Andrés Olarte Peña (* 1992 in El Socorro) ist ein kolumbianisch-deutscher Ingenieur, der durch Enthüllungen zu Umweltverstößen des mehrheitlich staatlichen Ölkonzerns Ecopetrol öffentlich bekannt wurde. Sein Fall wurde durch eine BBC-Untersuchung vom 20. März 2025 bekannt. Im Jahr 2026 ist er Träger des Ellsberg Whistleblower Award; die Verleihung ist für den 12. März 2026 geplant.

Leben Olarte wurde 1992 in Socorro als Sohn zweier Bakteriologen geboren. Er studierte Ingenieurwesen für Wasser und Gas an der Universidad Industrial de Santander und absolvierte anschließend ein Studium der Umweltwissenschaften an der University of Cambridge. Im Jahr 2017 trat er eine Stelle bei Ecopetrol an und war dort in beratender Funktion in der Unternehmensführung tätig. Sein Vertrag wurde 2019 nicht verlängert; nach Drohanrufen und weiteren Einschüchterungen verließ er Kolumbien. Seit 2019 lebt er in Berlin, wurde 2024 deutscher Staatsbürger und arbeitet in der Umweltbranche sowie an einer Dissertation.

Wirken Im Jahr 2018 wurde Olarte nach einem massiven Ölvorfall am Río Lizama entsandt, bereitete Unterlagen für ein UN-Expertenteam vor und schilderte, wie ihn die soziale und ökologische Dimension des Ereignisses zum Handeln motivierte. Innerhalb des Konzerns stieß er auf eine Datenbank mit 839 Einträgen zu sogenannten „ungelösten Umwelteinflüssen“, von denen etwa ein Fünftel nach interner Kennzeichnung „nur Ecopetrol bekannt“ gewesen sein soll. Olarte übergab die Datensätze der Environmental Investigation Agency (EIA) und später der BBC, welche die Herkunft der Dateien aus Ecopetrol-Systemen verifizierte. Ein BBC-Team dokumentierte vor Ort ölige Rückstände und Absperrbarrieren an einem als „nur Ecopetrol bekannt“ geführten Standort; zugleich verwies das Unternehmen auf gesetzeskonforme Verfahren, effiziente Abwasserbehandlung und Notfallpläne und bestritt eine Politik des Zurückhaltens von Informationen. Die Berichte lösten in Kolumbien eine breite Debatte aus; so berichteten La República und El Colombiano über mögliche Gewässerverunreinigungen, die betroffenen Gemeinden und Reaktionen der Konzernführung. Zudem ordnete die überregionale Presse den Fall in den Kontext der Iguana Papers ein, einer von der EIA aufbereiteten Materialsammlung zu mutmaßlichen Altlasten und weiteren Umweltproblemen rund um Ecopetrol. Für seine Rolle als Hinweisgeber wurde Olarte 2026 mit dem Ellsberg Whistleblower Award gewürdigt.

Einzelnachweise

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