mini|Rabbiner Leon Thorn, etwa Anfang der 1950er Jahre Leon Leib Yehuda Thorn, auch: Leon Lejb Jehuda Thorn und Leo Thorn (geboren am 22. Juli 1907Während der der gedruckten Dissertation angehängte selbst verfasste Lebenslauf und mehrere US-amerikanische Veröffentlichungen für Leon Thorne das Geburtsjahr 1907 angeben, weisen das United States Holocaust Memorial Museum (USHMM), die in New York City einst erscheinende deutschsprachige jüdische Wochenzeitung Aufbau – Reconstruction und das in den US-Nationalarchiven erhaltene US-Einbürgerungsregister (eigenhändig signiert durch Leon Thorn) sowie das Hessische Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden das Geburtsdatum Leon Thorns als 24. März 1906 aus. in Schodnica bei Drohobycz, Galizien, Österreich-Ungarn;Dr. Krzysztof Kaczmarski: Pogrom, którego nie było Rzeszów, 11-12 czerwca 1945 r. : fakty, hipotezy, dokumenty. S. 16, 18, 22, 23, 29, 42, 43, 50, 78, 79, 194, 152 (Zitatstelle S. 78).Leon Thorn. In: United States Holocaust Memorial Museum, auf: ushmm.orgLeon Leib Yehuda Thorn, Datensatznummer 8413263. In: Yad Vashem – Internationale Holocaust Gedenkstätte, auf: yadvashem.orgThorn, Leon, Registrierung der Einbürgerung, No. 7195580, U.S. District Court at Brooklyn, New York, 23. Februar 1954, Petition No. 509325, Alien Registration No. 6907166. In: US National Archives, auf: archives.gov gestorben als Leon Thorne am 23. Februar 1978 in Brooklyn, Bundesstaat New York, Vereinigte Staaten),The New York Times, 7. März 1978, Obituaries, S. 38, Spalte 7. – Zitat: THORNE, Rabbi Leon – The New York Board of Rabbis records with profound sorrow the untimely passing of our beloved colleague. As a hospital Chaplain he brought comfort, hope and strength to the sick. Heartfelt condolences to his dear wife and famils. May his memory be for blessing. Rabbi Baruch Silverstein‐Pres, Rabbi Paul L. Hait, Exec Dir war ein österreichisch-polnisch-US-amerikanischer Rabbiner und Schriftsteller, der nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Frankfurt am Main wirkte und dort diverse jüdische Organisationen und Schulen rekonstituierte und gründete.Thorn, Leon. In: Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Signatur: HHStAW Bestand 518 Nr. 14548, auf: hessen.de Mit seiner Buchveröffentlichung Out of the Ashes (1961) vermochte er sogar den Literatur-Nobelpreisträger Isaac Bashevis Singer zu beeindrucken.Daniel H. Magilow: Introduction. In: Leon Thorne: It Will Yet Be Heard: A Polish Rabbi’s Witness of the Shoah and Survival. Daniel H. Magilow und Emanuel D. Thorne (Hrsg.). Vorwort von Isaac Bashevis Singer. Rutgers University Press, New Brunswick, Camden, Newark, New Jersey 2018, ISBN 978-1-978801-65-3, S. 1–7 (Zitatstelle S. 7).

Familie Leon Thorn wurde als Kind von Isaak „Itzele“ (Izak, Yitzchak) Thorn (ermordet am 4. Juli 1941 in Schodnica)Valerie Schatzker: The Destruction of Schodnica and the Surroundings: Kropiwnik, Rybnik, Majdan, Urycz, Pereprostyna und Yosef Kitai: Schodnica (Skhidnitsya, Ukraine), auf: jewishgen.orgThorn, Yitzchok, eingereicht durch Rachel Thorn, geborene Rosenthal. In: United States Holocaust Memorial Museum, auf: ushmm.org und dessen Ehefrau Cecilie „Cyla“, geborene Backenroth, in eine wohlhabende jüdisch-galizische Familie geboren,Leon Thorn, Registrierung in Polen, 14. Juni 1945, Nr. 8224. In: United States Holocaust Memorial Museum, auf: ushmm.org die Ölquellen und Ölförderanlagen in den Karpaten besaß und betrieb, mit Schmiermitteln und Grundölen handelte.Verfahren Dr. Leon Thorn, Brooklyn, USA, gegen das Deutsche Reich. Enthält: Erdölrechte und -gruben mit Anlagen in Polen. In: Landesarchiv Berlin, B Rep. 025-04 Nr. 4605/57.Verfahren Dr. Leon Thorn, Brooklyn, USA, gegen das Deutsche Reich. Enthält: Öl, Gasolin. In: Landesarchiv Berlin, B Rep. 025-07 Nr. 6701/59.

Leon hatte einen jüngeren Bruder, David Tsvi (geboren am 11. Januar 1920 in Schodnica; gestorben als David Hersh Thorn 1972 in Brooklyn, New York, USA).David Tsvi Thorn, Datensatznummer 8411778. In: Yad Vashem – Internationale Holocaust Gedenkstätte, auf: yadvashem.orgManifest of In-Bound Passengers (Aliens) Class DP from Bremerhaven 24. April 1950 on USNS General R. M. Blatchford arriving at Port of New York, N. Y. May 4, 1950, Pos. 2 Thorn David, age 30, married, travel document: I-451648, nationality: Polish, destination in United States: 1285 St. Johns Place, Brooklyn New York; Pos. 3 Thorn Ellen, age 23, married, travel document: I-451647, nationality: stateless, destination in United States: 1285 St. Johns Place, Brooklyn New York.Thorn, David Hersh, date of birth: 1-11-1920. Registrierung der Einbürgerung, No. 7436447, U.S. District Court at Brooklyn, New York, 19. Juli 1955, Petition No. 540258, Alien Registration No. 7468087. In: US National Archives, auf: archives.govThorn, Ellen Myra, date of birth: 1-19-1927. Registrierung der Einbürgerung, No. 7436448, U.S. District Court at Brooklyn, New York, 19. Juli 1955, Petition No. 540256, Alien Registration No. 7468088. In: US National Archives, auf: archives.govThorn David H 2766E16 Nightngl 6-4072. In: Brooklyn, New York City, Area Code 212, Telephone Directory 1960–1961, New York Telephone Company, S. 1462, Spalte 1.

In Rzeszów heiratete Leon Thorn im Jahr 1945 Rachel Rosenthal (geboren am 1. Januar 1924 in Kaunas, Litauen).Verfahren Rachel Thorn, geb. Rosenthal (* 01.01.1924), 856 Eastern Parkway, Brooklyn, New York, USA, gegen das Deutsche Reich. In: Landesarchiv Berlin, B Rep. 025-07 Nr. 10248/59. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor, zunächst zwei Jungen, Emanuel David (geboren am 1. Oktober 1945 in Dresden) und Irving Daniel (geboren am 18. Dezember 1951 in Brooklyn, New York, USA),Emanuel David Thorn/e, PhD (geboren am 1. Oktober 1945 in Dresden), lehrt als Professor für Wirtschaftswissenschaften am Brooklyn College der City University of New York. Als Gastdozent wirkte er auch am Kennedy Institute of Ethics der Georgetown University und am Aspen Institute for Humanistic Studies. Von ihm verfasste Wortbeiträge wurden beispielsweise im Yale Journal on Regulation, im Wall Street Journal und in der New York Times veröffentlicht.Irving Daniel Thorn/e, MD, ist als Urologe tätig. Anfangs praktizierte er im US-Bundesstaat Ohio, bis heute jedoch im US-Bundesstaat Minnesota. danach zwei Mädchen, Risa Gail (geboren im Februar 1955 in Brooklyn, New York, USA) und Ziva Pearl.Leon Thorne: It Will Yet Be Heard: A Polish Rabbi’s Witness of the Shoah and Survival. Daniel H. Magilow und Emanuel D. Thorne (Hrsg.). Vorwort von Isaac Bashevis Singer. Rutgers University Press, New Brunswick, Camden, Newark, New Jersey 2018. ISBN 978-1-978801-65-3, S. 220.

Schule, Studium und Promotion mini|Leon Thorn absolvierte seine Gymnasialzeit am 10. Staatlichen Sienkiewicz-Lyzeum und Gymnasium in Lemberg In der örtlichen Synagoge studierte Leon Thorn bereits als Kind den Talmud, „vom Morgengrauen bis zur Abenddämmerung“; es war ganz der Wunsch seines Vaters, dass aus Leon ein Rabbiner werde.Leon Thorne: It Will Yet Be Heard: A Polish Rabbi’s Witness of the Shoah and Survival. Daniel H. Magilow und Emanuel D. Thorne (Hrsg.). Vorwort von Isaac Bashevis Singer. Rutgers University Press, New Brunswick, Camden, Newark, New Jersey 2018. ISBN 978-1-978801-65-3, S. 79. Er absolvierte das nach Henryk Sienkiewicz benannte X. Staatliche Gymnasium in Lemberg,polnische Originalbezeichnung des Lyceums und Gymnasiums zur Zeit von Leon Thorns Matura: X Państwowe Liceum i Gimnazjum im. Henryka Sienkiewicza we Lwowie das er 1929 als Externer mit dem Diplom für die Hochschulreife abschloss, der Matura bzw. dem Abitur entsprechend. Anschließend studierte er vier Trimester an der philosophischen Fakultät der Universität Lemberg, zwei Semester an der philosophischen Fakultät der Universität Wien und zwei Semester (SS 1932 und WS 1932/33) an der Universität Breslau. Gleichzeitig studierte er Jüdische Theologie an der Israelitisch-theologischen Lehranstalt in Wien und am Jüdisch-theologischen Seminar in Schlesiens Hauptstadt Breslau.Jael Geis: Übrig sein - Leben „danach“. Juden deutscher Herkunft in der britischen und amerikanischen Zone Deutschlands 1945–1949. Dissertation 1999. Philo Verlag, Berlin / Wien 2000. ISBN 3-8257-0190-5, S. 142. Er hörte während seiner Studienzeit bei Twardowski, Ajdukiewicz, Wartenberg, Chylinski, Wilke, Christian, Bauer, Straeck und Meyer. Nach seiner Semicha (Ordination) war er dann als Rabbiner in den jüdischen Gemeinden von Briesen, Gollub und Stargard eingesetzt.

1933 wurde er an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg beim Philosophen Hans Meyer zum Doctor philosophiae (Dr. phil.) promoviert. Seine Dissertation titelte Das Problem der Eschatologie und der transcendenten Vergeltung bei Saadia ben Josef aus Fayum. Ein Beitrag zur jüdischen Religionsphilosophie des Mittelalters.Werner Ziegenfuß (Hrsg.) et al.: Philosophen-Lexikon, Band 2 L–Z, De Gruyter, München 1978. 1. unveränd. fotomech. Nachdruck (1950). ISBN 978-3-11-232721-0, S. 397.Thorn, Leon. In: Deutsche Nationalbibliothek, auf: d-nb.info

Zweiter Weltkrieg und Schoáh Am 1. Juli 1941 wurde seine Heimatstadt Schodnica durch die deutsche Wehrmacht besetzt, sein Vater neben 197 anderen Bewohnern Schodnicas durch Ukrainer, unterstützt von Wehrmachtsangehörigen, am 4. Juli ermordet.Israel Gutman, Eberhard Jäckel, Peter Longerich, Julius H. Schoeps (Hrsg.): Enzyklopädie des Holocaust. Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden, Bd. 1, Piper Verlag, München und Zürich 1995, ISBN 3-492-22700-7, S. 371. Leon Thorn wurde innerhalb des Generalgouvernements in den Ghettos von Sambor (hebr.: גטו סמבור), Drohobycz (hebr. גטו דרוהוביץ') und Lemberg (hebr. גטו לבוב) sowie im Zwangsarbeitslager Janowska (hebr. ינובסקה) interniert. Er konnte den Deutschen wiederholt entfliehen. Ab Herbst 1943 hielt er sich versteckt und hauste über eine Zeitspanne von 53 Wochen in einem kleinen privaten Bunker unterhalb des Schweinestalls eines polnischen Landwirts.The Detroit Jewish News, 5 May 1950, p. 15, column 1 (siehe Wikimedia Commons).Leon Thorne: It Will Yet Be Heard. A Polish Rabbi’s Witness of The Shoah and Survival. In: Oxford Academic, HGS Holocaust and Genocide Studies, auf: oup.com Mit viel Glück entkam er der Schoáh. Im August 1944 wurde er durch das Eintreffen der Roten Armee befreit.

Seine spätere Ehefrau Rachel war im Ghetto Slabodka (Kauen, Kaunas, Kowno) interniert, wo sie durch den römisch-katholischen Priester Bronislovas „Bronius“ Paukštys (1897–1966) gerettet wurde.Father Bronius Paukstys and his brother Juozas. In: Yad Vashem – The World Holocaust Remembrance Center, auf: yadvashem.org

Nachkriegszeit in Polen und Deutschland mini|Feldrabbiner Leon Thorn mit Ehefrau Rachel, geb. Rosenthal, und Leons jüngerem Bruder David in Krakau, Polen, Frühjahr 1945