigen) trat sie 1930 bei. Sie schuf Skulpturen, die als expressiv-figurativ und zugleich als bewegend abstrakt galten. Von ihren Werken, die vor dem Zweiten Weltkrieg entstanden waren, sind keine erhalten geblieben. Ihre Skulpturen wurden während der Besatzung der Niederlande durch die deutschen Besatzer zerstört.

Deportation nach Auschwitz Bereits in jungen Jahren war Greet van Amstel politisch engagiert. Sie war antifaschistisch und fühlte sich anarchistischen Jugendbewegungen zugehörig. Nach 1940 gehörte sie einer der ersten Widerstandsgruppen an. Dies war die Gruppe um Henk Sneevliet. Sneevliet wurde später im Durchgangslager Amersfoort hingerichtet. Van Amstel wurde vermutlich verraten und von den Deutschen im Februar 1943 verhaftet. Sie wurde Anfang April 1944 mit ihrem Mann und ihrer Tochter Rita über das Durchgangslager Westerbork in das KZ Auschwitz deportiert. Dort wurden sie selektiert und sah ihren Mann danach nie wieder. Er wurde am 8. April 1944 vergast. Eine Schwester und zwei Brüder von Greet van Amstel wurden mit ihren Ehemännern und vielen weiteren Verwandten zwischen Juli 1942 und November 1943 ebenfalls in Auschwitz ermordet. Van Amstel war zehn Monate in Auschwitz inhaftiert, diese Zeit beschrieb sie später in ihrer Sammlung Verboten zu leben und in dem Artikel Auschwitz, wo die Schienen endeten. Am 31. August 1944 musste sie mit ansehen, dass ihre neunzehnjährige Tochter zu den Gaskammern verbracht wurde. Greet van Amstel blieb zurück. Als "marschunfähiger Häftling" eingestuft blieb sie im Lager zurück, da sie nicht wie andere Gefangene auf Todesmärsche geschickt oder im letzten Moment umgebracht wurde. In Auschwitz wurde sie Ende Januar 1945 von der Roten Armee befreit. Nach der Rettung durch sowjetische Soldaten gelangte sie über Odessa und Marseille im Juni 1945 nach Amsterdam. Dort erhielt sie die Nachricht, dass ihr Sohn Matthieu im Monat zuvor irgendwo in Deutschland gefallen war. Von ihrer Familie hatten nur sie und ihr Sohn Paul die Befreiung vom Nationalsozialismus erlebt.

Nachkriegszeit mini|Entwurf für ein Auschwitz-Denkmal, Ausstellung im Anne-Frank-Haus (1965) Ihre Erfahrungen im Lager verarbeitete sie in der Bildhauerei. Sie schuf Steinskulpturen, was jedoch aufgrund schwerer Rückenverletzungen, die sie in Auschwitz erlitten hatte, zunehmend schwieriger wurde. Sie lernte den Maler Willy Boers kennen, den sie 1954 heiratete und begann, mit seiner Ermutigung, zu malen. Als Malerin schuf sie abstrakte Werke.

Van Amstel begann 1957 zudem Gedichte zu schreiben und zu komponieren. Ihr langes Gedicht Und es gab keine Dunkelheit auf Erden vollendete sie 1958. Sie nahm an Ausstellungen teil und wurde 1973 Mitglied der Amsterdamer Künstlergruppe. Die Kriegsverbrechen ließen sie nicht los. Noch im Jahr 1972 sprach sie in einer Anhörung der Zweiten Kammer über die Vier von Breda.

Greet van Amstel starb am 4. Januar 1981 in Amsterdam.

Ausstellungen und Sammlungen 1975 Einzelausstellung Stedelijk Museum Amsterdam 1931 Stedelijk Museum Herfsttentoonstelling De Onafhankelijken, 1931 1953 mit Willy Boers, schilderijen en gouaches. Greet van Amstel, plastiek', Utrecht 1975 Stedelijk Museum# GREET van AMSTEL # Wim Crouwel 1978 Stedelijk Museum Amsterdam koopt kunst 1977

Ihre Werke finden sich in bedeutenden Sammlungen wie im Kröller-Müller Museum, oder im Museum Prinsenhof in Delft.

Literatur

Weblinks Greet van Amstel auf RKD Greet van Amstel auf Artindex Greet van Amstel Stedelijk Museum

Einzelnachweise

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