One Battle After Another ( für „Eine Schlacht nach der anderen“; Arbeitstitel: The Battle of Baktan Cross, englisch für „Die Schlacht von Baktan Cross“) ist ein US-amerikanischer Spielfilm von Paul Thomas Anderson aus dem Jahr 2025. Das zwischen Actionthriller und absurder Filmkomödie angelegte Werk ist von Thomas Pynchons 1990 erschienenem Roman Vineland inspiriert. Im Mittelpunkt des Films steht ein Angehöriger einer linksradikalen Terrorgruppe, der mit seiner Tochter von einem rassistischen Soldaten gejagt wird. Die männliche Hauptrolle wurde mit Leonardo DiCaprio besetzt. Sean Penn, Benicio del Toro, Regina Hall, Teyana Taylor und Chase Infiniti ergänzten das Schauspielensemble. Der Film kam Ende September 2025 in die Kinos. Die internationale Kritik lobte One Battle After Another überschwänglich und pries den Film als bisher kommerziellste und gegenwärtigste Regiearbeit von Anderson an, der zuvor hauptsächlich durch die Inszenierung von verschachtelten Dramen, wie Magnolia oder There Will Be Blood zu Anerkennung gelangt war. Es ist seit über 60 Jahren die erste Produktion, die in einigen Kinos mit echten, analogen VistaVision-Vorführkopien gezeigt wird.

In der Filmpreissaison 2025/26 stellte One Battle After Another mehrere Nominierungsrekorde auf und gewann bisher fast 200 Auszeichnungen, darunter Golden Globe Awards und Critics’ Choice Movie Awards in den Kategorien Film, Regie und Drehbuch. Im Rahmen der British Academy Film Awards 2026 wurde One Battle After Another in sechs Kategorien ausgezeichnet, unter anderem als bester Film. Bei der Oscarverleihung 2026 folgten Nominierungen in insgesamt 13 Kategorien. Ausgezeichnet wurde der Film letztlich in sechs Kategorien, unter anderem als bester Film und Paul Thomas Anderson für die beste Regie und das beste adaptierte Drehbuch. Auch die einflussreichen Kritikerverbände von New York, Los Angeles, des National Board of Review und der National Society of Film Critics kürten Andersons Regiearbeit jeweils zum besten Kinofilm des Jahres.

Handlung Der weiße Pat Calhoun und die schwarze Perfidia Beverly Hills gehören einer linksextremen Terrorgruppe namens „French 75“ an, die in Kalifornien illegale Einwanderer aus Hafteinrichtungen befreit, Anschläge verübt und Banken überfällt. Pat, auch unter seinen Spitznamen „Ghetto Pat“ oder „Rocketman“ bekannt, ist der Bombenexperte der Gruppe. Perfidia ist eine toughe Kämpferin, beide sind ein Liebespaar.

Während die „French 75“ eine vom Militäroffizier Steven J. Lockjaw geleitete Hafteinrichtung für illegale Migranten überfällt, zwingt ihn Perfidia mit einer vorgehaltenen Waffe zu einer Erektion, um ihn so zu demütigen. Hiernach entwickelt Lockjaw eine Obsession für Perfidia. Er beginnt, Perfidia zu verfolgen, und beobachtet masturbierend ihre Aktionen. Während eines Anschlags lauert er ihr auf und nötigt sie, später mit ihm in einem Motel Sex zu haben.

Perfidia wird schwanger. Pat, der davon ausgeht, der Vater zu sein, versucht Perfidia davon zu überzeugen, nun mit ihr und der gemeinsamen Tochter sesshaft zu werden. Doch Perfidia fühlt sich hierdurch in patriarchalen Konstrukten eingeengt und verlässt ihre neue Familie, um sich wieder der „French 75“ anzuschließen. Perfidia wird nach einem fehlgeschlagenen Banküberfall, bei dem sie einen Wachmann erschießt, verhaftet, kommt aber mithilfe von Lockjaw als Kronzeugin frei und geht ins Zeugenschutzprogramm. Teil ihres Deals ist es, mehrere Mitglieder der „French 75“ zu verraten. Mithilfe ihrer Informationen gelingt es Lockjaw, mehrere Gruppenmitglieder und mögliche Mitwisser festzunehmen oder zu töten. Pat und seine vermeintliche Tochter tauchen unter. Perfidia flüchtet aus dem Zeugenschutzprogramm vor Lockjaws Avancen nach Mexiko, wo sie verschwindet. Lockjaw befürchtet unterdessen, dass Perfidias Tochter eigentlich von ihm sein könnte. Lockjaw, der ein übermännlicher White Supremacist ist, kann das mit seinem rassistischen Selbstbild nicht vereinbaren, weil er hierin eine „Rassenschande“ sieht.

Lockjaws Erfolge in der Bekämpfung der „French 75“ fördern seine Karriere in den Sicherheitsbehörden, ihm wird unter anderem die Bedford Forrest Medal of Honor verliehen. Nach seiner Beförderung zum Colonel bewirbt sich Lockjaw um eine Aufnahme in den rechtsextremen Geheimzirkel „Christmas Adventurers Club“ von Roy More. Im Aufnahmeprozess nach früheren Beziehungen zu Schwarzen befragt, lügt er, solche nie gehabt zu haben.

Sechzehn Jahre nach ihrem Untertauchen leben der nun etwas heruntergekommene, drogenabhängige Pat und seine Tochter unter den Decknamen „Bob und Willa Ferguson“ in der (fiktiven) kalifornischen Kleinstadt Baktan Cross, einer sogenannten Zufluchtsstadt. Willa ist eine beliebte und selbstbewusste Jugendliche geworden; die ständigen Vorsichtsmaßnahmen ihres Vaters, der ihren Umgang überwacht und ihr ein Handy verbietet, kann sie kaum verstehen. Doch Lockjaw ist ihnen tatsächlich noch immer auf der Spur. Mit seiner paramilitärischen Polizeitruppe inszeniert er in der Kleinstadt großangelegte „Drogenrazzien“, bei denen in Wirklichkeit Bob und Willa gesucht werden sollen. Er erteilt dabei die Anweisung, Bob zu töten. Doch auch das Untergrundnetzwerk der linken Aktivisten und die Solidarität der örtlichen Migrationshelfer sind noch intakt. Das aggressive Auftreten der Sicherheitsbehörden führt zu Protesten auf der Straße. Nachdem Lockjaw den Einsatz eines Agent Provocateur befiehlt, der einen Molotowcocktail in Richtung der Polizei wirft, kommt es endgültig zu Ausschreitungen.

Bob und Willa können getrennt voneinander fliehen. Willa gelangt von ihrem High-School-Ball in ein Frauenkloster in der Wüste, welches das linksextreme Untergrundnetzwerk unterstützt. Dort erfährt sie, dass ihre Mutter eine Verräterin („Ratte“) war. Bob bittet um Unterstützung bei „Sensei Sergio“, Willas Karatelehrer, der in den Räumen seiner Familie illegale Migranten verborgen hält. Mit Sergios Hilfe versucht er, seine Tochter wiederzufinden. Das gestaltet sich schwieriger als gedacht, weil Bob die meisten alten, recht bizarren Passwörter der Untergrundgruppe vergessen hat und durch langjährigen Marihuanakonsum sowohl körperlich als auch geistig nicht mehr in bester Verfassung ist. So erfährt er lange nicht den geheimen Treffpunkt mit seiner Tochter.

Während dieser Ereignisse erfährt der „Christmas Adventurers Club“ durch eine archivierte Zeugenaussage des von Lockjaw getöteten „French-75“-Mitglieds „Junglepussy“ von seiner Beziehung und seinem möglichen Kind mit Perfidia. Lockjaws Aufnahme in den Verein ist nun komplett infrage gestellt; die Club-Mitglieder setzen vielmehr sofort den Auftragsmörder Tim Smith auf Lockjaw und Willa an, um sich zu „reinigen“. Lockjaw, der davon nichts weiß, findet Willa vor ihrem Vater. Er besetzt mit seinen Männern das Kloster und zwingt das Mädchen zu einem Gentest, den er mitgebracht hat. Dabei stellt sich heraus, dass sie tatsächlich seine biologische Tochter ist. Bob kommt kurz danach an und liefert sich einen kurzen Schusswechsel mit den Einsatzkräften. Lockjaw entführt Willa und bringt sie zu dem Kopfgeldjäger Avanti, der sie zu einer Gruppe von Lockjaws rechtsextremen Komplizen fahren soll. Diese sollen Willa ermorden. Avanti, selbst Angehöriger einer ethnischen Minderheit, bekommt am Auslieferungsort wegen Willas jungem Alter Skrupel und erschießt stattdessen mehrere der Komplizen von Lockjaw, wobei er selbst im Kugelhagel stirbt. Willa flüchtet mit Avantis Auto über eine einsame kalifornische Landstraße. Auf derselben Straße sind auch Lockjaw, Smith und Bob unterwegs. Es kommt am Straßenrand zum finalen Showdown: Smith versucht, Lockjaw umzubringen, und verwundet ihn schwer. Smith verfolgt daraufhin Willa, wird von ihr aber erschossen. Schließlich trifft Bob ein und bringt seine Tochter in Sicherheit.

Einige Zeit später: Colonel Lockjaw hat den Mordversuch schwer gezeichnet überlebt. Er bemüht sich erneut um die Aufnahme in den „Christmas Adventurers Club“. Er bezeichnet Perfidia als „Sperma-Diebin“ und verteidigt sich mit der bizarren Geschichte einer „umgekehrten Vergewaltigung“, deren Opfer er geworden sei. Clubanführer More geht scheinbar darauf ein. Doch als Lockjaw überglücklich in seinem angeblichen neuen Büro sitzt, wird er mit Gas getötet und sein Leichnam verbrannt.

Bob und Willa leben wieder als Familie im Untergrund. Bob gibt Willa einen Brief, den ihre Mutter vor ihrem Fortgehen für sie hinterlassen hat. Desillusioniert vom Revolutionskampf bedauert Perfidia darin ihr Weggehen und stellt ein mögliches Wiedersehen mit ihrer Tochter in Aussicht. Eine Funkdurchsage der Aktivisten unterbricht Bob und Willa: Ein paar Autostunden entfernt gebe es Übergriffe der Polizei auf Migranten. Willa macht sich ohne Zögern auf den Weg zum Gegenprotest.

Produktion Inspiration, Regie, Drehbuch und Filmschnitt mini|hochkant=0.8|Regisseur und Drehbuchautor Paul Thomas Anderson (2022) One Battle After Another ist der zehnte Spielfilm von Regisseur Paul Thomas Anderson, der auch das Drehbuch schrieb.Jazz Monroe: Alana Haim, Teyana Taylor, and Junglepussy to Star in New Paul Thomas Anderson Film. In: pitchfork.com, 4. Februar 2024. Inspiriert wurde One Battle After Another lose von dem Roman Vineland von Thomas Pynchon, der in der Reagan-Ära in den 1980er Jahren spielt.Owen Gleiberman: 'One Battle After Another' Review: Leonardo DiCaprio and Sean Penn Are Brilliant in Paul Thomas Anderson’s Mesmerizing Vision of a Police-State America. In: Variety, 17. September 2025. Darin geht es um den ehemaligen Aktivisten Zoyd Wheeler, der seine Exfrau Frenesi Gates wiedertrifft, die als Informantin für die Regierung tätig ist. Anderson hatte bereits mit Inherent Vice – Natürliche Mängel aus dem Jahr 2014 einen Roman von Pynchon verfilmt.Jordan Ruimy: PTA’s 'One Battle After Another' Was “Inspired” by 'Vineland'. In: worldofreel.com, 13. März 2025. Abgerufen am 23. September 2025. Bereits kurz nach Erscheinen von Vineland im Jahr 1990 hatte der Regisseur die Absicht gehabt, die Geschichte für das Kino zu adaptieren.Maria Wiesner: Freiheit im Rückspiegel. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25. September 2025, S. 11. One Battle After Another soll der bisher kommerziellste Film von Anderson sein.Jochen Müller: Paul Thomas Anderson setzt namhaften Cast für Warner in Szene. In: Blickpunkt:Film, 11. Januar 2024. Der Titel One Battle After Another bezieht sich auf eine Aussage von Bob zu Beginn des Films vor einem weiteren Anschlag von „French 75“, nun „eine Schlacht nach der anderen“ führen zu werden. Laut Anderson, der als „Liebling des cinephilen Flügels Nordamerikas“ gilt, handle die Geschichte „so sehr von der Politik, wie Boogie Nights von Pornos handelte“. Gleichzeitig ist One Battle After Another nach fünf inszenierten historischen Stoffen das erste Werk, dessen Geschichte in der Gegenwart angesiedelt ist. Zuletzt hatte Anderson mit der Tragikomödie Punch-Drunk Love (2002) einen in der Jetztzeit spielenden Film gedreht.

Während der Produktion verstarb im November 2024 Adam Somner, erster Regieassistent und Mitproduzent, an den Folgen einer Krebserkrankung.Tom Tapp, Denise Petski: Adam Somner Dies: Oscar-Nominated Producer, Longtime First AD For Steven Spielberg, Paul Thomas Anderson & Ridley Scott Was 57. In: deadline.com, 29. November 2024 (abgerufen am 24. September 2025). Es war für ihn die sechste Zusammenarbeit mit Anderson an einem Projekt. Der Film ist Somner gewidmet.Pete Hammond: ‘One Battle After Another’ Review: Paul Thomas Anderson’s Insanely Great Action Movie With Leonardo DiCaprio And Sean Penn Has It All. In: deadline.com, 17. September 2025 (abgerufen am 24. September 2025). Neben ihm und Anderson treten Sara Murphy und JoAnne Sellar als Produzentinnen des Films in Erscheinung. Murphy arbeitete früher mit dem Regisseur bei Musikvideos zusammen, seit Licorice Pizza bei Spielfilmprojekten. Sellar ist eine Konstante bei den Spielfilmen von Anderson mit Ausnahme seines Debütfilms Last Exit Reno (1998).