Georgina Venetia Long (* 15. November 1970 in Sydney) ist eine australische Onkologin und Melanomforscherin sowie eine der Leiterinnen des Melanoma Institute Australia. Gemeinsam mit dem Pathologen Richard Scolyer wurde sie 2024 als Australian of the Year ausgezeichnet.
Leben Long erwarb an der University of Sydney einen Bachelor (1993), promovierte 1996 in Chemie und schloss das Medizinstudium im Jahr 2001 ab. Für ihre Verdienste um die Melanomforschung wurde sie 2020 als Officer (AO) der Order of Australia ausgezeichnet. 2024 wurde sie als Fellow in die Australian Academy of Science aufgenommen.
Wirken Long leitete ein umfangreiches Programm klinischer Studien, welches die weltweite Melanomversorgung grundlegend veränderte und in Australien zur Finanzierung von zehn neuen, das Überleben signifikant steigernden Melanommedikamenten führte. Auf Fachkongressen 2024 wurde die neoadjuvante Immuntherapie beim resektablen Stadium-III-Melanom als aktueller Versorgungsstandard bestätigt. Longs Arbeitsgruppe und das von ihr mitgegründete International Neoadjuvant Melanoma Consortium lieferten dafür zentrale Evidenz und Umsetzungsimpulse. Die Verbindung aus strengem Studiendesign, translationaler Laborforschung und rascher Implementierung in die Versorgung bildete dabei die Grundlage der erzielten Durchbrüche.
Ein wesentlicher Forschungsansatz Longs beruhte auf der Erkenntnis, dass Immuntherapien beim Melanom besser wirken können, wenn Wirkstoffe kombiniert und bereits vor der chirurgischen Tumorentfernung eingesetzt werden. Studien mit modernen Immuncheckpoint-Kombinationen belegen inzwischen, dass mehr als die Hälfte der Behandelten mit fortgeschrittenem Melanom zehn Jahre überleben, während zuvor nur etwa jeder Zwanzigste die Fünfjahresmarke erreichte. Neuere Auswertungen untermauern die langfristige Krankheitskontrolle durch diese Strategien.
Nach Richard Scolyers Diagnose mit einem aggressiven Glioblastom übertrug Long diesen Forschungsansatz 2023 auf seine Behandlung und machte ihn zum ersten Patienten mit einem Hirntumor, der vor einer Operation eine kombinierte Immuntherapie erhielt. Ergänzend erhielt Scolyer einen auf die Eigenschaften seines Tumors abgestimmten Impfstoff, der die Wirkung der Krebsimmuntherapie verstärken sollte. Die Behandlung war nicht als gesicherte Heilung angelegt, löste aber nach späteren Untersuchungen Hinweise auf eine Immunreaktion im Gehirn aus und trug zur Vorbereitung einer frühen klinischen Studie in den Vereinigten Staaten bei. Scolyer starb im Juni 2026.
Für Führungsleistung und Mentoring erhielt Long 2023 den ESMO Women for Oncology Award und war die erste Frau an der Spitze der Society for Melanoma Research. Als bekannte Wissenschaftskommunikatorin nutzt sie zudem die Bühne der Auszeichnung als Australian of the Year zur Einforderung von UV-Schutz und zur Warnung vor der Verharmlosung des Bräunungskults. Für ihr Engagement in der Krebsforschung wurde Long 2024 auf die Liste BBC 100 Women aufgenommen.
Einzelnachweise
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