Peter Kukla (* 16. November 1959 in Würzburg) ist ein deutscher Geologe, Hochschullehrer und Wissenschaftsmanager. Er war Universitätsprofessor für Geologie und Paläontologie an der RWTH Aachen (2000 bis 2024) und von 2018 bis 2026 Dekan der Fakultät für Georessourcen und Materialtechnik. Seine wissenschaftliche Arbeit umfasst insbesondere nachhaltiges Georessourcenmanagement, Reservoirmanagement, Geothermie, geologische Speicherung und Salztektonik.
Werdegang Peter Kukla besuchte das Röntgen-Gymnasium Würzburg, an dem er 1979 das Abitur ablegte. Nach dem anschließenden Wehrdienst bei der Bundeswehr (12. Panzerdivision, Standort Veitshöchheim) nahm er 1980 das Studium der Geologie und Paläontologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg auf. Dieses schloss er 1986 mit dem akademischen Grad Diplom-Geologe ab. Von 1986 bis 1991 nahm Kukla an einem internationalen Forschungsprojekt zur geologischen Entwicklung des spätproterozoischen Damara-Orogens in Namibia teil und schloss dieses mit der Promotion zum Doctor of Philosophy (PhD) am Department of Geology der Witwatersrand-Universität in Johannesburg/Südafrika ab.
Wissenschaftliche Laufbahn und industrielle Tätigkeit Anschließend war Kukla zunächst als Research Officer an der Witwatersrand-Universität tätig. Im Jahr 1991 wechselte er als Gastforscher an das Mineralogische Institut der Universität Würzburg.
Von 1991 bis 1996 arbeitete Kukla bei der Royal Dutch Shell im niederländischen Rijswijk. Im Hydrocarbon Systems Modelling Technology Centre war er maßgeblich an der Weiterentwicklung numerischer Modelle zur Becken- und Kohlenwasserstoffsystemanalyse und insbesondere zur Vorhersage von Porendrücken beteiligt.
Im Anschluss daran wurde er nach Australien versetzt und war von 1996 bis 2000 bei Woodside Energy Pty. Ltd. in Perth als Senior Exploration Geologist und Research Coordinator tätig. In dieser Funktion verantwortete er unter anderem Forschungs- und Explorationsprojekte im Bereich strukturgeologischer und sedimentologischer Analyse.
Professur an der RWTH Aachen Im Jahr 2000 wurde Peter Kukla an die RWTH Aachen University berufen. Er übernahm den Lehrstuhl für Geologie und Paläontologie und die Leitung des Geologischen Instituts, die er bis 2024 innehatte.
In Forschung und Lehre widmete er sich insbesondere der Salzgeologie und Sedimentbeckendynamik sowie der Anwendung geologischer und geophysikalischer Methoden in den Bereichen Energie, Rohstoffe und untertägige Nutzung des geologischen Untergrunds. Ein weiterer Schwerpunkt lag in den letzten zehn Jahren in der Geothermie, der stofflichen Speicherung in geologischem Untergrund sowie der Nachnutzung von Bergwerken.
Kukla leitete von 2020 bis 2022 den Aufbau des Standorts Aachen des neuen Fraunhofer-Instituts für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien (IEG).
Forschungsschwerpunkte Die Forschung von Peter Kukla ist interdisziplinär ausgerichtet und umfasst insbesondere: nachhaltiges Georessourcenmanagement erneuerbare Energien mit Schwerpunkt Geothermie geologische Speicherung von CO₂, Wasserstoff und Energie Salztektonik und Mechanik evaporitischer Gesteine Sedimentologie und Beckenentwicklung Reservoiranalyse sowie Porendruck- und Temperaturmodellierung
Auszeichnungen und wissenschaftliches Engagement 2011: Distinguished Lecturer der American Association of Petroleum Geologists (AAPG) im Themenfeld „Salt Systems“ seit 2016: Co-Editor des International Journal of Earth Sciences 2014–2016: Mitglied des Steering Committees des DFG-Schwerpunktprogramms SPP 1375 „SAMPLE“ 2010–2026: Vorstandsmitglied der European Section der American Association of Petroleum Geologists (AAPG) 2009–2014: Vorstandsmitglied der Deutschen Geologischen Gesellschaft (DGG)
Darüber hinaus wirkte er als externer Gutachter für die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina und war an der Erstellung wissenschaftlicher Expertisen für politische Entscheidungsträger beteiligt, unter anderem zum Thema Fracking.
Herausgeberschaften und wissenschaftliche Publikationen Kukla ist Autor von zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten in internationalen, peer-reviewten Fachzeitschriften sowie Herausgeber mehrerer Sammelbände und Sonderpublikationen.
Er war Herausgeber thematischer Sonderbände der Geological Society of London, der International Association of Sedimentologists, des International Journey of Earth Science sowie von Fachzeitschriften wie Tectonophysics. Seine Arbeiten gelten als wesentliche Beiträge zum Verständnis der Dynamik salinarer Becken und ihrer Bedeutung für Energie- und Rohstoffsysteme sowie der Endlagerung radioaktiver Stoffe.
Hochschulpolitische Ämter und Selbstverwaltung Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit engagierte sich Kukla intensiv in der akademischen Selbstverwaltung der RWTH Aachen. Von 2018 bis 2026 war er Dekan der Fakultät für Georessourcen und Materialtechnik. Darüber hinaus fungierte er von 2021 bis 2026 als Sprecher der Dekaninnen und Dekane der RWTH Aachen.
Weitere Funktionen umfassten unter anderem: Wahlsenator der RWTH Aachen Vorsitzender des Prüfungsausschusses des Masterstudiengangs Angewandte Geowissenschaften Mitglied des Steering Committees des Profilbereichs Energy, Chemicals and Process Engineering (ECPE) Fachgruppensprecher der Geowissenschaften und Geographie
Einzelnachweise
Kategorie:Geologe (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (RWTH Aachen) Kategorie:Wissenschaftsmanager Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1959 Kategorie:Mann