mini|Cecilie Hellestveit (2023) Cecilie Hellestveit (* 25. August 1972 in Bergen) ist eine norwegische Juristin sowie Konflikt- und Völkerrechtsforscherin. Sie wird in Norwegen häufig als analytische Kommentatorin für außen- und geopolitische Fragen herangezogen.

Leben Hellestveit kam in Bergen zur Welt und zog im Laufe ihrer Kindheit mehrfach um. Die meiste Zeit verbrachte sie in der Kommune Kvinnherad. Im Alter von 15 Jahren zog sie alleine nach Bergen, um die Bergen katedralskole zu besuchen. Sie gab an, dass sie als Jugendliche durch ihre Mutter viel Kontakt zu Exil-Chilenen gehabt habe und in dieser Zeit fasziniert von Kommunismus und von der Sowjetunion gewesen sei. Als Austauschschülerin kam sie um das Jahr 1990 nach Riga.

Nach der Schulzeit begann Hellestveit damit, Arabisch, Lateinamerikanistik und Sowjetologie zu studieren. Sie wechselte schließlich zu den Rechtswissenschaften. Sie promovierte an der Universität Oslo im Bereich des internationalen humanitären Rechts (Kriegsvölkerrecht). Sie arbeitete unter anderem im Nahen Osten, in Russland, den USA, Frankreich und Deutschland.

Wirken Hellestveit ist feste Autorin bei der norwegischen Wochenzeitung Dag og Tid und sie tritt als außenpolitische Kommentatorin und Vortragsrednerin in Erscheinung. Sie veröffentlichte Bücher über die Kriege in Syrien und im Jemen und ist Autorin des Buches Dårlig nytt fra Østfronten („Schlechte Nachrichten von der Ostfront“). Sie fordert, dass Hochschulen in geopolitisch dramatischen Zeiten stärker auf Digitalisierung und Demokratie als Kernstärken setzen sollten. Sie warnt davor, dass eine umfassende Militarisierung demokratische Freiheiten durch rechtliche Sicherheitsmaßnahmen unter Druck setzen könne.

Im Jahr 2025 wurde Hellestveit im Zusammenhang mit Debatten über den Gaza-Krieg in Norwegen sehr kontrovers diskutiert. Von pro-palästinensischen Aktivisten wurde sie unter anderem dafür kritisiert, dass sie das israelische Vorgehen nicht als Völkermord bezeichnete. Die Bezeichnung lehnte sie mit der Begründung ab, dass es genaue rechtliche Kriterien dafür gebe und vom Internationalen Gerichtshof dazu noch kein Urteil gefallen sei.

Im November 2025 verließ sie den Ethikrat des norwegischen Staatsfonds, nachdem dieser die Möglichkeit verlor, Konzerne aus dem Fonds auszuschließen.

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