mini|Wappen der Hochschlitz von Pfauhausen, nach Scheibler|374x374px Die Familie Hochschlitz von Hausen ist ein altes schwäbisches Rittergeschlecht.
Geschichte der Ritter von Hausen genannt Hochschlitz
Urkundliche Belege und Abstammung aus dem Neckargau Die Familie Hochschlitz von Hausen, ursprünglich von Hausen, genannt Hochschlitz, war ein altes schwäbisches Rittergeschlecht (siehe auch Liste schwäbischer Adelsgeschlechter), das von 1241 bis 1445 urkundlich belegt ist. Namensgebender Stammsitz im historischen Neckargau ist die ehemalige Burg im vormaligen Dorf Pfauhausen, heute Ortsteil von Wernau.
Lehensverhältnisse im Hoch- und Spätmittelalter Laut einer Urkunde aus dem Jahre 1261 waren die Herren von Hausen ursprünglich Lehensleute der Edelfreien von Steußlingen, aus deren Geschlecht die Erzbischöfe Anno II. von Köln († 1075) und Werner von Magdeburg († 1078) und im 12. Jahrhundert der Bischof von Münster Werner von Steußlingen stammten. Des Weiteren traten in späterer Zeit als ihre Lehensherren ein Berthold von Mühlhausen, die Grafen von Helfenstein und die Grafen von Hohenberg, sowie im 14. Jahrhundert die Herzöge von Österreich auf. Danach sind Familienmitglieder als Lehnsleute der Grafen von Württemberg belegt, ein Wolf von Hochschlitz ist 1377 in württembergischen Gefolge gefallen.
Bezug zur Esslinger Königspfalz Im Bereich des Versorgungshofs der Esslinger Königspfalz, der Krongut war und sich im Umfeld des späteren Dominikanerklosters (heute Münster St. Paul) befand, hatten sie eine Mühle und das Mühlenrecht inne, ehe sie diese seit 1324 nach und nach an das Katharinenhospital veräußerten.
Die Ritter von Hausen Im Jahre 1268 wird in einer Urkunde Herzog Ludwigs I. von Teck, die die Schlichtung eines Erbenstreits um einen halben Hof in Bodelshofen bezeugt, der dortige Nachlass eines Ritters Konrad von Hausen (Cv̊nradi militis de Hvsen) erwähnt. Im Gegensatz zu den beiden anderen Ortsteilen von Wendlingen, die ehemalige Stadt und Unterboihingen, die zum Stammsitz der Grafen von Aichelberg gehörten, war Bodelshofen seit ehedem ein Gut, das tecksche Gefolgsleute besaßen. Derselbe Konrad von Hausen (Cůnrado milite in Hvsen) ist bereits im Jahr 1242 in einer Lehensurkunde des Konvents der Chorherren vom heiligen Grab zu Denkendorf mit einem Hof in Sirnau erwähnt, den ein Esslinger Bürger für ihn bewirtschaftet. Schon im Jahre 1232 bezeugen ein Cunrad und Anselm von Hausen (Husin) im Gefolge des Herzogs Konrad von Teck die Beilegung eine Streites um ein Gut in Fuhlisbach (Gut Niederfühlisbach, Gemeinde Bezgenriet). Jener Anselm von Hausen taucht nochmals im Jahre 1259 neben dem Augsburger Archidiakon Hildebrand von Rechberg als Zeuge einer Schenkung an das Kloster Gotteszell auf.
Genanntname Hochschlitz (1241) Erstmalig taucht der Genanntname Hochschlitz in einer Urkunde des Klosters Heiligkreuztal aus dem Jahre 1241 auf. Hier wird in einer Reihe von Zeugen der Grafen Eberhard und Ulrich von Württemberg an dritter Stelle ein Ritter Hochschlitz (Hohslitzo milite) ohne Vornamen genannt. Der Beiname Hochschlitz wird als Spott- und Übername vermutet, der im Laufe der Zeit zum ausschließlichen Geschlechtsname wurde.
Ritter von Hausen im Gefolge der Herzöge von Teck (1245) In einer Urkunde des Grafen Egeno von Aichelberg von 1245 bezeugen vier Ritter aus Hausen (C. et E. milites de Hvsen et R. et W. milites ibidem) neben einem Notar des Herzogs von Teck (et C. notarius de Tekke) dessen Verzicht auf seine Rechte in Nassach und Erlenschwang gegenüber dem Kloster Adelberg. In dieser Auflistung werden zwei Generationen vermutet, mit C. eben jener oben in den Jahren 1242 und 1268 genannte Konrad von Hausen, mit W. einer seiner Söhne Walter.
Ritter Walter von Hausen genannt Hochschlitz (1261) 1261 vermacht eben dieser Ritter Walter von Hausen genannt Hochschlitz seinen von dem Herrn von Steußlingen lehenbaren Weinberg zu Mettingen dem Kloster Pfullingen. Diese Stiftung erfolgte um seines und seiner Vorfahren Seelenheil willen und die Schwestern erhielten auch das Recht, das Gut einzutauschen oder zu verkaufen. In einer späteren Urkunde aus dem Jahr 1269 wird er in Esslingen als helfensteinischer Lehensmann der Olventenmühle beim Miselbrunnen, außerhalb der Stadtmauern in Richtung Mettingen gelegen, genannt. Wiederum in einer Urkunde, ausgestellt in Esslingen im Jahr 1279, sind vier Brüder als Söhne eines Ritters Hochschlitz (Hoslize) belegt, die ihre Mühle vor den Mauern des Agnesfriedhofs an einen Esslinger Bürger verkaufen.
Pfauhausen (1274) Der näher bezeichnende Ortsname Pfau-hausen taucht erstmalig geschrieben als pawenhusen in einer von Herzog Konrad II. von Teck ausgestellten Schenkungsurkunde an das Kloster Kirchheim aus dem Jahre 1274 auf. Dieser Name leitet sich von einer Bürgerfamilie ab, die seit 1275 in Esslingen nachweisbar ist und zu deren Besitz das zwischen Hausen und Deizisau gelegene sogenannte "Pfauengereut" gehörte.
Bürgerfamilie Pfau in Esslingen (ab 1275) "Aus dem Namen darf man schließen, dass sie von Pfauhausen in die Stadt gekommen sind, so dass es wohl möglich ist, dass sie Nachkommen der ritterlichen Familie Hochschlitz sind." Auch dieser Name war wohl ein Übernahme, der tatsächliche oder angebliche Eitelkeit aufs Korn nahm (zu ahd. pfäwo, mhd. pfä(we) 'Pfau'. Die Pfau hatten Besitz in Baltmannsweiler, den sie aber aus Not im Jahre 1299 verkaufen mussten. In Esslingen hatten sie einen Kramladen und auch ein Haus in der Nähe von St. Klara.
Ministeriale der Herzöge von Teck Der erstgenannte von ihnen, Wolfram von Hochschlitz, findet man 1289 in Kirchheim unter Teck als teckschen Ministerialen.
Die Hochschlitz waren unter anderem in Esslingen, Pfauhausen, Steinbach, Bodelshofen und Hegenlohe begütert, wo ein Mitglied der Familie das tecksche Vogtamt innehatte. Im Jahre 1290 bezeugte ein »advocatus de Haeginloch« eine Urkunde.
Lehensleute der Grafen von Württemberg Im Jahre 1343 ist auf der Burg bei Hedelfingen neben einem aus dem Geschlecht der Herrn von Neidlingen einer von Hochschlitz als württembergischer Lehensmann belegt. 1344 empfing von den Grafen Eberhard und Ulrich von Württemberg ein „Hochschlitz von Pfawhusen, der zu Grüningen sitzet, ze Lehen das Zwölftheil des Zehenden ze Bissingen am kleinen und großen Zehend“; ebenso war dieser in Heutingsheim begütert.
Domkapitel Augsburg Wie die verwandten Geschlechter der Herren von Tumnau, Neidlingen, Lichteneck und Randeck stellten die Familie von Hochschlitz mehrere Mitglieder des Augsburger Domkapitels, der bedeutendste unter ihnen war Bischof Walther II. von Hochschlitz.
Verbindung zu anderen Rittergeschlechtern Durch Heirat war die Familie unter anderem mit den Herren von Randeck, den Herren von Wernau, den Bombast von Hohenheim, den Schwelher von Tachenhausen sowie den Woellwarth verwandt. Durch diese Verbindung erwarben die Herren von Wernau Besitzungen in Pfauhausen und Steinbach.
Wappen mini|Wappen Hochschlitz im Ingeram Codex (oben links) mini|444x444px|Wappen Hochschlitz in der Ahnenprobe der Ursula von Rosenfeld mini|Wappen der Hochschlitz mit alternativer Tingierung|323x323px
Wappen nach Scheibler Das Wappen der Familie Hochschlitz von Hausen ist in mehreren Wappenbüchern wie z. B. im Scheiblerschen Wappenbuch überliefert. Im Ingeram Codex ist das Wappen unter der schwäbischen Turniergesellschaft der Leitbracken geführt.
Blasonierung Drei waagrecht nebeneinander schwebende aufrechtstehende blaue Rauten oder Wecken in goldenem Schild als Helmzier einen geschlossenen, mit drei blauen Rauten wie im Schild belegten goldenen Flug.
Heraldische Verbindung zu den Herzögen von Teck Die Hochschlitz von Hausen waren Ministeriale der Herzöge von Teck. Eine Verbindung der drei blauen Rauten auf goldenem Grund mit den „teckschen Wecken“ ist jedoch umstritten.
Siegel von 1279 Eine frühe Darstellung des Wappens findet sich im Siegel an der Urkunde von 1279 (2. von links).
Wappen von Owenstein Im St. Gallener Wappenbuch ist ein identisches Wappen unter dem Namen von Owenstein abgebildet.
Alternative Tingierung Eine alternative Tingierung zeigt das Wappen mit goldenen Wecken in Blau.
Wappengenossen Truchseß von Stetten im Remstal Die Truchseß von Stetten sind Wappengenossen der Hochschlitz von Hausen.
Heraldischer Kontext Es besteht eine heraldische Ähnlichkeit zum Wappen der Dersch, einem nordhessisch-westfälischen Adelsgeschlechts, die ursprünglich kurmainzische Burgmannen auf der Burg Battenberg und der Burg Mellnau waren sowie den Knoblauch zu Hatzbach, die das identische Wappenbild mit Flug aber anderer Tingierung führen. Verbindungen lassen sich jedoch nicht belegen.
Zahlreich treten Wappen mit den drei schräggestellten Rauten in der Nachfolge der Herren von Nister im Westerwald auf sowie im Umfeld des Königshofs in Haiger, die sogenannten „Drei-Rauten-Männer“ (von Selbach, von Gebhardshain, von Nister, von Bicken 1347).
Ein ähnliches Wappenschild mit drei blauen Rauten auf goldenem Schild führten die Herren von Drolshagen, ein altes westfälisches Ministerialen- und Rittergeschlecht. Bemerkenswert ist die Auffälligkeit, da Bischof Anno II. von Köln aus dem Geschlecht der Steußlinger 1072 als Stifter der Pfarrkirche St. Clemens zu Drolshagen vermutet wird.
Bekannte Familienangehörige Walter von Hausen genannt Hochschlitz (Walterus miles de Husen dictus Hochsliz), Ritter, Lehensmann der Grafen von Helfenstein, 1261 erstmals in Esslingen urkundlich erwähnt. Wolfram Hochschlitz (Wolframus dictus Hohsliz) wird 1289 in Kirchheim unter Teck als Ministeriale und in einer Urkunde vom 8. April 1293 als Bürgermeister in Esslingen genannt. In der Urkunde vom 1. Mai 1299 über den Verkauf Steinbachs und des Freitagshofs an das Kloster Salmansweiler ist Wolfram (Wolframmo dicto Hohschlizze militibus) einer der Zeugen im Gefolge Herzog Hermanns I. von Teck und wird im Jahre 1306 als Patronatsherr der Kirche zu Pfauhausen genannt. In einem Schuldbrief König Friedrichs des Schönen und Herzog Leopold I. an Graf Eberhard I. von Württemberg, ausgestellt auf dem Felde bei Irsingen 1315 ist Wolfram Hochschlitz im Gefolge der Habsburger an 29. Stelle als einer von insgesamt 38 Bürgen benannt. 1299 ist erstmals ein Wolfram Pfau in Esslingen erwähnt, von dessen Beinamen der Name „Pfau-“hausen nach dem dortigen Pfauengereut abgeleitet ist. Johannes I. von Hochschlitz, 31. Abt des Klosters St. Mang in Füssen (1347–1366) Heinrich Hochschlitz von Hausen, Augsburger Domherr, Mitinhaber der Herrschaft Mindelheim, im Tausch dieser Herrschaft 1370 durch Herzog Friedrich III. von Teck und seine Frau Anna, geb. von Helfenstein mit Burg und Städtlein Gutenberg belehnt, ebenso mit dem teckischen Fronhof in Owen. Fritz Hochschlitz von Hausen, Edelknecht derer von Teck , Vogt zu Hegenlohe , urk . 1324–1345, in erster Ehe verheiratet mit Agnes von Randeck, Schwester des Marquard I von Randeck, Vater von Bischof Walter und Anna; die Tochter Agnes stammt aus zweiter Ehe mit einer von Stöffeln. In der Chronik der Pfarrei St. Magnus wird er als Erbauer (fundatoris) der spätmittelalterlichen Kirche zu Steinbach genannt. Walter II. Hochschlitz von Hausen (* um 1320; † 4. Oktober 1369 in Mindelheim) war von 1354 bis 1362 Reichsvikar in Pisa und Lucca, Rat Karls IV. sowie Bischof von Augsburg in den Jahren 1365 bis 1369. mini|Tumba für Markgraf Ernst und Ursula von Rosenfeld mit Wappen der Hochschlitz in Ursulas Ahnenprobe