Sarna Marie Elisabeth Röser (* 4. Juli 1987 in Bietigheim-Bissingen) ist eine deutsche Unternehmerin und Verbandsfunktionärin.
Ausbildung und Berufstätigkeit Sarna Röser ist die Tochter von Jürgen Röser, Wirtschaftsingenieur sowie Mitgesellschafter und Geschäftsführer der Zementrohr- und Betonwerke Karl Röser & Sohn GmbH. Nach dem Abitur studierte sie ab 2006 Internationale Betriebswirtschaftslehre in Stuttgart und an der Northumbria University in Newcastle upon Tyne. Seit 2009 ist sie in der 2007 von ihren Eltern gegründeten Social Angels Stiftung tätig. 2013 erwarb sie das Certificate of Advanced Studies nach einem Aufbaustudium an der Lucerne University of Applied Sciences and Arts zur Corporate Social Responsibility. Sie arbeitet in der Geschäftsleitung der Röser FAM GmbH & Co. KG. Seit 2020 ist Röser Mitglied des Aufsichtsrats der Fielmann AGfielmann-group.com und seit Juni 2025 auch Aufsichtsrätin der FlatexDEGIRO AG und Bank.
Im Jahr 2018 war Röser Mitgründerin der Plattform Beamcoo, die den Wissensaustausch zwischen Unternehmen erleichtern soll. Von 2018 bis November 2023 war sie Bundesvorsitzende des Lobbyverbands Die Jungen Unternehmer, einer Tochterorganisation des Wirtschaftsverbandes Die Familienunternehmer für Mitglieder unter 40 Jahren. Seit 2020 ist Röser stellvertretende Vorsitzende der Ludwig-Erhard-Stiftung und seit 2020 Beirätin der Deutschen Bank. Sie positioniert sich medial mit politischen Forderungen und möchte das Image von Familienunternehmen verbessern. Diese sollen in Zukunft auch als weiblich und innovativ wahrgenommen werden.
Röser war 2022 Jurorin und Investorin in der Fernsehsendung Die Höhle der Löwen des Senders Vox.Verstärkung in der "Höhle der Löwin: Berühmte Jung-Unternehmerin wird Investorin. Focus, 25. April 2022, abgerufen am 25. Juni 2023 2023 war sie Talkgast bei Markus Lanz, in der Sendung Der Sonntags-Stammtisch des Bayerischen Rundfunks und bei DAS! im NDR sowie 2025 in der Sendung Hart aber Fair der ARD.
Positionen Im Mai 2020 sprach Röser sich für die Einhaltung der Schuldenbremse aus. Um dies zu erreichen, sollten die Personalkosten bei Staatsbediensteten (auch bei Pensionen) vorübergehend eingefroren werden, der Staat aber auch effizienter werden. Verwaltungsabläufe sollten flexibler und schlanker werden. Eine Vermögensteuer lehnte sie ab, ansonsten hätten Unternehmen nicht genug Spielraum für Investitionen und die Sicherung von Arbeitsplätzen. Sozialbeiträge seien auf 40 Prozent zu deckeln. Der Klimaschutz müsse „wirtschaftsverträglich“ ausgestaltet werden. Der Markt sei „der beste Klimaschützer“, sie empfehle einen ausgeweiteten Emissionsrechtehandel und „Raum für Innovation“. Deutschland brauche „wieder mehr Eigenverantwortung und Vertrauen in den Markt“. 2023 bezeichnete Röser die Politik als „ideologiegetrieben“ und meinte, es gebe „toxische Bedingungen hier in Deutschland“. Beispiele seien die hohen Energie- und Strompreise, Überregulierung und Bürokratie und zu hohe Steuern und Abgaben.
Rezeption Laut der Fachzeitschrift Markt und Mittelstand zeige Röser in ihrem Buch Ein Plädoyer für die Mehrheit zwar „klare Kante“, das Buch sei aber „eher dünn“. Die Autorin arbeite mit dem Kampfbegriff „Technologieoffenheit“, fordere gleichzeitig aber eine Diskussion „frei von Ideologien“. Sie formuliere erwartbare Forderungen an die Politik: weniger Bürokratie, weniger Steuern und bessere Bildung. Eine Schwäche des Buchs sei, dass „hier wieder eine Unternehmerin, ein Unternehmer ist mit wenig Kritikfähigkeit“. Die mangelnde Motivation vieler Arbeitskräfte habe auch etwas mit den Chefs zu tun, dies hätte Röser thematisieren können. Ferner übertreibe Röser mit ihrer „staats- und medienfeindlichen“ Herangehensweise in der Beschreibung der Probleme in Deutschland.
Laut der Monatszeitung Oxi kämen Rösers Einwände gegen das Bürgergeld „ohne Spurenelemente des Sozialen“ aus. Röser hatte argumentiert, dass das Bürgergeld dazu einlade, „sich in die soziale Hängematte des Staates fallen zu lassen und das Arbeiten einzustellen“.
Veröffentlichungen Ein Plädoyer für die Mehrheit: Innovation oder Ideologie: In welchem Deutschland wollen wir leben? Plassen Verlag, Kulmbach 2023, ISBN 978-3-86470-922-7. Kapitel Mein Deutschland im Jahr 2030 – Aufstiegschancen ermöglichen. In: Aufstieg: 16 Vorschläge für die Zukunft Deutschlands, herausgegeben von Frank Schäffler (Mitglied des Bundestags der FDP), mit: Wolfgang Kubicki, Ulf Poschardt, Justus Haucap und anderen, 2020, ISBN 978-3-95972-417-3.
Auszeichnung 2022: Preis Soziale Marktwirtschaft der Konrad-Adenauer-Stiftung 2023: Ehrenpreisträgerin „Innovator des Jahres“
Weblinks
Website von Sarna Röser
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