Boushra Y. Almutawakel (; geb. 1969, Sanaa, Jemen) ist eine jemenitische Photographin. Ihre Arbeit befasst sich mit der internationalen Wahrnehmung von Arabern und Muslimen und konzentriert sich insbesondere auf die internationale Wahrnehmung von Geschlechterfragen und die Darstellung muslimischer/arabischer Frauen und ihrer Kleidung.

Leben Jugend und Ausbildung Almutawakel wurde 1969 in Sanaa geboren. Nach ihrem Studium an der American University in Washington, D.C., kehrte sie 1994 in den Jemen zurück, wo sie zu einer der ersten professionellen Fotografinnen des Landes wurde.

Sie zog im August 2013 mit ihrem Ehemann und ihren vier Töchtern nach Frankreich.

Werk und Karriere 1996 wurde sie Gründerin von Al-Halaqa, einer Organisation, die einen Raum für die Ausstellung und Diskussion von Kunst bot.

Im Jahr 1999 wurde Boushra Almutawakel, neben ihrer Weiterentwicklung ihrer fotografischen Arbeit und ihrer Tätigkeit als Bildungsberaterin, vom Zentrum für Empirische Forschung und Frauenstudien der Universität Sanaa als erste jemenitische Fotografin geehrt.

Almutawakel lebte zum Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den Vereinigten Staaten, was sie dazu veranlasste, sich mit den – positiven wie negativen – Wahrnehmungen von Arabern und Muslimen auseinanderzusetzen. Sie beschäftigte sich insbesondere mit der Aussage der ägyptischen Schriftstellerin Nawal El Saadawi, dass „Frauen, die Hijab oder Niqab tragen, Frauen gleichen, die Make-up tragen, da sie alle ihre wahre Identität verbergen“, und versuchte, Saadawis Ideen fotografisch zu interpretieren. Ihre Serie „Mutter, Tochter, Puppe“ („Mother, Daughter, Doll“, 2010) zeigt die Entwicklung von westlicher Kleidung hin zum Hijab und untersucht insbesondere die Wahrnehmung von Frauen. Sie beinhaltet Fotografien von „Fulla“-Puppen, einem Spielzeug ähnlich der Barbie-Puppe, welche an muslimische Kinder vermarktet wird. Almutawakels Werk untersucht auch, wie jemenitische Frauen ihren Körper historisch und gegenwärtig bedecken. Almutawakel erklärte zu ihrem Fokus auf Kleidung und den Niqab: „Ich möchte darauf achten, die stereotypen, weit verbreiteten negativen Bilder, die in westlichen Medien so häufig über den Hidschab/Schleier verbreitet werden, nicht zu verstärken. Insbesondere die Vorstellung, dass die meisten oder alle Frauen, die den Hidschab/Schleier tragen, schwach, unterdrückt, unwissend und rückständig sind“ („I want to be careful not to fuel the stereotypical, widespread negative images most commonly portrayed about the hijab/veil in the Western media. Especially the notion that most, or all women who wear the hijab/veil, are weak, oppressed, ignorant, and backwards“). In einem anderen Projekt zeigt Almutawakel Frauen in traditioneller Männerkleidung. Sie erläutert: „Die traditionelle Männerkleidung ähnelt sehr der Frauenkleidung – lang, weit, dezent und oft mit einer Kopfbedeckung. In westlichen Medien liegt der Fokus immer auf der Kleidung von Frauen, und ich wollte diese Vorstellung hinterfragen“ („men’s traditional clothing is very similar to women’s clothing—long, loose, modest and often with a head-covering. The focus in Western media is always on the way women are dressed so I wanted to challenge this idea“).

Almutawakel war 2014 Mitglied von des Photographenkollektivs Rawiya. 2018 wurde sie von der BBC in die Liste der 100 einflussreichsten Frauen aufgenommen.

Sie arbeitete als Fotografin für das British Council, CARE, die Königlich Niederländische Botschaft, das Französische Kulturzentrum und die Vereinten Nationen; außerdem war sie als Beraterin für Kulturfragen für die jemenitische Botschaft in Washington, D.C., und für das jemenitische Ministerium für Menschenrechte tätig, wobei ihr Schwerpunkt auf Frauenfragen lag.

Weblinks Offizielle Website boushraart.com

Einzelnachweise

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