mini|200px|General Ebbe Gørtz Ebbe Gørtz (* 3. Juli 1886 in Helsingør; † 30. April 1976 in Kopenhagen) war ein dänischer Offizier, der unter anderem als Generalleutnant des Heeres von 1941 bis 1950 Chef des Generalkommandos beziehungsweise zwischen 1950 und 1951 Chef des Heereskommandos war.
Leben Ebbe Gørtz, Sohn von Generalleutnant Vilhelm Gørtz (1852–1939), absolvierte wie sein Vater eine Offiziersausbildung und fand nach deren Abschluss zahlreiche Verwendungen als Offizier und Stabsoffizier des Heeres (Hæren). 1925 wurde er Ritter des Dannebrogordens und bekam 1931 das Ehrenabzeichen (Dannebrogordenens Hæderstegn) dieses Ordens verliehen. Er wurde am 1. November 1930 zum Oberstleutnant (Oberstløjtnant) sowie am 1. November 1933 zum Oberst befördert und war daraufhin von 1933 bis 1936 zunächst Chef der Generalstabsabteilung sowie zwischen 1936 und 1937 Kommandeur des 4. Regiments. Für seine Verdienste wurde er 1936 zum Kommandeur des Dannebrogordens ernannt. Nach seiner Beförderung zum Generalmajor am 1. November 1937 löste er Generalleutnant William Wain Prior als Chef des Generalstabes des Heeres ab. Er bekleidete diese Funktion bis zum 1. Juni 1941, woraufhin Generalmajor Hans Rolsted seine Nachfolge antrat.
Im Zweiten Weltkrieg geriet er beim „Unternehmen Weserübung“, dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Dänemark am 9. April 1940, in Gefangenschaft der deutschen Wehrmacht. Am 18. April 1940 vereinbarten Generalmajor Kurt Himer als Repräsentant der deutschen Besatzungsmacht und er die künftige Struktur der dänischen Streitkräfte. In diesem Rahmen wurde das Heer bis auf 2200 Soldaten und Unteroffiziere sowie 1000 unbewaffnete Arbeitssoldaten demobilisiert.Vilhelm la Cour (Herausgeber): Danmark under Besættelsen, Westermanns Forlag, Kopenhagen 1947Erich Thomsen: Deutsche Besatzungspolitik in Dänemark 1940–1945. Bertelsmann Universitaetsverlag Hamburg 1971, ISBN 3-571-09192-2, S. 65, 140 ff. Nach einer kurzen Verwendung als Kommandeur der damaligen Jütland-Division (Jyske Division), wurde er am 29. August 1941 zum Generalleutnant (Generalløjtnant) befördert und löste daraufhin Generalleutnant William Wain Prior auch als Chef des Generalkommandos (Chef for Generalkommandoen) ab und wurde damit Chef der Königlich Dänischen Armee (Chef for hæren). 1941 wurde er ferner zum Kommandeur 1. Grades des Dannebrogordens ernannt. Im Dezember 1943 schlossen sich nach den von ihm geführten Verhandlungen die Untergrundorganisationen des aufgelösten Militärs dem Freiheitsrat (Danmarks Frihedsråd) an, die bis dahin auf Distanz zu den Kommunisten bedacht waren.Matthias Bath: Danebrog gegen Hakenkreuz. Der Widerstand in Dänemark 1940–1945, Wachholtz 2011, ISBN 978-3-529-02817-5, S. 115 f.
Nach Kriegsende war er zwischen 1945 und 1946 auch Direktor im Kriegsministerium und wurde am 1. Oktober 1950 Chef des Heereskommandos (Chef for Hærkommandoen), die neue Bezeichnung des Chefs der Königlich Dänischen Armee, nachdem die Bezeichnung Chef des Generalkommandos abgeschafft wurde. Er verblieb in dieser Funktion bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand am 3. Juli 1951, woraufhin Generalleutnant Erik C. V. Møller neuer Heereschef wurde. Für seiner Verdienste wurde ihm des Weiteren 1949 das Großkreuz des Dannebrogordens verliehen. Nach seinem Tode wurde er auf dem Søndermark Kirkegård beigesetzt.
Literatur A. R. Jørgensen: Generalløjtnant Ebbe Gørtz: En militær biografi, Årsskrift for Frihedsmuseets Venner 1990, ISBN 87-88214-24-9
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