mini|Johanniskirche in Waldmannshofen Die evangelische Johanniskirche ist die Pfarrkirche von Waldmannshofen, einem Ortsteil von Creglingen im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg. Das Bauwerk ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen. Die Kirchengemeinde gehörte bis Ende 2024 zum bisherigen Kirchenbezirk Weikersheim und gehört seit 1. Januar 2025 zum Teilgebiet Weikersheim im neuen Kirchenbezirk Hohenlohe der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Geschichte 1317 bestätigt der Bischof von Würzburg den Edelherren von Hohenlohe-Brauneck die Stiftung einer Kapelle samt Kaplanei und Gütern aus markgräflichem Eigentum und gewährt das Präsentationsrecht zur Anstellung eines Pfarrers. Die Linie Hohenlohe-Brauneck erlosch bereits um 1390, und die Herrschaft über Waldmannshofen ging über das Fürstentum Brandenburg-Ansbach an die Rosenberg, die bis in den Dreißigjährigen Krieg das Kirchenpatronat innehatten, danach die Hatzfeld bis 1894. Bereits 1525 wurde in Waldmannshofen die Reformation eingeführt, 1805 wurde der Ort bayerisch, 1810 württembergisch. Sowohl 1970 als auch 2000 wurden Turm und Kirche renoviert.

Baubeschreibung Die Saalkirche besteht aus einem von Süd nach Nord ausgerichteten Langhaus, das 1804–1806 als Ersatz der auf das 14. Jahrhundert zurückgehenden ersten Kirche rechtwinklig zum beibehaltenen spätmittelalterlichen Chorturm angebaut und der damit zu einem Chorseitenturm wurde. Er ist mit einer barocken Zwiebelhaube bedeckt, die mit einer offenen Laterne bekrönt ist. Das Turmerdgeschoss enthält die Grablege der Patronatsfamilien, das erste Turmobergeschoss eine ehemalige kreuzgratgewölbte Turmkapelle oder Schatz- und Reliquienkammer. Das oberste Geschoss des Chorturms beherbergt die Turmuhr und den Glockenstuhl mit drei Kirchenglocken, das Erdgeschoss. Das Kirchenschiff mit seinen von West über Süd nach Ost durchlaufenden Emporen ist vom Chor nicht nur einen Chorbogen, sondern durch zwei Wandpfeiler abgegrenzt. Der im Inneren halbrunde Chor ist durch eine Kanzel-Orgel-Altarwand mit Empore sowie durch einige Fenster und Türen gegliedert.

Ausstattung Wandmalerei: Bei der Kirchenrenovierung 1970 wurden in der „Turmschatzkammer“ Reste von Wandmalereien freigelegt. Der Stil weist eher auf die erste als in die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts. Übermalungen wurden im 16. Jahrhundert vorgenommen. In den vier Gewölbekappen befinden sich ursprünglich die vier Evangelistensymbole mit langen Schriftbändern, jedoch teilweise nur noch in Resten oder mit Übermalungen. An der Südwand links das Fragment der Darstellung eines Armbrustschützen und Reste einer Baumkrone, an der Südwand rechts eine Bischofsfigur. An der Ostwand, links vom Fenster zwei stehende Heilige vor dunkelrotem, mit Sternen bestreuten Hintergrund, darüber ein schmaler Streifen mit fragmentarischen Namensbeschriftungen. Links der Heilige Antonius, der Eremit in Antonitertracht, die Kapuze der vorn offenen Kappa über den Kopf gezogen, in der Linken ein Dreibalkenkreuz mit Kleeblattendung haltend. Von der rechten Figur ist nur der Nimbus zu erkennen. Der rechte Arm hält vermutlich die Kette mit Halsfessel und Schloss als Attribut des Heiligen Leonhard. An der Nordwand die Majestas Domini, flankiert von zwei Posauenengeln und Maria und dem Evangelisten Johannes; darunter noch fragmentarisch der Höllenrachen und die Verdammten.Waldmannshofen, unsere Kirche - Turmschatzkammer .

Grabmale: Das Turmerdgeschoss enthält figürlich gestaltete Grabmale derer von Rosenberg bis zum Tode des letzten Rosenbergers 1632.

Orgel: Im Jahre 1976 wurde in den aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammenden Orgelprospekt ein neues Orgelwerk eingebaut.

Literatur

Ulrich Bernecker, Regine Burdinski: Unsere Kirchen – Ein Führer zu den Gotteshäusern des evangelischen Kirchenbezirks Weikersheim. (Hrsg.) Evangelisches Dekanat Weikersheim 2003, Seite 117–119.

Einzelnachweise

Weblinks

Website der Verbundkirchengemeinde Braunecker Land Informationen zur Kirche auf der Website www.waldmannshofen.de (mit weiteren Informationen auf den Unterseiten)

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